Keine Punkte in Lemgo
Obwohl ein Großteil der Mitreisenden am Samstag die Weihnachtsfeier der Wikinger ausgiebig gefeiert hatten, waren am Sonntagmorgen alle pünktlich am Bus – sogar verstärkt durch einen kurzentschlossenen Wikinger. Bei anhaltendem Schneefall hätte es sich der Eine oder Andere gewiss überlegt, hätte er selbst fahren sollen. Aber im Bus mit Dieter am Steuer war es kein Problem, trotz unangenehmer Vorhersagen verlief die Reise ohne Zwischenfälle. Unterwegs wurden in Schuby, Soltau und Hannover noch weitere Mitreisende eingesammelt, so dass letztendlich 25 Wikinger pünktlich die Lipperlandhalle erreichten.
Die Erinnerungen an den letzten Auftritt der SG waren gut und so erhofften wir uns, dass die SG ihren Lauf in der HBL fortsetzen konnte. Aber die Spieler der SG hatten strapaziösere Tage als wir Fans hinter sich. Seit über einer Woche ständig unterwegs zu Championsleague- Auswärtsspielen, 70 Stunden in Bussen oder Flugzeugen und zwischendurch nur für ein paar Stunden in Flensburg. Das alles hatte Spuren hinterlassen. Der TBV hingegen ging gut vorbereitet und ausgeruht in diese Partie und hatte in Carsten Lichtlein einen starken Rückhalt. So geriet die SG schnell ins Hintertreffen, was uns und die anderen mitgereisten Fans aber nicht davon abgehalten hat, 60 Minuten lautstark anzufeuern. An mangelnder Unterstützung lag es nicht, dass wir uns mit einer deprimierenden 34-27 Niederlage auf den Heimweg machen mussten. Obwohl sie es nicht an Einsatzwillen vermissen ließen – an eine Aufholjagd wie in der vergangenen Saison war nicht zu denken. In der Abwehr waren unsere Jungs oft einen Schritt zu spät, die Torhüter fanden nicht ins Spiel und im Angriff fehlte die Präzision bei Pässen und und Würfen. Es war deutlich zu sehen - der Akku war leer bei den SG-Spielern. Wir fragten uns, wie es wohl ohne die Reisestrapazen vorher und mit Figo im Kader ausgesehen hätte? Eine Antwort darauf werden wir wohl nie bekommen.
Apropos Reisestrapazen – die gingen für die Jungs nahtlos weiter. Jacob machte sich direkt aus Lemgo auf den Weg zur Nationalmannschaft und für die dänischen und schwedischen Nationalspieler führte der Weg nach kurzem Zwischenstop in Flensburg weiter nach Schweden zum World Cup. Wir Fans hätten ihnen lieber eine Pause gegönnt, damit sie gut vorbereitet und ausgeruht in das nächste Spiel gegen Balingen gehen können. Aber mit der Campushalle im Rücken gelingt es sicher, die Strapazen abzuschütteln und einen Heimsieg einzufahren. Und so stressig es auch sein mag – die nächsten Auswärtsspiele in Hannover, Göppingen und Magdeburg werden wieder mit Wikinger-Unterstützung stattfinden.
[Marina und Ingrid]