Totgesagte leben länger oder Der Wischer ist immer der Gärtner

Zu ungewohnter Zeit, am Sonntag um 13 Uhr, stand für die SG A-Jugend das Meisterrundenspiel gegen den HSV Insel Usedom auf dem Programm. Genau wie am Freitag gegen den VfL Potsdam musste dieses Spiel unbedingt gewonnen werden, um weiter im Rennen um das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zu bleiben.

 

Aufgrund einer Erkrankung konnte Marc Blockus in dieser Partie nicht im Rückraum sondern nur an der Kasse wirbeln, machte aber auch dort eine gute Figur. Erfreulich war, dass Simon Hennig – wenn auch dick bandagiert – wieder auf der Platte dabei war. Wie wichtig dies war, sollte sich später zeigen. Schon vor Beginn rieb man sich auf der Tribüne verwundert die Augen, war Usedom doch nur mit sieben Feldspielern angereist. Hatte man darauf gehofft, dass die Insulaner die Partie aufgrund der zahlenmäßigen Unterlegenheit von Beginn an abschenken würde, sah man sich jedoch schnell getäuscht.

 

Das erste Tor des Tages erzielte Morten Dibbert vom Kreis, bevor Simon gleich doppelt einnetzte – einmal vom 7m-Strich und einmal von Linksaußen. Paul Weidner parierte zweimal glänzend gegen frei stehende Usedomer und Daniel Hoffmann erzielte das 4:2 nach sieben Minuten. In diesem Spiel war Arseniy Buschmann über weite Strecken als Kreisläufer aktiv und erzielte von dort auch nach feinem Anspiel von Morten das 5:5 nach elf Minuten. Die Abwehr stand in dieser Phase noch nicht gewohnt sicher und so konnte Usedom mit 7:5 in Front gehen. Dies schien ein Weckruf für die Zollinger-Sieben zu sein, denn in der Folge agierte man in der Abwehr aggressiver und erkämpfte sich diverse Bälle. In bester Kasper-Nielsen-Manier setzte Simon einen Gegenstoß zum 7:7 per Aufsetzer ins Tor und nach erneutem Rückstand konnte Max Lipp nach 15 Minuten ausgleichen. Simon drückte diesem Spiel seinen Stempel auf und sprühte nur so vor Spielfreude. Zur Begeisterung seiner Großeltern und der übrigen SG Anhänger erzielte er die Treffer 9 und 10 für die SG. Arseniy lief nun schön am Kreis ein und erzielte trotz Bedrängnis das 11:8. Mit einem sehenswerten Tipppass bediente Philipp Meyer Kreisläufer Phillip Hinrichs und der traf nach 23 Minuten zum 12:9. Trotz dieser Führung kehrte keine Ruhe ein. Im Gegenteil, vorne unterliefen unseren Youngstern zu viele Fehler und Usedom konnte beim 12:11 wieder den Anschluss herstellen. Rechtshänder Niels Uwe Hansen fasste sich jetzt zweimal ein Herz von Rechtsaußen und verwandelte sicher, bevor Arseniy extrem humorlos das 15:13 erzielte. Niels Uwe erkämpfte sich einen bereits verloren geglaubten Ball und traf zum 16:14, ehe Usedom quasi mit dem Halbzeitpfiff den etwas ärgerlichen Anschlusstreffer erzielte. Insgesamt eine Halbzeit mit einigen technischen Fehlern und einigen unglücklichen Gegentoren. Im Wikingerblock blieb man aber selbstverständlich optimistisch.

 

Die zweite Hälfte begann mit einem Schreckmoment – Morten wurde behandelt und konnte den Rest der Partie nur noch von der Bank verfolgen. Pferdekuss? Im Tor hatte Paul für Rasmus Fries Platz gemacht. Nachdem sich die Abwehr den Ball erkämpft hatte, erzielte – na klar – Simon den ersten Treffer. Auch die nächsten drei Tore gingen auf sein Konto – allesamt souverän vom 7m-Strich aus. Niels Uwe „mogelte" sich dazwischen, genau wie Rasmus mit einer starken Parade, bevor Simon erneut traf – dieses Mal von Linksaußen. Das 22:17 war die Folge. Rasmus machte eine starke Partie und zeichnete sich in der Folge immer wieder aus. In der 43. Minute ließen die Schiris nach einem Foul an Max schön laufen, so dass der inzwischen eingewechselte Leif Klang zum 24:18 traf, bevor die fällige 2-Minuten-Strafe gegen den HSV-Spieler verhängt wurde. Niels Uwe erhöhte per Gegenstoß, Rasmus bediente den enteilten Arseniy, der kurz darauf erneut erfolgreich war und das 27:18 erzielte. Mittlerweile war auch Jonas „Bruno" Jürgensen im Spiel und rackerte am Kreis, „durfte" jedoch schnell wieder eine Verschnaufpause einlegen. Eine doppelte Unterzahl der SG (Max und Bruno) konnten Usedom zwar zur Ergebniskosmetik nutzen (27:20), doch merkte man immer mehr, dass den Insulanern die Puste ausging. Schön, dass Sascha Zollinger dies nutzte, um auch den Jungs der 2. Garde Spielzeit zu ermöglichen. Rasmus entnervte die Usedomer zusätzlich, indem er innerhalb weniger Sekunden sowohl gegen den freien Linksaußen als auch den freien Kreisläufer hielt. Ganz starke Leistung von ihm! Philipp und Leif erhöhten weiter, bevor Max nach langer Behandlungspause auf die Bank musste – die Nase hatte mächtig einen abbekommen. Nun kam die Zeit von Klaus Gärtner, dem der Co-Trainer-Job anscheinend nicht reichte und der sich deshalb auch als Wischer verdingte. Man of the match Simon bewies in der Folge, dass er es auch von rechts kann und traf per Konter zum 30:23 nach 52 Minuten. Die Usedomer verloren erneut den Ball, der von Jan Torben „JT" Ehlers schnell nach vorn getragen und dann auf Simon gepasst wurde – 31:23. Erneut konnte Rasmus sich auszeichnen, als er gegen den freien Usedomer Rechtsaußen parierte. Arseniy marschierte im nächsten Angriff ab durch die Mitte und erzielte mit einem Kracher das 32:25. Nach 56 Minuten konnte Phillip nur auf Kosten eines Strafwurfs gestoppt werden, den Simon eiskalt verwandelte. Simon war es auch, der nach einem von der Abwehr erkämpften Ball, Arseniy auf die Reise schickte – das 34:26 war die Folge. Erneut gab Klaus Gärtner zweimal eine hervorragende Figur als Wischer ab und verdiente sich eine La Ola des Fanblocks. Sofern es in der Campushalle mal Bedarf gibt, sollten die Verantwortlichen bei ihm nachfragen. ;-) Zwei Minuten vor Schluss kam er dann – der Joker des HSV, der 7. Feldspieler, der bis dahin nur die Bank gewärmt hatte. Ausrichten konnte er zwar nichts mehr, aber er konnte zumindest aus der Nähe den Traumpass von Philipp auf Phillip sehen, den dieser zum 35. SG-Tor verwandelte. Usedom traf ebenfalls noch einmal und am Ende hieß es 35:27 für die Jungs von Sascha Zollinger.

 

Glückwunsch an Mannschaft & Trainer sowie gute Besserung an Marc, Max, Morten und Simon! Unsere Youngster sind somit zurück im Rennen um die ersten beiden Plätze der Regionalliga und haben sich dies auch redlich verdient. Super, dass die März-Niederlagen in Berlin so gut verarbeitet und weg gesteckt wurden.

 

Nach Spielschluss war man sich bei den Wikingern einig, dass man ein unterhaltsames Spiel gesehen hatte und die Tränen, die man im Auge hatte, nur Lachtränen waren. ;-)

 

Die A-Jugend hat nun zwei Wochen Pause, bevor es am 25.04. das Endspiel in Potsdam um den Einzug ins Viertelfinale gibt. Sorry Jungs, aber aufgrund anderer Verpflichtungen werden wir nur aus der Ferne die Daumen drücken können. Aber: Ihr schafft das!



[Astrid]