Juniorteam zieht sich gegen Wilczynski, Kárason & Co (in Halbzeit 2) achtbar aus der Affäre

Am Sonntag stand für das Juniorteam die Partie gegen die zweite Mannschaft der Reinickendorfer Füchse auf dem Programm. Während man selbst die Ausfälle von Jannis Koellner, Thies-Jakob Volquardsen (beide verletzt), Marc Blockus (krank) und Max Lipp (DHB-Lehrgang) verkraften musste, hatten sich die Hauptstädter mit den Bundesligaspielern Konrad Wilczynski und Rúnar Kárason verstärkt. Trotz des schönen Wetters hatte sich eine stattliche Anzahl Wikinger eingefunden, um unsere Jungs gewohnt lautstark zu unterstützen.

 

Die Jungs von Matthias Hahn ließen sich von den prominenten Berlinern zu Beginn nicht beeindrucken und gingen durch Finn Kohnagel mit 1:0 und 2:1 in Führung. Stephan Hampel zeichnete sich gleich mal mit einem gefangenen Heber aus - es lief gut für die SG. Doch dann machten die Berliner, insbesondere in Person des Isländers Rúnar Kárason, ernst und gingen ihrerseits nach sechs Minuten mit 4:2 in Führung. Das Juniorteam blieb aber dran, Finn rettete einen Abpraller, bediente den frei am Kreis stehenden Søren Iversen und der erzielte das 3:5. Im nächsten Angriff übersprang Morten Dibbert die gut stehende Berliner Abwehr und traf zum 4:6 nach neun Minuten. Søren verwandelte einen Gegenstoß zum 5:6 und auf der Berliner Bank wirkte man ob der tapferen Flensburger überrascht. Da die Jungs des Juniorteams in der Folge aber leider im Angriff zuviele Fehler produzierten und in der Abwehr nicht mehr so konzentriert wie zu Beginn standen, konnten sich die Füchse auf 10:5 nach 18 Minuten absetzen. Arseniy Buschmann löste nun Søren Iversen in der Rückraum Mitte ab und lieferte, insbesondere im zweiten Abschnitt, ein prima Spiel ab. Die Partie wogte jetzt hin und her, ohne dass eine Mannschaft ein Tor erzielen konnte. Stephan war erneut mit einer schönen Parade zur Stelle, doch stand ihm sein Berliner Kollege leider in nichts nach. Dem wieder einmal gut spielenden Morten war es vorbehalten, die zehnminütige SG-Torflaute nach 22 Minuten mit dem 6:11 zu beenden. Lars Bastian, der in diesem Spiel im rechten Rückraum wirbelte, setzte sich ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit zum 7:13 durch und kurz darauf parierte Stephan einen 7m. Humorlos erzielte Morten das letzte SG-Tor dieser Halbzeit nach 29 Minuten, wonach die Berliner leider noch zweimal trafen. Somit stand es zur Pause 8:17 aus SG-Sicht und im Flensburger Lager wirkte man ob der individuellen Stärken und der daraus resultierenden Führung der Berliner ernüchtert. In der Abwehr stand man zu Beginn gar nicht mal so schlecht, doch auf die Wurfgewalt eines Rúnar Kárason hatte man keine Antwort und im Angriff rieb man sich immer wieder an der aggressiven und gut stehenden Berliner Abwehr auf. Die zehn torlosen Minuten sprechen da für sich...

 

Nach der Pause ging Nils-Martin Römpke ins Tor und führte sich gleich mit einer Parade ein. Finn traf auch im zweiten Durchgang als erster Flensburger und markierte das 9:18 nach 32 Minuten. Vier torlose Minuten folgten, in denen Nils-Martin u. a. einen Gegenstoß parierte. Im Wikinger-Lager haderte man in der Folge ein ums andere Mal mit den Herren in schwarz, die der Berliner Abwehr erstaunlich viel Körperkontakt gestatteten und bei Berliner Angriffen ein ums andere Mal das Zählen vergaßen oder die Augen schlossen. Ausschlaggebend für das Endergebnis war dies nicht, aber es nervte trotzdem. Berlin spielte nun zunehmend unkonzentrierter, doch konnte dies zu selten von den Hahn-Jungs genutzt werden. Søren war zurück im Spiel und erzielte das 10:20. Im folgenden Angriff wurde Morten zunächst am Hals festgehalten, traf danach aber unbeirrt zum 11:20 nach 39 Minuten. Noch in der gleichen Minute versenkte Brijan Schmidt einen Gegenstoß zum 12:20. Nach 41 Minuten stieg Morten im linken Rückraum auf und markierte den 13. SG-Treffer. Nachdem er zuvor schon als Anspieler geglänzt hatte, erzielte Arseniy die beiden folgenden Treffer jeweils per frechem Unterhandwurf. Nach 44 Minuten stand es 15:24 und Nils-Martin zeichnete sich im Tor aus. Daniel Finkenstein erkämpfte kurz darauf in der Abwehr den Ball und sah den enteilten Søren, der eiskalt zum 16:24 traf. Arseniy bewies sein gutes Auge, als er Lars Byg am Kreis bediente, was dieser zum 17:25 nach 45 Minuten nutzte. Den nächsten Ball versenkte Arseniy dann gleich selbst. Mit viel Dampf erzielte Morten seinen sechsten Treffer in dieser Partie - das 19:28 war die Folge. Nach einem grandiosen Anspiel von Arseniy erzielte Lars Byg das 20:28 nach 50 Minuten. Es hatte sich ein Duell auf Augenhöhe entwickelt und unsere Jungs waren - trotz des deutlichen Rückstandes - zurück im Spiel. Nils-Martin war ein weiteres Mal zur Stelle, doch vorne wurde der Ball leider abgeschenkt - machte aber nichts, denn den folgenden Gegenstoß parierte Nils-Martin ebenfalls. Stark! Die beiden nächsten SG-Treffer gingen dann auf Sørens Konto, der sowohl aus dem Rückraum als auch anschließend per Gegenstoß erfolgreich war. Nachdem Arseniy mit einem wahren Unterhandkracher das 23:29 erzielt hatte, kehrten die beiden Berliner-Bundesligaspieler aufs Parkett zurück. Dies hinderte Brijan aber nicht daran, den 24. SG-Treffer nach 57 Minuten zu erzielen. Leider sein letzter Treffer in dieser Partie. Schrecksekunden, wenn nicht gar -minuten folgten nämlich auf einen Gegenstoß von Brijan, bei dem er unglücklich wegrutschte und erst nach längerer Behandlung durch die Berliner Physiotherapeutin das Spielfeld humpelnd verlassen konnte. Das sah nicht gut aus! Die Flensburger wirkten nach der Verletzung zunächst konsterniert, so dass die Füchse schnell einen weiteren Treffer erzielen konnten, doch im nächsten Angriff war Morten wieder voll da und traf 1 1/2 Minuten vor Schluss zum 25:31. Das letzte Tor des Tages erzielte Søren in wahrer Billardmanier - 26:31. Somit hatten die Füchse zwar gewonnen, doch das Juniorteam hatte sich im zweiten Abschnitt sehr achtbar aus der Affäre gezogen und diesen sogar mit 18:14 gewonnen. Hut ab, dafür! Wenn man zudem in Betracht zieht, dass die Herren Wilczynski und Kárason mehr als die Hälfte der Berliner Treffer erzielt hatten, relativiert sich das Ergebnis noch weiter. Die stehenden Ovationen der Wikinger hatten sich die Jungs jedenfalls redlich verdient - denn ein Handballspiel besteht nunmal nicht nur aus der ersten Halbzeit. :-)

 

P.S. Traurig fand ich, dass sich nach der Verletzung von Brijan ausschließlich die Berliner Physiotherapeutin am Spielfeldrand um ihn kümmerte, während sich niemand aus der SG-Riege (ob nun von der Bank oder dahinter) dafür verantwortlich fühlte, nach ihm zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass die Verletzung nicht allzu schwer ist und beim nächsten Mal auch auf der SG-Bank wieder jemand aus der Physio-Abteilung sitzt. So oder so: Gute Besserung, Brijan!

 

[Astrid]