Ostern mal anders...
Da die Auswärtsfahrt zum EHF-Cup ¼-Finale in Celje nicht zustande kam, entschlossen sich einige Wikinger, das Osterwochenende in Nordhorn zu verbringen. Dort fand vom 03. bis 05.04.2010 der NVB-Jugendcup statt, der von der HSG Nordhorn organisiert wird. Es ist ein Turnier an dem insgesamt zehn Vereine mit ihren A-, B- und C-Jugendmannschaften teilnehmen.
Da die A-Jugend der SG in diesem Jahr beim HBL-Rookie-Cup in Berlin spielte, wurden die B1 Spieler des Jahrgangs 1993 als A-Jugend (U19) gemeldet, während die B1 und B2 Spieler des Jahrgangs 1994 als B-Jugend (U17) starteten. Die U17 wurde durch die 93er aufgefüllt, wodurch einige der Jungs quasi im Stundentakt auf der Platte standen. In der C-Jugend (U15) war der aktuelle C1-Kader, ergänzt durch zwei Neuzugänge, am Start.
Die Mannschaften und einige Eltern / Fans reisten bereits am Karfreitag nach Nordhorn bzw. Lingen. Dort verbrachte man einen entspannten Abend und bereitete sich mental auf die kommenden Aufgaben vor. Im Laufe der folgenden Tage reisten immer mehr Eltern an, so dass der Fanblock stetig größer wurde.
Der Einfachheit halber werden Eltern, Spielergeschwister und Wikinger im Folgenden unter „Fans" zusammengefasst, da alle Anwesenden die Spieler kräftig angefeuert und unterstützt haben. Auch die jeweils pausierenden SG-Mannschaften haben alles gegeben, um die gerade spielende Mannschaft nach vorn zu treiben. So war es immer ein lauter, fröhlicher und bunt gemischter Haufen, der im Tribünenbereich der SG saß.
Am Samstag wurde es bereits um 8:30 Uhr ernst. Die U17 musste in ihrem ersten Turnierspiel gegen die Mannschaft von HC Gaja Granitas Kaunas antreten. Zum Leidwesen der Fans wurde dieses Spiel in Halle 1 ausgetragen, die in SG-Kreisen ab diesem Zeitpunkt nur noch unter „Stinkehalle" firmierte und – sofern möglich – gemieden wurde. Es war nicht schön, was uns dort an Gerüchen entgegen schlug...
Wesentlich schöner war es, was die U17 bot. Man war dem Gegner klar überlegen und beherrschte das Spiel von Beginn an. In diesem Spiel war auch Finn Klang aus der C1 dabei und erzielte ein prima
Gegenstoßtor. Kreisläufer Norman Louwers war trotz der frühen Anwurfzeit hellwach und verbuchte sieben blitzsaubere Tore auf seinem Konto. Am Ende gewannen die Jungs von Hauke Grösch 47:14 und im
SG-Lager wurde der erste Sieg im Turnier bejubelt.
Direkt im Anschluss ging es weiter mit der Partie der U19. Auch hier hieß der Gegner HC Gaja Granitas Kaunas. Im Gegensatz zu ihren Vereinskollegen taten sich die Jungs von Klaus Gärtner anfangs
etwas schwer gegen die kompakte und sehr aggressive Abwehr der Litauer. Vom 3:3 nach 7 Minuten ging es über ein 7:7 nach 14 Minuten folgerichtig „nur" mit einem 16:14 in die Pause.
Der gut spielende Torhüter Nils Himmelsbach parierte nach 33 Minuten einen Wurf mit der Nase und musste im Anschluss leider blutend ausgewechselt werden. Angetrieben vom „Flensburg" – „Handewitt" –
Wechselgesang der U15 und U17 quer durch Halle 2 setzte man sich stetig vom Gegner ab (25:21, 40. Minute) und gewann schlussendlich verdient 32:26.
Schön war auch, dass die Spieler von U15 und U17 recht zügig begriffen, dass „Wechselgesang" nicht bedeutet, dass alle abwechselnd das Gleiche rufen. ;-)
Es folgte aus SG Sicht eine kleine Spielpause, bis es mit der U15 – ebenfalls gegen HC Gaja Granitas Kaunas – im Euregium weiter ging. Offenbar waren die Fruchtzwerge zu Beginn noch nicht ganz bei
der Sache, denn man lag schnell 1:3 hinten. Auf der Tribüne wurde nun Vollgas gegeben und auf dem Spielfeld passte man sich an. Kurz darauf lag die SG 8:3 in Front. Neuzugang Michael „Michi"
Nicolaisen erzielte mit dem 10:4 sein erstes „offizielles" Tor für die SG und Thore Jöhnck parierte – wie im Spiel zuvor Nils – einen Wurf mit der Nase. Zur Pause lag man mit 13:7 vorn.
In Hälfte 2 wechselte Klaus Gärtner fast die komplette Bank ein und so konnten Nicola Scarafilo, Janos Steidtmann & Co. ebenfalls ihren Teil zum Erfolg beitragen. Kurz vor dem Ende trug sich auch
Neuzugang Phillip Davidsen in die Torschützenliste ein, er markierte den letzten Treffer der SG in dieser Partie, die 29:13 endete.
Nach einer erneuten kurzen Spielpause trat die U17 gegen die Mannschaft von GAN Foxes Zürich an. Es handelt sich hierbei um eine Kooperation der Grashoppers und Amicita Zürich. Das Spiel begann
hektisch und wurde insbesondere von den Schweizern teilweise überhart geführt. Die SG agierte vorn zu statisch und konnte sich trotz einer guten Leistung von Torhüter Christopher „Chrosch" Rudeck und
einem schönen Treffer von Per Oke Kohnagel zum 7:6 nach 15 Minuten nicht entscheidend absetzen. Folgerichtig stand es zur Pause 9:9.
Zwei Minuten nach Wiederbeginn gingen die Züricher zum ersten Mal in Führung, doch die SG konterte mit drei schnellen Toren. Der Fanblock unterstützte nach Kräften und die Grösch-Truppe erspielte
sich nach 26 Minuten eine 4-Tore-Führung. Zürich gab jedoch nicht auf und konnte auf zwei Tore verkürzen. In der Folge vernagelte Chrosch sein Tor und vorne wurde der Vorsprung langsam aber stetig
weiter ausgebaut. Man of the match Chrosch war es dann auch vorbehalten, mit einem souverän verwandelten 7m den Schlusspunkt beim 25:18 Sieg zu setzen.
Wie bei der U17 begann auch das Spiel der U19 gegen GAN Foxes Zürich sehr ausgeglichen, nach 15 Minuten stand es 9:9. Mit einer feinen Einzelleistung erzielte Tim Witte im Anschluss die Führung
für seine Farben. Er war es auch, der in der 20. Minute das Tor des Tages nach einem herrlichen Doppelkempa mit Michael „Mike" Williams und Malte Voigt zum 13:13 erzielte. Leider lief im Anschluss
bei der SG nicht mehr viel zusammen und man lag zur Pause 14:17 hinten.
Doch die Jungs gaben sich nicht auf und kämpften tapfer weiter, so dass beim 19:19 nach 30 Minuten alles wieder offen war. Ein erneuter Doppelkempa von Mike, Malte und Tim stellte das 20:20 sicher.
Nun war der SG-Express in Fahrt gekommen und man ging nach 35 Minuten mit 25:20 in Führung. Sebastian „Sebi" Brodersen zeigte in dieser Phase eine bärenstarke Leistung im Tor. Eine Behandlungspause
von Tobias „Tobi" Grossmann wurde vom Fanblock zu einem Sprechchor zu Ehren von Klaus Gärtner genutzt. Keine Sorge, Tobi – wir haben euch nicht verwechselt. ;-) In der Folge wurde etwas zu lässig mit
den eigenen Chancen umgegangen und Zürich konnte beim 27:27 nach 45 Minuten wieder ausgleichen. Es war nun ein offener Schlagabtausch, in den die Schiedsrichter am Ende etwas zu deutlich eingriffen.
Drei klare Fehlentscheidungen zu Ungunsten der SG in den letzten Minuten führten zur 30:31 Niederlage, die für reichlich Frust bei Spielern, Trainer und Fans sorgte. Es macht keinen Spaß, wenn man
von den Unparteiischen mit einem Lächeln im Gesicht veräppelt wird...
Das letzte SG-Spiel des Tages fand in der Stinkehalle statt – was bei den Fans für wenig Begeisterung sorgte. Die U15 wurde aber selbstverständlich trotzdem lautstark gegen GAN Foxes Zürich
unterstützt. Die erste Halbzeit stand ganz klar im Zeichen eines Wikingers: Torhüter Thore. Erst nach 8:40 Minuten musste er hinter sich greifen und den ersten Treffer der Züricher hinnehmen. In der
Zwischenzeit hatten seine Mannschaftskollegen bereits sechs eigene Treffer erzielt und so für eine Vorentscheidung gesorgt. Auch Mattes Paulsen bot in diesem Spiel eine starke Vorstellung und nach 15
Minuten gab es beim 11:1 die erste 10-Tore-Führung zu bejubeln. In den letzten 1 ½ Minuten der ersten Halbzeit konnten die Züricher zwar noch zweimal treffen, doch war der Pausenstand von 15:3
trotzdem mehr als deutlich.
Nach der Pause wechselte Klaus Gärtner munter durch, doch die Jungs um Lennard Danielsen im Tor hielten den Gegner weiter auf Distanz, indem Abwehr und Torhüter sicher standen und vorne ein ums
andere Mal schön vollendet wurde. Einen besonders sehenswerten Treffer erzielte hierbei Nicola. Am Ende gab es einen 24:14 Sieg und lauten Jubel bei Mannschaft und Fans.
Für die Mannschaften ging es, nachdem man zu Abend gegessen hatte, in die Unterkunft. Die Fans beendeten den Abend im Restaurant des Waldhotels Lingen. Während des Essens trudelten via SMS Zwischenstände aus Celje ein, so dass man sich gemeinsam über den 28:25 Sieg und den damit verbundenen Halbfinaleinzug der "Großen" freuen konnte.
[Astrid]