Statt Ostereiersuche im Garten, Handball im Euregium

Der Ostersonntag begann für die Fans mit einem ausgiebigen Frühstück, bevor es um 9:30 Uhr erneut in die Stinkehalle ging. Die U17 bestritt hier ihr Spiel gegen Eintracht Hildesheim. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der sich Kim Petersen als sicherer Schütze von Außen und vom 7m Strich erwies. Zudem sorgten Lukas Blohme und Thies „Nordfriesenpower" Petersen für sehenswerte Treffer. Zur Pause stand es 10:8 aus SG-Sicht.
In Halbzeit 2 wurde der Vorsprung durch Jannick Boldt zunächst auf 17:14 nach 30 Minuten ausgebaut. Doch dann kamen die Herren in Schwarz ins Spiel. Nicht genug, dass sie ein Problem mit den SG-Fotografen hatten, nein, sie mussten das Spiel auch noch einmal unnötig spannend machen. Auf Tribüne und Spielfeld war man nun hellwach und der Blutdruck in ungeahnten Höhen. Mit viel Kampf und Leidenschaft sicherten sich die Jungs schlussendlich einen 21:20 Sieg und feierten diesen ausgiebig.

 

Nach einem fliegenden Wechsel der Fans in Halle 2, wurde die Partie der U19 gegen US Dunkerque angepfiffen. Gegen die körperlich deutlich überlegenen Franzosen geriet man schnell mit 0:4 ins Hintertreffen. Doch die Gärtner-Sieben gab nicht auf und kämpfte couragiert. Mit viel Biss und Spielwitz hatte man beim 5:6 nach elf Minuten den Anschluss hergestellt. Die Jungs ließen sich in dieser Phase nicht einschüchtern und erzielten in Person von Mike und Tobi sehenswerte Tore. Konsequent agierten die Schiedsrichter, als sie bei einem Kopftreffer gegen den kurz zuvor eingewechselten Sebi, nachdem das Spiel bereits unterbrochen war, den französischen Spieler mit einer direkten roten Karte vom Platz schickten. Dies beeindruckte die Franzosen aber nicht sonderlich auf dem Weg zur 14:7 Pausenführung aus ihrer Sicht.
Auch in Hälfte 2 gab sich die SG nicht auf, was aller Ehren wert war. Insbesondere Jonas „Aki" Abioye stellte sich den kräftigen Gegenspielern immer wieder mutig in den Weg und entwischte ihnen auf der Gegenseite ein ums andere Mal. Rick Walder ackerte nun am Kreis und schuf immer wieder Lücken für seine Mitspieler, die diese zu schönen Toren nutzten. Ernstlich gefährden konnte man die Franzosen allerdings nicht. Über ein 26:13 nach 40 Minuten sicherten sich die Franzosen am Ende einen 31:19 Sieg. Für die U19 der SG war der Traum vom Halbfinale endgültig ausgeträumt.

 

Die Fruchtzwerge der U15 starteten zwar als letztes SG-Team in den Sonntag, hatten sich zuvor aber schon als Fans von U17 und U19 „betätigt". Nach acht Minuten führten sie bereits mit 6:2 gegen Eintracht Hildesheim und alles sah nach einem entspannten Spiel aus. Doch eine völlig unberechtigte rote Karte nach zwölf Minuten gegen Stefan Wilhelm, der einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort stand, brachte die Jungs kurzfristig aus dem Tritt und Hildesheim konnte auf 7:6 verkürzen. Thore parierte einen 7m und die Jungs von Klaus Gärtner retteten sich mit einem 11:10 in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel müssen sich die Hildesheimer die Augen gerieben haben – wie verwandelt kamen die Fruchtzwerge zurück. Leon Witte setzte seine Mitspieler immer wieder schön in Szene und Marvin Frahm traf nahezu nach Belieben aus allen Lagen – ganz starke Leistung von ihm. Nach 30 Minuten stand es 18:12 und die SG war auf die Siegerstraße eingebogen. Zwar konnten die Hildesheimer noch ein wenig verkürzen, doch näher als auf drei Tore kamen sie nicht mehr heran. Stefan hatte unterdessen aus der Not eine Tugend gemacht und unterstützte seine Mannschaft vom Fanblock aus. Der 24:20 Sieg war gleichbedeutend mit dem Halbfinaleinzug und wurde entsprechend gefeiert.

 

Nach der Mittagspause stand das letzte Gruppenspiel der U17 gegen US Dunkerque auf dem Programm. Wie bei der U19 standen die Franzosen sehr kompakt und aggressiv in der Abwehr, doch die Jungs der SG hielten dagegen. Thies eröffnete die Partie mit einem Doppelschlag, doch dann stellte sich schnell heraus, wer dieser Partie seinen Stempel aufdrücken würde. Zum Glück war es mit Marc Runow ein Flensburger. ;-) Im Spiel zuvor nach einem Foul böse auf Rücken und Schulter gestürzt und dadurch gehandicapt, drehte Marc in diesem Spiel richtig auf. Beim Zwischenstand von 12:6 nach 14 Minuten, hatte er bereits sechs Treffer erzielt. Auch Robin Schäfer reihte sich nun in die Riege der Torschützen ein und mit einem beruhigenden 16:11 ging es in die Pause.

In der 2. Hälfte passte Torhüter Simon Desler ein ums andere Mal super auf und war nach Paraden blitzschnell auf der Bank, um einen 7. Feldspieler in die Partie zu schicken. Tja...und was soll man sagen...im Gegensatz zum HSV beherrschen unsere Youngster diese Spielvariante. ;-) Auch Niels-Jonas Simons, der angeschlagen zum Turnier gereist war, absolvierte in diesem Spiel einen Kurzeinsatz und konnte zum Erfolg der Mannschaft beitragen. Nach 32 Minuten erzielte Norman das 24:14 – der Pass kam vom, nun auch als Anspieler glänzenden, Marc. Peter Kaulbach und Per erzielten in der Folge schöne Treffer. Doch den Schlusspunkt setzte – na klar – Marc. Zunächst traf er selber, um im letzten Angriff erneut Norman zu bedienen, der den umjubelten 33:20 Endstand herstellte.

 

Für die U19 stand nun das abschließende Gruppenspiel gegen Eintracht Hildesheim auf dem Programm. Ähnlich wie die Franzosen waren die Niedersachsen unseren Jungs körperlich klar überlegen, kein Wunder, wenn man ein bis zwei Jahre älter ist. Doch auch in diesem Spiel ließ sich die SG nicht einschüchtern. Aus einer gut funktionierenden Abwehr heraus erspielte man sich immer wieder schöne Torchancen, die leider zu oft ungenutzt blieben. Trotzdem war beim 8:9 nach 15 Minuten noch alles offen, nicht zuletzt weil Nils sich im Tor einige Male auszeichnen konnte. In der Folge zogen die Hildesheimer jedoch unaufhaltsam davon und so stand es zur Pause 10:18 aus SG Sicht.
Auch wenn der Kampf nunmehr aussichtslos erschien, gaben die Flensburger nicht auf, sondern versuchten mit spielerischen Mitteln die Niederlage in Grenzen zu halten. Dies gelang auch in weiten Teilen und die Fans konnten immer wieder schöne Treffer bejubeln, so zum Beispiel das 19:27 von Jannick nach 45 Minuten. Leif „Playback Lauter" Leiser und Rick bildeten in der Abwehr einen eindrucksvollen Mittelblock und wechselten sich vorn mit Tobi ab. Alle rackerten unermüdlich vorn wie hinten und ließen zu keiner Zeit die Köpfe hängen. Am Ende gab es zwar eine 31:21 Niederlage, doch hatten sich die Jungs von der Förde mehr als achtbar aus der Affäre gezogen und erhielten reichlich aufmunternden Applaus.

 

Im letzten Gruppenspiel ging es für die Fruchtzwerge gegen die Mannschaft von US Dunkerque. Zunächst verlief die Partie ausgeglichen, doch nach dem 4:4 nach fünf Minuten setzte man sich in der Folge langsam ab. Nach zehn Minuten hatte man sich eine 10:6 Führung heraus gespielt, die bis zur Pause auf 18:10 ausgebaut wurde.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts erzielte Nick Witte ungewohnt humorlos das 19:11 – ein wahrer Kracher. In der Folge setzte Trainer Klaus Gärtner verstärkt auf die zweite Garde, die ihre Sache ausgesprochen gut machte und den Vorsprung sogar auf 28:15 nach 30 Minuten ausbaute. Die Konzentration ließ nun natürlich etwas nach, zudem man wusste, dass direkt im Anschluss das Halbfinale wartete. Passend zum Trommel-Rhythmus stellte Michi mit einem neuerlichen Hammer ins Eck das 30:20 her. Super, dass er und Phillip den Weg zur SG gefunden haben! Die restlichen fünf Minuten wurden souverän herunter gespielt. Da man auf der Anzeigetafel als Gast geführt wurde, bejubelte der Fanblock somit am Ende lautstark einen 31:24 „Auswärtssieg". :-)

Da die beiden Halbfinals von U15 und U17 zeitgleich angesetzt waren, mussten sich die Fans notgedrungen aufteilen. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch.

 

Die U15 eilte direkt nach dem Abpfiff vom Dunkerque-Spiel in die angrenzende Halle 2, um dort das Halbfinale gegen A1 Bregenz zu spielen. Auch diese Mannschaft hatte eine Trommelgruppe dabei und so war es wohl das stimmungsvollste Spiel des Turniers.
Finn eröffnete die Partie mit einem weiteren seiner vielen Treffer. Das nächste Tor erzielte Marvin nach einer Ballstaffette von Thore via Finn zu ihm. Marten Clausen setzte nach drei Minuten noch einen drauf. Doch in der Folge agierten die Fruchtzwerge ungewohnt nervös und ließen viele Chancen ungenutzt. Nachdem die Österreicher auf 5:6 verkürzt hatten, ging ein Ruck durch die Gärtner-Truppe und man besann sich auf seine spielerischen Qualitäten. Es wurden nun souveräne Doppelpässe gespielt und vorne traf man fast nach Belieben. Die Folge war ein halbwegs beruhigendes 10:6 durch Jan Mattsen nach 15 Minuten. Doch dann kehrte kurzfristig der Schlendrian zurück und die tapfer kämpfenden Jungs aus Bregenz konnten auf 8:10 verkürzen. Dies sollte aber auch ihr letzter Treffer in dieser Halbzeit gewesen sein, während die SG noch dreimal durch Finn erfolgreich war. Zur Pause stand es also 13:8 und das Finale war zum Greifen nahe.
Hoch motiviert ging man in den zweiten Abschnitt und baute die Führung weiter aus. Marten sicherte einen Abpraller, bediente Marvin und der vollstreckte eiskalt zum 16:9. Der nächste Treffer ging auf das Konto von Leon, der in diesem Spiel – wie im gesamten Turnier – klug Regie führte und gleichzeitig immer Torgefahr ausstrahlte. In der 30. Minute reckte Thore die Faust gen Hallendecke, als er beim Stand von 18:13 einen Konter der Österreicher bravourös mit der linken Hand kurz über dem Boden parierte. Nach 34 Minuten erzielte Abwehrchef Stefan das 20:14 – die Messen waren gelesen und die Bregenzer ergaben sich in ihr Schicksal. Philipp Asmussen traf zum 22:17 und Marvin krönte seine gute Leistung mit dem 23:18. Der letzte Treffer der Mannschaft aus Bregenz fiel nicht mehr ins Gewicht – mit einem 23:19 erreichte die U15 der SG das Finale. Nach quasi 80 Minuten Handball am Stück war kollektiver Jubel bei Mannschaft und Anhang die Folge. :-)

 

In der Stinkehalle kämpfte zeitgleich die U17 gegen die Mannschaft von TJ Sokol Ostrava, nachdem sie zuvor die U15 lautstark gegen US Dunkerque unterstützt hatte. Freundlicherweise informierten die U19 Spieler die Fanlager in beiden Hallen immer mal wieder über den Spielstand bei der jeweils anderen Partie.
Nach größeren Anfangsschwierigkeiten konnten sich die Jungs von Hauke Grösch gegen die höchst aggressiven und hart zu Werke gehenden Tschechen eine 10:4 Führung zur Halbzeit erspielen.
Dies war offenbar nicht nach der Vorstellung der Mannschaft aus Ostrava, die in der zweiten Hälfte zwar zunächst auf 7:10 verkürzen konnte, in der Folge aber hauptsächlich durch unschöne Aktionen auffiel. Sei es der Fausthieb, der Lukas „Reinschi" Reinsch zu Boden streckte oder die Kollision des Torwarts mit Kim, der von dieser Aktion ein kleidsames blaues Auge davon trug (Michael Knudsen lässt grüßen...). Genützt hat es den Tschechen alles nichts - die SG zog mit einem ungefährdeten 22:12 ins Finale ein und bejubelte diesen ausgiebig.

 

Während sich die Spieler noch die anderen Halbfinals ansahen, kehrten die Fans im Nordhorner Brauhaus ein und ließen den Abend bei leckeren Speisen und Getränken sowie netten Gesprächen gemütlich ausklingen. Bei der anschließenden Party in Zimmer Nr. 8 fiel die Anzahl der Gäste jedoch etwas spärlich aus. ;-)



[Astrid]