29.05.2011 - Projekt 14
Versöhnlicher Abschluss ohne großen Triumph
Der Glaube und die Hoffnung waren da, dass das "Projekt 14" gelingen konnte - und die Möglichkeit kurzfristig auch. Aber - am Ende reichte es nicht ganz, um das Ticket zum Final Four um die Deutsche Meisterschaft zu lösen ...
Der Reihe nach ...
Trotz kräftigem Rühren der Werbetrommel und hallentauglichem Wetter fanden sich an diesem Sonntag nicht so viele Fans auf den Rängen der Fördehalle ein, wie wir, die Mannschaft und die Verantwortlichen es sich gewünscht hatten. Wikingerin Kristin, Trommelqueen Tanja und "Wiederholungstäter" Daniel (danke!!!) - der sich schon unter der Woche eine Wikingertrommel reserviert hatte - sorgten für Stimmung auf der Seite der Flensburger.
Aber auch die mitgereiste Hüttenberger Fangemeinde konnte sich reichlich Gehör verschaffen. Bei der gegenseitigen Begrüßung der Mannschaften überreichte der Gast ein ausgefallenes Mitbringsel - einen Karton Handkäs. Lecker ... ;o).
Das Spiel begann klar zu Gunsten der SG. Robin, Per und Simon sorgten in den ersten 3 Spielminuten für das 3-0, Chrosch parierte sehenswert, bevor der TV Hüttenberg sein erstes Tor erzielen durfte. Lukas und Simon erhöhten zum 5-1. Der Gegner verkürzte auf 5-2, ehe es nach 2 Zeitstrafen gegen die Hessen eine doppelte Überzahl für die SG gab. Lukas nutzte den Platz für eine kurze One-Man-Show auf Flensburger Seite und erzielte 4 schöne Tore für seine Farben. Nach 10 gespielten Minuten stand es 9-5. Bis dahin hatten die Unparteiischen bereits 6 gelbe Karten sowie 2 Zeitstrafen verteilt und die Bank der Gäste mit dem gelben Karton ermahnt, nicht im Spielfeld zu stehen beim Jubeln - was Hüttenbergs Trainer mit "Jubeln ist hier wohl nicht erlaubt" kommentierte. Es war deutlich, dass man von Seiten der Schiedsrichter die Brisanz aus diesem Spiel nehmen wollte ...
Pelles ersten Treffer zum 10:6 bedachten Tanja und Kristin, unterstützt von Sven mit einem "og det var Kolding ..." . So hatte Astrid es ihnen gelehrt. Per erhöhte im Anschluss auf 11:6, bevor der TV Hüttenberg auf 11:8 nachziehen konnte.
Der inzwischen eingewechselte Finn zwischen den Pfosten konnte trotz einer schönen Parade zum Einstand nicht verhindern, dass die Gäste auf 11:9 in Überzahl verkürzten - Simon musste bereits das zweite Mal ein Zwangspause auf der Bank absitzen. Aber auch der Gegner kassierte die nächste Zeitstrafe, den dazu gehörenden 7m für die SG versenkte Pelle humorlos im Hüttenberger Gehäuse zum 12-9. Keine Chance dem Torhüter ...
Auf Seiten der SG konnte Kim sich noch zwei Mal in seiner unnachahmlichen Art am Kreis durchsetzten - nach 22 1/2 gespielten Minuten stand es 14-12. In den folgenden 1 1/2 Minuten glich der Vizemeister der Südwest-Staffel in Überzahl auf 14-14 aus. Grund genug für Klaus, die grüne Karte auf dem Zeitnehmertisch zu platzieren und seinen Jungs zu sagen, was er nun von ihnen erwartete. Per und Pelle sorgten zur Pause für die 16-15 Führung für die SG. Eine 1-Tor-Führung zur Pause, wenn es 14 werden müssen, ist eine hohe Hypothek und macht nicht allzuviel Hoffnung. Aber ... wir wissen, es ist Handball und in unserer Sportart Nr. 1 ist viel möglich.
Was auch immer Klaus seinen Jungs in der Kabine gesagt hat - sie hatten Moral und Siegeswillen noch lange nicht verloren. Die doppelte Manndeckung und das Spiel mit zwei Kreisläufern erwiesen sich in Halbzeit 2 als wirksames Mittel gegen einen Gast, der sich trotz deutlichem Hinspielsieg keine zu großen Nachlässigkeiten erlauben wollte.
Lukas, Pelle und Robin sorgten für ein schnelles 19-15 in den ersten 5 Minuten der zweiten Halbzeit. Erst in Überzahl - Robin musste für 2 Minuten auf die Bank - gelang dem Gast das 19-16. Norman und Simon war es vorbehalten auf 21-16 zu erhöhen. Erneut in Unterzahl - dieses Mal verweilte Norman auf der Bank - verkürzte der TV zum 21-17. Pelle nutze einen Strafwurf zum 22-17.
In der 35. Spielminute war dann das Spiel für Simon nach der 3. Zeitstrafe beendet. Trotz der Unterzahl verwandelte Kim traumwandlerisch sicher zum 23-17.
Lukas, Pelle und noch einmal Kim waren für die nächsten Treffer zuständig - nach 38 Spielminuten stand es 26-19. Das war die Hälfte der nötigen Differenz, die das Final-Four-Ticket löst ... was geht noch in den verbleibenden 12 Minuten??? Ist noch eine Sensation möglich? Die Spannung war beinah unerträglich.
Unsere Jungs gaben alles ... Leidenschaft, Teamgeist und Siegeswillen waren auf dem Spielfeld zu sehen. Zuerst war es allerdings dem immer nervöser wirkenden Gegner vorbehalten, den Abstand wieder etwas zu verringern - bis auf 26-21. Die Treffer Nr. 27 und 28 für die SG konnte sich erneut "Danish Dynamite" Pelle auf die Fahnen schreiben, bevor Kim sehenswert zum 29-22 traf. Chrosch entnervte derweil mit vielen schönen Paraden die Schützen aus Hüttenberg.
Nun wurde es dem Hüttenberger Trainer zu bunt - Auszeit TVH. Klaus schien diese 90 Sekunden allerdings effektiver genutzt zu haben und Pelle wollte augenscheinlich besonders gern nach Berlin ... per Hattrick erhöhte er bis zur 46. Minute auf 32-22. Ein wahrer Krimi ... nichts für schwache Nerven. 4 Tore und 4 Minuten. Die Möglichkeit war plötzlich wieder da. Ich wünschte mir in diesem Moment ein paar zusätzliche Spielminuten ... ;o)
Aus 7 m verkürzten die Hessen auf 32-23, dann gab es die 3. Zeitstrafe und damit den roten Karton für Hüttenbergs Nr. 17 und 7 m für die SG: 33-23 durch ... Pelle. Im Anschluss wendete sich das Blatt - Justus musste für 2 Minuten auf die Bank und der TV bekam einen 7 m zugesprochen. 33-24 und Auszeit SG 90 Sekunden vor dem Ende.
Eine Minute vor Spielende äußerte Klaus ohne Worte aber mit eindeutiger Geste seinen Unmut über eine Entscheidung der Unparteischen. Nachdem bereits in der ersten Hälfte die gelbe Karte sowie eine Zeitstrafe gegen die Bank der SG verhängt worden waren, entschieden die Herren in gelb, dass er die letzte Minute auf der Tribüne verbrachte. Sei's drum - eine Minute vor dem Ende sind 5 Tore nicht mehr aufzuholen. Hüttenberg verkürzte noch einmal zum Endstand von 33-25.
Während unsere Jungs ihre Enttäuschung nicht verbergen konnten, feierten die Hüttenberger Fans und Mannschaft die Teilnahme am Final Four - dagegen ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber die Art und Weise, wie die mitgereiste A-Jugend-Mannschaft der Hessen und ihre jüngeren Kollegen feierten, war sehr unsportlich. Schade ...
Eins ist sicher - alle Beteiligten auf Seiten der SG haben alles gegeben was ging, um das ehrgeizige Projekt 14 gelingen zu lassen. Verantwortliche, Eltern, Fans - und natürlich ein riesig großes Lob für Spiel, Einstellung und Teamgeist an die Aktiven. Immer wieder wurde deutlich, dass bei Euch dieses Motto groß geschrieben wird:
ALLE FÜR EINEN - EINER FÜR ALLE
Ihr seid spitze - es hat viel Spaß mit Euch gemacht. Ich freue mich auf die kommende Saison ... mit Euch!
Für Denise gibt es dann in der nächste Saison eine neue Klatschhand, nachdem die aktuelle aus dieser Saison einen emotionalen Ausbruch ihrer Besitzerin nicht überlebte. Denise wurde beinah zum Hooligan, als ein Teil ihres Lärminstrumentes Richtung Spielfeld flog ;o)
Was letztendlich aus dem Karton Handkäs, wir nennen ihn auch "Harzer Roller", geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber nach Spielende beim Aufräumen wurden viele kreative Ideen gesammelt, was man damit machen könnte .... viele Möglichkeiten - nur nicht essen ...
[Ingrid]