21. Sieg im 21. Spiel – die B2 lässt sich nicht stoppen

Am Sonntag, 03.04.2011, galt es mal wieder einen Handball-Marathon zu absolvieren – vier Spiele, von Leistungsstaffel bis Champions League, standen auf dem Programm. Den Anfang machte um 11:30 Uhr die B2, die beim DHK Flensborg zum Stadtderby antreten musste.

Mit Eltern- und Wikingerunterstützung sollte die weiße Weste auch im 21. Spiel bewahrt werden. Mit Milan R. fand sich bei diesem Spiel ein Nachwuchsfan ein, der zusammen mit seiner Mutter Michaela von Wikingerin Mary eingeladen worden war, sich das Spiel anzusehen. Bereut haben sie es augenscheinlich nicht. :-) Ähnlich wie am Vortag die C1 wurde auch die B2 von einem A1-Spieler mental unterstützt: Leif Klang saß auf der Tribüne.

 

Am Anfang taten sich die Gärtner-Schützlinge schwer gegen hochmotivierte DHKler, doch Jan Mattsen konnte sowohl zum 1:1 als auch zum 2:2 ausgleichen. Nach einer schönen Parade bediente Wikinger Thore Jöhnck seinen Kollegen Nick Witte mit einem langen Pass, den er zur ersten SG-Führung nach gut zwei Minuten umsetzte. Eine erneute Parade von Thore war die Grundlage für ein ganz schnelles Tor, das Nicks jüngerer Bruder Leon erzielte. Kurz darauf konnte Marvin Frahm nur auf Kosten eines 7m gestoppt werden, den Michael „Michi" Nicolaisen sicher zum 4:6 nach sieben Minuten im gegnerischen Kasten unterbrachte. Leon führte unter den Augen des Langzeitverletzten Jan Thiesen (gute Besserung!) an diesem Tag sehr klug Regie und setzte seine Nebenleute immer wieder schön in Szene, so auch beim 7:8 nach elf Minuten, das Marvin von der Rechtsaußen-Position erzielte. Die Abwehr offenbarte in dieser Phase leider große Lücken, so dass die DHKler immer wieder frei am Kreis auftauchten und ihre Farben im Spiel halten konnten. Doch da war ja noch Thore, der nach 12 Minuten nicht nur einen Kracher aus dem Rückraum sondern auch den Nachwurf hielt. Als Marvin nach 14 Minuten erneut nur auf Kosten eines 7m sowie einer 2-Minuten-Strafe gestoppt werden konnte, griff sich Finn Klang den Ball und traf zum 9:11. Thore parierte auf der Gegenseite gegen den Rechtsaußen von DHK, spielte schnell zu Finn und der bediente Hanns Leon Wohlert, der den Gegenstoß mit dem 9:12 beendete. In typischer Finn-Manier stieg Herr Klang in der 21. Minute hoch und zog ab zum 10:14. Leon ließ sich an diesem Tag auch nicht von aufdringlichen Gegenspielern aufhalten und netzte zum 11:15. Nach einer erneut sehenswerten Parade von Thore traf C1-Leihgabe Janos Steidtmann zum 12:17 nach 23 Minuten. Thore konnte in der Folge zwar noch einen wuchtigen Rückraumwurf parieren, doch gelang es den Jungs vom DHK trotzdem, bis zur Pause auf 14:17 zu verkürzen. Leicht angesäuert machte sich Klaus Gärtner auf den Weg in die Kabine und wird dort sicher ein paar deutliche Worte zum Thema „Einstellung" gefunden haben...

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte gab es eine Kuriosität zu bestaunen, die ich in 35 Jahren als Handballfan noch nicht erlebt hatte. Aufgrund diverser Pannen bei der Zeitnahme und Spielstandsanzeige bestand der Schiedsrichter darauf, dass der Zeitnehmer ausgetauscht wurde. Sicher nicht schön für den jungen Mann, aber wer innerhalb von zwei Minuten zweimal vergisst die Uhr einzuschalten, muss wohl mit so einer Entscheidung leben.

Die Mannschaften ließen sich hiervon jedoch nicht beirren und nachdem der DHK kurzfristig weiter verkürzt hatte, legte Finn schön ab auf Michi der beim 15:18 die alte drei Tore Führung wiederherstellte. Die nächsten beiden Treffer erzielte Finn selbst, einmal per Sprungwurf und einmal nach einem schnellen Anspiel von Marvin, das 16:20 nach 29 Minuten war die Folge. Jan Phillip stand nun im Tor und parierte mal wieder einen Ball mit der Nase, konnte aber weiterspielen. Erneut war es Finn, der auf fünf Treffer Differenz erhöhte. In der Abwehrmitte stand mit Zoltán Schrauf ein wahrer Fels in der Brandung, der die DHKler ein ums andere Mal verzweifeln ließ. Michi holte auf der Gegenseite den Hammer raus und traf zum 18:22. Im Anschluss schlichen sich bei den Ex-Fruchtzwergen leider wieder ein paar Nachlässigkeiten in der Abwehr ein, so dass die Gastgeber auf zwei Treffer verkürzen konnten. Marvin sah nun den C-Jugendlichen Flemming Hensen auf Rechtsaußen und dieser nutzte eine minimale Lücke zum 20:23 nach 34 Minuten. Der DHK agierte in der Abwehr sehr robust und immer mal wieder hart am Rande der Legalität, was ihnen in dieser Phase eine 4:6 Unterzahl bei den Feldspielern einbrachte. Die SG kombinierte nun sehr schön, bis Nick auf Linksaußen frei war und zum 21:24 traf. Aufgrund der Überzahlsituation beorderte Klaus Gärtner seine Jungs in eine offene Abwehr und als dann doch mal ein DHKler durch kam, war Jan Phillip zur Stelle. Mit sehr viel Auge und Timing spielte Michi den Ball genau in den Lauf von Marvin, der den Schwung mitnahm und sicher zum 22:27 nach 37 Minuten traf. Finn arbeitete weiter an der Torjägerkrone und marschierte an Freund und Feind vorbei zum 23:28. Der Linksaußen von DHK fand in Jan Phillip seinen Meister und auf der Gegenseite war Michi nicht zu halten – 23:29 nach 39 Minuten. Nachwuchsfan Milan, der bis dato erst zwei Handballspiele gesehen hatte, bewies nun Sachverstand, als er deutlich und bestimmt die Aussage „Das holen die nicht mehr auf!" traf. Finn und Michi erhöhten weiter und Jan Phillip war mit zwei feinen Paraden zur Stelle. Nach einer weiteren Parade schickte Finn Kreisläufer Jan auf die Reise, der zum 23:32 nach 42 Minuten traf. Die erste zehn Tore Führung des Spiels ging auf Leons Konto, der messerscharf durch die Abwehr stach und für den 33. SG-Treffer sorgte. Eine rüde Attacke gegen Nick bescherte dem DHK-Spieler eine zwei Minuten Strafe (der Schiri wollte sie ihm eh geben, die Rücksprache mit mir hatte nichts damit zu tun – ehrlich!) und der SG einen 7m, den Finn sicher zum 24:35 nach 45 Minuten verwandelte. Jan Philipp parierte nach 48 Minuten einen 7m und Finn erzielte mit viel Dampf den 26:38 Endstand.

 

Wie schon bei der C1 am Vortag hieß es auch hier: Sieg ist Sieg, er muss nicht immer glanzvoll sein. Und von daher: Glückwunsch, Jungs! :-) Später am Tag äußerte Klaus Gärtner die Vermutung, dass er vor dem Spiel nicht die Devise „Spaß haben" hätte ausgeben sollen... Das Urteil der Wikinger fiel wesentlich milder aus – immerhin hatten die Jungs den 21. Sieg im 21. Spiel eingefahren und zudem Milan als neuen Fan gewonnen.

 

Direkt im Anschluss an das Spiel erhielt die Mannschaft übrigens eine Urkunde sowie einen Geldbetrag für den Gewinn der Leistungsstaffel von einem Verbandsvertreter überreicht. Herzlichen Glückwunsch auch dazu!

Ein wenig ärgerlich war, dass die Ehrung recht lieblos am Spielfeldrand vollzogen wurde, während sich daneben schon die Mädels der nächsten Partie warm machten. Die Eltern und Fans hätten gern gejubelt – aber so wusste man gar nicht, wann der richtige Zeitpunkt zum Jubeln gewesen wäre. Schade.



[Astrid]