Trotz Abstieg: Fröhlicher Saisonabschluss des Juniorteams
Am Sonnabend, 16.05.2011, stand für das Juniorteam der SG das letzte Saisonspiel auf dem Programm. Gegner in dieser mehr oder minder bedeutungslosen Partie war der Bad Doberaner SV, der in der Tabelle den Platz hinter unserer Mannschaft belegte. Da bereits vor diesem Spiel feststand, dass das Juniorteam die 3. Liga nicht erreichen wird, machte sich ein wenig Wehmut breit. Dies wurde nicht besser durch die Verabschiedungen von Stephan Hampel, Lars Byg und Trainer Matthias Hahn. Alles Gute für eure Zukunft, Jungs! Wehmütig machte auch die Zuschauerkulisse – keine 100 Leute hatten sich eingefunden, um die SG 2 in die Sommerpause zu verabschieden. Der Wikingerblock war mit fünf Personen, drei Trommeln, einer Klatsche sowie vier Fahnen ebenfalls recht spärlich besetzt. Dies lag aber definitiv an der Terminierung des Spiels, die mit Wikinger Heinos Geburtstagsparty kollidierte. Nur gut, dass Max Lipp sich spontan als Fahnenschwenker zur Verfügung stellte – da hatte offenbar jemand am Nachmittag bei der B1 Blut geleckt. ;-) Lars Bastian nahm ebenfalls auf der Tribüne Platz, da er sich durch seine drei (?) Einsätze im Bundesligateam fest gespielt hatte.
Die ersten beiden Minuten blieben aus SG-Sicht torlos, bevor Thies Jakob Volquardsen zum 1:1 traf. Nach fünf Minuten konnte Lennart „Lenny" Carstens nur auf Kosten eines 7m gestoppt werden, was Simon Hennig die Möglichkeit gab zu beweisen, dass er nicht nur trommeln, sondern auch Strafwürfe verwandeln kann. Er traf zum 4:2. Mit einem exakt platzierten Wurf in den Winkel sorgte Thies Jakob nur zwei Minuten später beim 6:3 für die erste Drei-Tore-Führung des Spiels. Paul Weidner konnte sich mit einer Parade auszeichnen und schickte Lasse Scharge mit einem langen Ball auf die Reise – 7:3. Der Blondschopf, der Friseurinnen zum Weinen bringt, zog nach 12 Minuten extrem humorlos ab und traf zum 9:4. Morten Dibbert, der zuvor bereits von seiner gewohnten linken Rückraumposition getroffen hatte, stellte in der 14. Spielminute unter Beweis, dass er es auch von der anderen Seite kann, wir bejubelten das 10:4. Sollte es tatsächlich mal einen entspannten Abend in der Wikinghalle geben? Die Bad Doberaner konnten in der Folge zwar ein wenig verkürzen, doch sorgte eine andere Szene für Aufregung: Lasse wurde von seinem Gegenspieler rüde gefoult und blieb minutenlang mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Erfreulich, dass er in der zweiten Hälfte wieder mitwirken konnte. Nur stellte sich hier einmal mehr die Frage: Muss so etwas sein? Nach unserer Ansicht nicht – und das haben wir auch lautstark kundgetan. ;-) Die SG war nun kurzfristig von der Rolle, die Abwehr offenbarte große Lücken und vorn unterliefen den Jungs zu viele Fehler. Umso schöner, dass Lars Byg in seinem letzten SG-Spiel nach 20 Minuten zum 12:9 traf und dadurch die fünfminütige Torflaute beendete. Paul glänzte nun mehrfach mit tollen Paraden, besonders sehenswert war der ausgefahrene große Zeh, mit dem er den Ball aus dem Winkel kratzte – stark! Kurz danach parierte er auch noch einen Bad Doberaner Gegenstoß, bevor Brijan Schmidt zum 14:10 nach 27 Minuten traf. Für den Halbzeitstand von 15:12 sorgte allerdings Arseniy „Atze" Buschmann, der am höchsten stieg und den Ball in die Maschen hämmerte.
Zu Beginn der zweiten Hälfte legten die Schützlinge von Klaus Gärtner und Matthias Hahn los wie die Feuerwehr, man merkte ihnen an, dass sie den Sieg unbedingt wollten. Der hübsche Ostufler traf bereits nach wenigen Sekunden zum 16:12 und Paul hielt seinen Kasten mit zwei bärenstarken Paraden sauber. Morten bewies, dass er nicht nur in der Abwehr rüpeln und zupacken, sondern auch im Angriff tolle Treffer erzielen kann. Nach einer weiteren Parade von Paul erhöhte Simon per Konter auf 18:12 und wir atmeten zum zweiten Mal an diesem Abend durch – da würde doch nichts mehr anbrennen... Nach 37 Minuten erzielte der Spieler, der auch Fans fast zum Weinen bringt, mit seinem 5. Treffer das 21:14. Die Bad Doberaner kamen in dieser Phase kaum noch zum Zug. Dies veranlasste Wikingerin Marina zu der messerscharfen Analyse, dass die Abwehr in Anbetracht der Gegentore, okay sei. Hieran hatte natürlich auch Paul seinen Anteil, der nun mit starkem Stellungsspiel glänzte. Welch Autorität Marina besitzt, zeigte sich nur wenig später, als auf ihre Aufforderung hin der Hallenboden gewischt wurde. Großartig! Simon konnte nur auf Kosten eines 7m gestoppt werden, den Thies Jakob sicher zum 23:16 verwandelte. Auf der Tribüne gab Max derweil alles und unterstützte seine Kollegen stimmgewaltig. Morten machte ein starkes Spiel an diesem Abend, nahm nach 44 Minuten dem Gegner den Ball ab und spielte Brijan in den Lauf, der zum 25:18 vollendete. Auch Paul zeigte ein tolles Spiel und zeichnete sich erneut mit mehreren Paraden aus. Großartig war sein langer Ball auf Thies Jakob, der in dieser Szene per Heber bewies, dass er es auch mit Gefühl kann – 26:18. Die Feierbilder aus Dortmund hatten ihn offensichtlich beflügelt, denn auch der nächste Treffer ging auf sein Konto, nachdem Jannis Koellner ebenfalls nur zu Lasten eines 7m am Torerfolg gehindert werden konnte. Paul hatte derweil Zeit für einen Plausch mit Finn Kohnagel und Max, die hinter seinem Tor saßen. Während die Schiris nun offenbar eine blau-gelbe Brille trugen und etwas zu offensichtlich mit zweierlei Maß agierten, übernahm Morten Verantwortung und traf zum 28:22. Eine kuriose Szene ereignete sich in der 52. Spielminute, als der gegnerische Torwart dem Schiri zu deutlich die Meinung sagte und zum Abkühlen für zwei Minuten auf die Bank „durfte". Nach 56 Minuten erzielte Lasse mit einem schönen Treffer das 30:26 und auf der anderen Seite konnte sich der kurz zuvor eingewechselte Leon Höck mit zwei starken Paraden, u. a. gegen den freien Kreisläufer, auszeichnen. Brijan zeigte keinen Respekt vor dem Alter, stibitzte Lars Rabenhorst den Ball und bediente unseren Lars, der zum 31:27 nach 58 Minuten traf. Doch Bad Doberan gab noch immer nicht auf und hatte sich eine Minute vor Schluss bis auf zwei Tore heran gearbeitet. 20 Sekunden vor Schluss entschieden die Schiris auf 7m gegen die SG und wir hielten den Atem an. Doch Leon war nicht gewillt, den Sieg noch aus der Hand zu geben – tolle Parade! Quasi mit dem Schlusspfiff traf Daniel „Trommelgott" Finkenstein sogar noch zum 32:29 Endstand.
Nach der letzten gemeinsamen Welle der Spielzeit 2010/2011 von Mannschaft und Fans eilte Paul auf die Tribüne, um sich per Handschlag bei uns für die Unterstützung während der gesamten Saison zu bedanken. Eine tolle Geste!
Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die zu diesem Sieg führte. Nicht vergessen sollte man jedoch, dass der Erfolg überhaupt nur dank des Fahrschülers, der am liebsten 5 km/h langsamer als erlaubt fährt, möglich wurde. Hatte er doch im Donnerstagstraining zwischen 17 und 18:30 Uhr die Herren 8 und 13 des Bad Doberaner SV so exakt kopiert, dass seine Mitspieler in der Partie genau wussten, was sie gegen diese beiden zu tun hatten.
Nachdem Trommeln und Fahnen in den Autos verstaut waren, kehrten wir in die Halle zurück. Dort wurden wir bereits von Lenny erwartet, der hinterm Tresen beim Bierzapfen eine hervorragende Figur abgab. Wenig später gesellte sich Marc Blockus zu uns, der sich im Laufe der nächsten zehn Minuten um Kopf und Kragen redete. Macht aber nichts, Blocks – ich mag dich trotzdem und freu mich auf die Mitfahrt im Golf IV. ...außerdem sind wir jetzt wohl irgendwie quitt. ;-) Simon war dank St. Pauli Mütze und Schal auf einen akuten Kälteeinbruch vorbereitet sowie – genau wie Paul – sichtlich um unser leibliches Wohl besorgt. Danke dafür. Selbst Wikingerin Ingrid, die sonst nie Bier trinkt, ließ sich zu einem Becher überreden. Da könnt ihr euch etwas drauf einbilden! :-) Danke auch an Morten, Lasse, Lars, Max & alle anderen, die auf einen Schnack bei uns vorbei kamen. Trotz des Abstiegs war es ein schöner und vor allem fröhlicher Saisonausklang und wir haben uns gefreut, dass wir dabei waren. Wir wissen schon, warum wir euch unterstützen – ihr seid einfach großartig! ...und in der kommenden Saison gehen wir gemeinsam das Projekt „Aufstieg" an! Aber nun genießt erstmal den Sommer!
[Astrid]