Ein Spiel geht 60 Minuten…

...diese Erfahrung mussten die Spieler der HSG Tarp/Wanderup in der spannenden und mitreißenden A-Jugend-Regionalliga-Partie gegen die Jungs der SG am Freitag, 29.10.2010, machen. Doch der Reihe nach...

 

Um 20 Uhr sollte das Spiel in der Tarper Treenehalle beginnen und bereits eine halbe Stunde vorher wurden die Sitzplätze knapp. Beide Mannschaften wurden jeweils von einem ansehnlichen Fanlager unterstützt und so waren es wohl über 400 Zuschauer, die dem Derby einen angemessenen Rahmen gaben. Hierunter auch eine größere Gruppe Wikinger, die, mit Fahnen und Trommeln ausgerüstet, unserer A1 den Rücken stärken wollte. Aber auch die Juniorteam-Spieler Morten Dibbert sowie Jannis Koellner wollten sich das Spiel nicht entgehen lassen und mischten sich unter die Fans.

 

Die SG begann mit einer Manndeckung, konnte die Tarper hiermit aber nicht wirklich schocken. Aufgrund von Nervosität und/oder Konzentrationsmängeln gelang den Zollinger-Schützlingen vorn zunächst nicht viel: sage und schreibe acht Angriffe und 6 ½ Minuten dauerte es, bis Tim Witte das erste Flensburger Tor erzielte – das 3:1. Innerhalb der nächsten Spielminute legte zunächst Marc „Blocks" Blockus nach, bevor Leif Klang per Gegenstoß das 3:3 erzielte. Wer nun im Flensburger Lager dachte, dass die Wende geschafft sei, sah sich schnell getäuscht. Aus einer aggressiven Abwehr heraus, gelang es Tarp wieder in Führung zu gehen und diese bis zum 9:5 auszubauen. Nun reichte es Blocks und er marschierte allein zum 9:6 nach 15 Minuten. Im Tor löste Christopher „Chrosch" Rudeck Finn Jensen ab, der von seiner Abwehr ein ums andere Mal im Stich gelassen worden war. Auf der anderen Seite ließ der Tarper Rechtsaußen Leif zum wiederholten Mal „über die Klinge springen", ohne dass die Schiedsrichter eingriffen. Umso ärgerlicher, dass das Spiel für Leif nach der unsanften Landung beendet war. Gute Besserung! Tobias „Tobi" Wickert-Grossmann wurde von Trainer Sascha Zollinger in den Mittelblock beordert und auf Linksaußen wirbelte fortan Malte Voigt. In unnachahmlicher Art schnappte sich Michael „Mike" Williams nach 18 Minuten den Ball und verwandelte den Konter selbst zum 12:7. Blocks wurde durch die Tarper in Manndeckung genommen und am Kreis setzte Mike sich gleich gegen zwei Gegenspieler zum 13:8 nach 19 Minuten durch. Chrosch konnte sich zum ersten Mal auszeichnen und vorn bediente Malte Tobi, der zum 13:9 abschloss. Nach einem Tarper Fehler war es Arseniy Buschmann, der den zuvor eingewechselten Jan Torben „JT" Ehlers toll in Szene setzte – das 13:10 war die Folge. In Unterzahl sah Blocks den besser postierten Tobi und dieser traf zum 14:11 nach 23 Minuten. Chrosch parierte einen 7m, doch kurz darauf musste Arseniy nach einem normalen Kampf um den Ball für zwei Minuten vom Feld. Tarp nutzte dies, um wieder auf fünf Tore zu erhöhen, bevor JT mit viel Dampf zum 16:12 verkürzte. Nach einer weiteren Parade von Chrosch war es erneut JT der in die Tarper Maschen traf. Die Wikinger- Aufforderung „Abfangen – Gegenstoß – Tor!" ließ Mike sich nicht zweimal sagen und verkürzte nach 27 ½ Minuten auf 16:14. Großartig, wenn Fans und ihre Wünsche von den Spielern ernst genommen werden. ;-) Den letzten Treffer der ersten Halbzeit erzielte JT „aus dem zweiten Stock". Mit dem 16:15 war der Anschluss wieder hergestellt und auf Seiten der SG-Fans stärkte man sich mit Süßwaren, pflegte die Stimme mit Salbei-Bonobons und war optimistisch, dass man das Spiel im zweiten Abschnitt drehen würde.

 

Es ging auch gut los, indem JT seinen eigenen Abpraller zum 16:16 verwandelte. Jonas „Bruno" Jürgensen wurde am Kreis arg in die Mangel genommen, doch der erwartete Pfiff blieb aus. Seltsam. Zwischenzeitlich war Maltes Mami in der Halle angekommen und Sohnemann schickte mit der ersten SG-Führung des Spiels beim 17:18 einen Gruß auf die Tribüne. ;-) Doch gaben sich die Tarper noch lange nicht geschlagen und gingen kurz darauf ihrerseits wieder in Führung, die JT mit einem präzisen Wurf in die rechte untere Ecke nach 35 ½ Minuten egalisieren konnte. Auf der Gegenseite zeigte Malte einen Monsterblock, jedoch konnten die HSG-Spieler einen Fehlpass der Flensburger nutzen, um erneut in Führung zu gehen. Kurz darauf schallte von der Tribüne ein leicht schadenfrohes „Wechselfehler, Wechselfehler – hey, hey" und die Tarper standen plötzlich nur noch mit vier Feldspielern auf der Platte. Malte erzielte mit einem sehenswerten Dreher das 21:20, musste aber kurz darauf ebenfalls auf die Strafbank. Die Jungs von der Treene nutzten dies, um sich wieder eine drei Tore Führung zu erspielen. Blocks fasste sich ein Herz und verkürzte mit dem 22. SG-Treffer nach 42 Minuten auf zwei Tore. Kurz darauf schaltete Fabian „Fabi" Wünsch schneller als sein Gegenspieler, nahm den Ball auf und traf zum 25:23. Chrosch konnte einen weiteren Ball abwehren und vorn traf Blocks humorlos. Wieder war Chrosch zur Stelle und Philipp Meyer ging ab durch die Mitte zum 25:25 nach 49 Minuten. Allen in der Halle war klar, dass eine spannende Schlussphase bevorstand und es hätte sich wohl kaum jemand getraut, den Ausgang des Spiels zu tippen. Die Flensburger Abwehr stand nun aufmerksam und zwang die Tarper immer wieder zu Fehlern. Prompt wurde der erneut vorgetragene Wikinger-Wunsch, nach einem abgefangenen und per Gegenstoß verwandelten Ball umgesetzt – dieses Mal in der Kombination Philipp fängt ab und Fabian verwandelt. :-) Das 25:26 war die Folge. Im nächsten Angiff wurde der Zollinger-Truppe ein 7m zugesprochen und auf der Tribüne rieb man sich die Augen, ob der interessanten Wechsel-Taktik des Tarper Trainers. Der Torhüter, der zuvor zweimal pariert hatte, musste auf die Bank. Malte ließ sich hiervon jedoch nicht beirren und traf eiskalt zum 25:27. Ob dies der Durchbruch für den Favoriten war? Nein! Denn obwohl Chrosch glänzend gegen den freien Außen parierte, konnte die HSG innerhalb kürzester Zeit wieder ausgleichen. Nun ging es Tor um Tor, wobei der Treffer von Bruno aus der Drehung heraus nach feinem Anspiel von Malte zum 29:30 nach 51 Minuten besonders schön war. Blocks wurde 7m-würdig gefoult und Malte traf zum 30:31. Wieder lief der Tarper Außen in die Mitte ein und stand völlig frei – wieder hielt Chrosch sensationell. Die Dreier-Combo Philipp, Malte und Tobi zeichnete für die nächste zwei Tore Führung verantwortlich, bevor Mike nach schönem Kombinationshandball auf 30:33 nach 24 ½ Minuten erhöhte. Chrosch entschärfte einen Rückraumkracher und im SG Lager entspannte man sich so langsam ... Als dann Tobi die erste sowie einzige vier Tore Führung der SG erzielt hatte und nur noch 2 ½ Minuten zu spielen waren, lehnte man sich mit einem Lächeln zurück. Zwar gab Tarp noch immer nicht auf, doch mit dem 32:35 stellte Blocks die Zeichen endgültig auf Sieg. Dass die HSG fünf Sekunden vor Schluss den 34:35 Endstand herstellte – geschenkt. Während die Blau-Gelben enttäuscht zu Boden sanken, feierten die Flensburger Spieler und Fans begeistert den Derbysieg! Natürlich durfte auch die obligatorische Welle vor dem Fanblock nicht fehlen. :-)

 

Eine hatte das gesamte Spiel relativ ruhig verfolgt und nie am Ausgang gezweifelt – Wikingerin Mary „das Orakel", die in weiser Voraussicht ihren „Auswärtssieg!"-Pullover angezogen hatte. :-) Sie und der Rest der Wikinger ließen den Abend gemütlich bei einem leckeren Essen im Tarper Chaplin ausklingen. Mittlerweile schon fast eine Tradition nach SG-Siegen in der Treenehalle, die am 06.03. bzw. 07.05.2011 nach den Gastspielen der mJB1 und des Juniorteams gern fortgesetzt werden darf...



[Astrid]