Knappe Niederlage vor grandioser Kulisse

Den Abschluss unseres Handball-Samstages bildete das Spitzenspiel der A-Jugend-Bundesliga Ost zwischen unseren Jungs und der, von Bob Hanning trainierten, SG Spandau/Füchse Berlin. Eine Partie, für die man mittels Plakaten, Zeitung, Facebook und RSH-Bericht geworben hatte – mit beeindruckendem Erfolg. Es waren wohl 500 Zuschauer, die sich geduldig in die lange Schlange an der Kasse stellten, um bei Yvonne Kanthak und B1-Spieler Bennet Freese ihr Ticket zu erwerben. Wohl dem, der eine Dauerkarte hat. ;-) Dank der verteilten Klatschhände war es nicht nur kuschelig auf Haupt- und Osttribüne, sondern auch laut und stimmungsvoll. Eben einem Spitzenspiel würdig. Ein ganz besonderer Gruß und ein herzliches Dankeschön gehen an dieser Stelle an Crowtown bzw. Gesche Cohrt, die uns sehr spontan ihre Trommel zur Verfügung gestellt hat, so dass Trommelquuen Tanja Voigt trotz Budapestreise des Fanclubs kräftig auf die Pauke hauen konnte..

 

Die ersten fünf Minuten des Spiels gehörten einem SG-Akteur und zwar Torhüter Christopher „Chrosch" Rudeck. Drei Paraden hatte er bereits auf seinem Konto, ehe Mike Williams zum 1:0 erfolgreich war. In der Folge konnte Chrosch zwei weitere Würfe abwehren und auch die Abwehr stand recht gut, doch aufgrund mangelnder Chancenverwertung dauerte es bis zur 13. Spielminute, ehe Anders Svensson Noack das 2:4 erzielte. Der mit gepimpter Thermohose und „dank" gerade überstandenem Magen-Darm-Infekt gehandicapt aufgelaufene Malte Voigt sicherte zwei Minuten später in der Abwehr den Ball und schickte Tobias „Tobi" Wickert-Grossmann zum 3:5 auf die Reise. Schon in dieser frühen Phase zerlegte es das Trikot von Tobi. Später waren auch die von Norman Louwers und Anders zerrissen - ein Sinnbild für die Brisanz dieses Duells, das aber trotzdem nie ins Unfaire abglitt.
Zwei weitere Paraden von Chrosch hätten seinen Mitspielern eigentlich Sicherheit geben müssen, doch unterliefen ihnen vorn einfach zu viele Fehler, so dass sich Trainer Sascha Zollinger nach 17 Minuten beim Stand von 3:6 zu einer Auszeit gezwungen sah.

Der nun am Kreis agierende Norman fing kurz darauf sensationell einen Berliner Pass ab, was Mary zu der doppeldeutigen, aber in jedem Fall wahren „Norman, der Jäger!" Aussage veranlasste. Einen an Per Oke Kohnagel verursachten 7m versenkte Pelle Schilling sicher im gegnerischen Tor und gab damit den Startschuss zur folgenden Aufholjagd. Diese war auch deshalb erfolgreich, weil Chrosch sich wieder einmal beherzt einem gegnerischen Wurf in den Weg stellte. Per setzte nun sehr schön Lukas Blohme in Szene, der sich mit einem sehenswerten Heber bedankte. Leider verletzte sich Per, aber er biss auf die Zähne und spielte die Partie mit notdürftig geflicktem Finger zu Ende. Zum Glück ergab die anschließende Untersuchung „nur" eine Kapselverletzung und nicht den befürchteten Bruch. Gute Besserung!

Nach knapp 21 Minuten war es Finn Dethlefsen, der mit einem satten Schuss ins untere, rechte Eck den Ausgleich herstellte. Auch das 7:7 ging auf sein Konto, dieses Mal traf er exakt ins obere, rechte Eck. Chrosch wehrte einen weiteren Ball ab, doch die Schiris entschieden auf 7m. Auch hier war der SG-WG-Bewohner zur Stelle und verdiente sich einen Sonderapplaus.

Leider vergingen vier Minuten, ehe die SG-Youngster ihren nächsten Treffer, in Person von Niels-Joans Simons, erzielten, es war der erneute Ausgleich. Chrosch verzeichnete eine weitere Parade und den nächsten Füchse Angriff unterband Peter Kaulbach mit einem schön herausgeholten Stürmerfoul. Leider brachten die Angriffe der Zollinger/Bauer-Jungs aber nichts ein, so dass die Füchse wieder mit zwei Toren in Front gehen konnten. Mit der Torlatte im Bunde war Chrosch beim nächsten 7m – Lohn des Tüchtigen! Es waren noch vier Sekunden im ersten Abschnitt zu absolvieren, als Per quasi mit dem Mut der Verzweiflung einfach mal abzog und den Ball zum 9:10 in die Maschen hämmerte. Stark!

 

In der Pause hörte man überall viel Lob für den aufopferungsvollen Kampf unserer Jungs, die sich gegen die körperlich deutlich überlegenen Berliner (übernachten die eigentlich im Kraftraum?) fast jedes Tor hart erarbeiten mussten. Bei einer besseren Chancenverwertung hätte man sogar in Führung liegen können, doch noch war ja alles möglich.

 

Finn setzte seine Wurfserie auch in der zweiten Halbzeit fort und traf prompt zum 10:10. Wenig später war es Peter, der erneut ausglich. Finn tunnelte den gegnerischen Torhüter und schon stand es nach 33 Minuten 12:12. Ärgerlich nur, dass trotz bester Chancen die Führung zugunsten unserer Jungs partout nicht fallen wollte. Wer weiß, was vielleicht möglich gewesen wäre, wenn... Frühzeitig duschen gehen durfte der Fuchs Jonas Thümmler, da er sich in dieser Phase seine dritte Zeitstrafe abholte. Doch auch dies ließ die Waage nicht in unsere Richtung kippen. Schade. Nach gut 38 Minuten erzielte Finn seinen fünften Treffer beim fünften Versuch – stark! Es war das 13:14. In den nächsten sieben Spielminuten konnten wir zwar zwei tolle Paraden von Chrosch bejubeln, aber der Torjubel blieb uns in jedem SG-Angriff verwehrt. Ein Gegenstoß von Lukas beendete endlich die Torflaute, es hieß nun 14:16.

In der Folge drehten die Füchse auf und zogen unwiderstehlich davon. Chrosch konnte zwar noch eine weitere Parade verzeichnen, doch vorne klappte leider nichts mehr. Dies war sicherlich ein stückweit auch der schweren Erkältung von Tim Witte geschuldet, der gegen jede Gewohnheit in diesem Spiel nicht wirklich zum Zug kam. Auch ihm kann man nur „Gute Besserung!" wünschen.

Nach 53 Minuten erblickte Per am Kreis Norman und der ließ sich den 15. SG-Treffer nicht nehmen. Im Tor gab es jetzt einen Wechsel und für die letzten knapp sechs Minuten kam Nils Himmelsbach ins Spiel. Die Füchse standen plötzlich nur noch mit vier Feldspielern auf der Platte und die sich ergebenden Lücken nutzten die Flensburger Jungs weidlich. Zunächst war es Niels-Jonas, der auf 16:21 verkürzte, ehe Pelle drei schöne Treffer am Stück (davon einen von der 7m-Linie) erzielte. Doch war es leider nur noch Ergebniskosmetik, da man in der Abwehr zuviel zuließ. In der letzten Spielminute wehrte Nils einen Ball ab und vorn traf Lukas zum 20:24 Endstand. Die Fuchsjagd war vorbei und blieb leider ohne zählbaren Erfolg. Trotzdem gingen die SG-Jungs zu Recht mit erhobenem Haupt vom Feld.

 

Schade, dass es nicht zum Punktgewinn gegen den Klassenprimus gereicht hat, aber unzufrieden darf man nach diesem Spiel nicht sein. Die Jungs haben alles gegeben, nur haben ihnen eben hin und wieder die Nerven versagt. Auf jeden Fall haben die Zuschauer ein interessantes und über weite Strecken auch spannendes Spiel gesehen. Hoffentlich finden auch künftig viele von ihnen den Weg zu unserer Jugend. Verdient wäre es.

 

Am kommenden Wochenende ist die A1 spielfrei und am 25.02. geht es gen Magdeburg, wo das vielleicht vorentscheidende Spiel um den zweiten Platz auf dem Programm steht. Viel Erfolg und das nötige Glück, Jungs! Auf dass Ihr bis dahin alle wieder fit seid.

 

[Astrid]

 

P.S. Einen Kritikpunkt gibt es dann aber doch...liebe SG-Jugend...es tut gar nicht weh, seine Vereinskollegen anzufeuern. Wenn nicht in diesem Spiel – wann dann?! Schade.