Deutlicher Heimsieg der B1 gegen "Stodo"

20.11.2011 - Den Abschluss des langen Handballtages bildete die mit Spannung erwartete Partie der B1 gegen den ATSV Stockelsdorf. Die Mannschaft also, die unseren Jungs in der vorletzten Saison den Landesmeistertitel der C-Jugend vor der Nase weggeschnappt hatte. Zudem bildete die Partie gegen den Tabellenvierten den Auftakt zu den Wochen der Wahrheit für die B1, die derzeit auf Rang drei der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein liegt. Geht es doch bis zum 03.12. noch gegen die Mannschaften des THW Kiel (Zweiter) und den HSV Hamburg (Erster). Entsprechend motiviert waren die Jungs von Klaus Gärtner im Vorfeld der Partie.

 

In Anbetracht der Bedeutung des Spiels hatte sich nun auch Präsi Ingo auf der Tribüne eingefunden und freute sich wie der Rest der Wikinger darüber, was die moderne Handchirurgie zu leisten vermag. Wer erinnert sich nicht an den legendären Spruch des ATSV-Betreuers bezüglich „Fingerzeig" und abfallender Hand... ;-)

 

Es ging gut los für unsere Jungs, wurde doch gleich der erste gegnerische Angriff eine sichere Beute von Wikinger Thore Jöhnck. Auf der anderen Seite zeigte Finn Klang, wie man es als Schütze richtig macht: 1:0 nach einer Minute. Die Stockelsdorfer agierten recht bissig in der Abwehr, das nützte ihnen aber auch nichts, als sich Michael „Michi" Nicolaisen stark zum 2:0 durchsetzte. Nach vier Minuten entwich diversen Zuschauern ein ehrfürchtiges „Autobahn!" als Michi zum 3:1 erfolgreich war. Auch wenn es von der „falschen" Rückraumposition erzielte wurde, erinnerte dieses Tor stark an den legendären Siegtreffer von Christian Berge zum 30:29 gegen den THW Kiel am 28.10.2000. :-)

Thore konnte sich zweimal auszeichnen, ehe an Finn ein 7m verursacht wurde, den er selbst verwandelte. Der nächste SG-Treffer ließ einige Minuten auf sich warten, auch weil der eine Schiri bei einem Gegenstoß eine falsche Sperre setzte und dadurch das Anspiel verhinderte. ;-) Einer ließ sich hiervon nicht beirren: Thore. Erst entnervte er den Linksaußen, dann den Rückraumlinken und auch dessen nächster Wurf kam nicht an ihm vorbei.

Nach acht Minuten durften wir endlich wieder ein Tor bejubeln, als Philipp „Fips" Asmussen souverän zum 5:1 erfolgreich war. Marvin Frahm zog einfach mal aus dem Rückraum ab und schon stand es 6:2. Thore wehrte einen weiteren Ball ab, war beim Nachwurf aber machtlos. Machtlos war auch der ATSV, als sich Finn zum 7: 3 durch die Abwehr tankte. Nach 12 Spielminuten war Finn mit einem schönen Wackler zum 8:3 erfolgreich und dem Gäste-Trainer reichte es: die grüne Karte landete auf dem Tisch von Anschreiber Wolfgang Dyck. Während sich die einen zum Krisengipfel trafen, hatte Klaus Gärtner bereits gute Laune. Auch Betreuer Cord Clausen hätte nach Klaus' Meinung angesichts des Spiels das Herz aufgehen müssen, aber trotz Aufforderung wollte er partout nicht lachen. Schade eigentlich. ;-)

Thore wehrte erneut einen Wurf ab und vorn marschierte Finn ganz allein zum 9:3 nach 13 Minuten. Die Abwehr agierte sehr aufmerksam und wenn dann doch mal etwas durch kam, war da ja noch Thore. So auch, als der Kreisläufer plötzlich frei zum Wurf kam. Vorn lief der Ball sicher durch die Reihen und man wartete geduldig auf die Wurfchance. Marvin sah den besser postierten Stefan Wilhelm, legte ab und schon wieder jubelten die SG-Anhänger.

Einer spielte sich in den folgenden Minuten in den Vordergrund: Fips. Zunächst war der Flügelflitzer mit einem Gegenstoß erfolgreich, nachdem er sich selbst den Ball erkämpft hatte. Kurz darauf passte Stefan in der Abwehr auf und bediente ihn mit einem langen Ball. Dann parierte Thore, Stefan sicherte den Abpraller und schickte Fips erneut auf die Reise – wenige Sekunden später leuchtete das 13:3 an der Anzeigentafel.

Es war einfach toll anzusehen, was die Jungs an diesem Tag auf das Parkett zauberten. Dass Peer Woyczechowski mit einer Entzündung in der Schulter sowie Jan Mattsen mit Verdacht auf Bänderriss ausfielen, war zwar schade, fiel spielerisch aber nicht ins Gewicht. Wohl dem, der so eine ausgeglichen besetzte Mannschaft hat. :-) In der Abwehr rackerten Stefan und Michi unermüdlich und ein ums andere Mal scheiterten die Wurfversuche der Rand-Lübecker schon an ihrem Block.

Der allseits beliebte Spielzug Michi 1 (durch die Wikinger so getauft) sorgte für das 14:5 nach 21 Minuten. Klaus Gärtner wechselte derweil munter durch und schickte Bennet Freese an den Kreis sowie Leon Witte auf die Spielmacherposition. Trotz größter Bedrängnis vernaschte Nick Witte einfach mal den gegnerischen Torwart und sorgte damit auf der Tribüne für Begeisterung. In den letzten drei Minuten fiel zwar kein Tor mehr für die SG-Youngster, aber Thore musste auch nur einmal hinter sich greifen, konnte sich aber auch noch zweimal auszeichnen. Mit einem deutlichen 15:6 ging es in die Kabinen.

 

In der Pause wurde zum letzten Mal an diesem Tag der wieder einmal sehr lecker bestückte Verkaufsstand heimgesucht. Immer wieder toll, was die Spielereltern dort für Leckereien anbieten. :-)

 

Der Wiederbeginn verzögerte sich ein wenig, da zwar beide Mannschaften, das Kampfgericht sowie die Fans anwesend waren, aber die Schiris fehlten. Irgendwann wurde es Zeitnehmer Jan Mattsen zu bunt und er hupte wie schon früher am Tag der Anschreibergott. Genau wie dieser war auch er damit erfolgreich: mit einem leicht verschämten Grinsen kehrten die Schiris in die Halle zurück. Es konnte weitergehen...

Nach gerade einmal 30 Sekunden traf wieder einmal Finn ins Schwarze, verletzte sich jedoch bei der Landung am Knie. Nach einer längeren Behandlung durch Physia Malin „Puck" Kalben konnte er aber zum Glück weitermachen. Die nächsten beiden Treffer gingen auf das Konto von Jan Lennart Beering, der sich mit feinen Einzelleistungen durchsetzte. Nach 30 Minuten war es Finn, der einfach mal ab durch die Mitte ging und zum 19:9 traf. Auch der nächste Treffer ging auf das Konto des Bredstedters, indem er einen an Michi verursachten 7m sicher verwandelte. Marina lernt schnell – dies bewies sie, als sie den 21. SG-Treffer völlig korrekt mit „Das war eindeutig Michi1!" kommentierte. ;-)

Jan Lennart sorgte wenig später mit einer Fackel für das 22:12. Thore wehrte einen Ball ab und vorn war erneut Jan Lennart erfolgreich. Nach einer weiteren Parade spielte Thore den Ball exakt in den Lauf von Fips, der im genau richtigen Moment auf den mitgelaufenen Stefan ablegte – 24:13 nach 34 Minuten. Am nächsten Treffer war Stefan indirekt beteiligt, da so sehr an ihm gerissen wurde, dass es eine Zeitstrafe sowie einen 7m gab. Ralf orakelte in bester Mary-Manier und richtig: Finn traf! Auch das nächste Tor ging auf sein Konto, da er sich kraftvoll durch die Abwehr tankte, das 26:14 nach 37 Minuten sowie eine Zeitstrafe gegen Stockelsdorf waren die Folge.

Während seine Vorderleute nun mit einer offensiven Abwehr agierten, lief Thore zur Höchstform auf. Zunächst spielte er nach einer schönen Parade einen langen Ball in den Lauf von Fips, der zum 27:14 traf. Es folgte eine weitere Handabwehr, ehe der Wikinger seinen rechten großen Zeh gaaaaaanz lang machte und damit einen Treffer des Stockelsdorfer Linksaußen verhinderte. Wenig später parierte er einen Gegenstoß und war nur einige Sekunden später erneut zur Stelle. Stark! Nach 44 Spielminuten hatte er sein Tagewerk vollbracht und räumte seinen Platz für Jan-Phillip Temme.

Michi hämmerte den Ball zum 28:16 in die Maschen, nachdem die Schiris eine Doppelzeitstrafe gegen die SG und den ATSV ausgesprochen hatten. Ein Stockelsdorfer Spieler stellte sich nun etwas ungeschickt an – er verursachte einen 7m und holte sich zudem eine Zeitstrafe ab. Der ATSV hatte jetzt nur noch drei Feldspieler auf der Platte und Michi verwandelte den 7m souverän zum 29:17 nach 45 Minuten. Klaus Gärtner gewährte nun allen Spielern Einsatzzeiten, was ihm mit schönen Aktionen gedankt wurde. So konnte Jan-Philipp nach 46 Minuten bravourös einen Ball abwehren. Michi zog noch einmal unnachahmlich ab, ehe sich Jan Thiesen energisch zum 31:18 nach 48 Minuten durchsetzte. Den letzten Treffer des Tages erzielte Leon, der anlässlich des erhobenen Arms der Schiris zielte und den Ball durch die Hosenträger des Torwarts ins Netz beförderte. Der letzte Stockelsdorfer Wurf wurde eine sichere Beute von Jan-Phillip und dann herrschte nur noch Jubel im SG-Lager.

 

Warum manch gegnerischer Anhänger den Schiris die Schuld an der Niederlage gab, hat sich uns nicht erschlossen, ist aber letztlich auch egal. Unsere Jungs hatten sich toll verkauft und einen nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg errungen, der auch in der Höhe absolut verdient war.

Ein langer und höchst erfolgreicher Handballtag war vorbei. Mit Mary, Sven und mir hatten ihn immerhin drei Wikinger von Anfang bis Ende „durchgestanden".

 

Dies war aber nur der erste Streich und am Freitag, 25.11., folgt hoffentlich der nächste. Um 18:45 Uhr geht es in der Fördehalle gegen den THW Kiel. Alle, die sich nicht mit „den Großen" auf den Weg nach Tschechien machen, sind herzlich eingeladen, unsere Youngster zu unterstützen. Mannschaft und Umfeld würden sich sehr darüber freuen.

 

[Astrid]