B1 rehabilitiert sich gegen SG Hamburg-Nord

17.09.2011 – Am Samstagnachmittag stand für die B1 das richtungsweisende Spiel gegen die Mannschaft der SG Hamburg-Nord auf dem Programm. Nach dem Strand-Debakel am vergangenen Wochenende galt es für die Jungs von Klaus Gärtner, wieder in die Spur zu kommen, um nicht in einen unheilvollen Strudel zu geraten. Entsprechend nervös war man auf der Tribüne (und vermutlich nicht nur dort).

Zur Unterstützung der Jungs waren nicht nur zahlreiche Eltern anwesend, sondern auch immerhin drei Wikinger. Schon vor dem Aufwärmprogramm hatte Physia Malin Kalben reichlich mit den kleineren und größeren Blessuren der Spieler zu tun. Während des Aufwärmens erwischte es zudem den ohnehin angeschlagenen Peer Woyczechowski, der umknickte und anschließend behandelt werden musste. Die Gäste nutzten ihrerseits das Aufwärmen für eine billige Provokation, wie dereinst die Hüttenberger – albern. Aber wenn sie denn meinten, dass das Gerenne in unsere Spielhälfte einen psychologischen Effekt haben würde...

 

Die Gärtner-Schützlinge trugen in dieser Partie zum ersten Mal die neuen Trikots, die denen der Bundesliga-Mannschaft entsprechen. Eine schöne Sache, den Verein einheitlich auszustatten. Ob es nun den neuen Trikots, der Unterstützung von der Tribüne oder einfach seiner Klasse geschuldet war – Michael „Michi" Nicolaisen erzielte auf jeden Fall trotz Rippenprellung das 1:0 für seine Farben. Es war ein nervöser Beginn, doch sorgten Michi und wenig später Marvin Frahm für leichte Nervenberuhigung, stand es doch nach etwas mehr als drei Minuten 3:1 für die SG. Die Hamburger hatten ebenfalls einen Eltern-Fanblock dabei, der sich recht lautstark bemerkbar machte, dabei allerdings in der Abwehr lauter als im Angriff war. Nach fünf Spielminuten erspitzelte Finn Klang in der Abwehr den Ball, legt ab auf Nick Witte und der brachte den Tempogegenstoß sicher zum 4:2 im Hamburger Gehäuse unter. In der Folge konnten die Gäste ausgleichen, was aber auch an einer 6-minütigen Torflaute auf Seiten der SG lag. Diese wiederum war nicht nur eigenen Fehlern, sondern auch der gut agierenden Hamburger Abwehr geschuldet. Nach elf Minuten war es Nick vorbehalten, die Führung zurück zu holen; nachdem Stefan Wilhelm den Gegner in der Abwehr irritiert hatte, was der aufmerksame Phillip „Fips" Asmussen zur Balleroberung nutzte. Über Finn ging es schnell nach vorn und Nick schloss ab. Ärgerlich war, dass die Hamburger immer wieder über den Kreis zu leichten Toren kamen, so dass man sie nicht abschütteln konnte. Dass Finn nicht nur ein Rückraumschütze ist, bewies er als nach einem feinen Spielzug das 6:5 von der Linksaußenposition erzielte. Nach 14 Minuten konstatierten wir: Handball kann so einfach sein – Ball fangen, hochsteigen, Tor, es war das 7:6. Wikinger Thore Jöhnck parierte nun gegen den freien Kreisläufer der Hamburger war wenig später aber machtlos, als den Gästen ein 7m zugesprochen wurde. Zusätzlich wurde Michi für zwei Minuten auf die Bank geschickt. Sicherlich vertretbare Entscheidungen, allerdings wäre eine einheitliche Regelauslegung auf beiden Seiten schön gewesen... Zwar gab es auf der Gegenseite nun ebenfalls eine 7m Entscheidung nach einem Foul an Finn, die er selbst zum 8:7 nutzte, doch hätte man auch hier den Gegenspieler auf die Bank schicken können, wenn nicht müssen.

Ins Tor kam jetzt Jan Phillip Temme, während Finn dem Hamburger Torwart zum 9:8 durch die Hosenträger warf. Im Angriff lief es gut, doch kommentierte Klaus Gärtner in diesem Moment nicht zu Unrecht „Jetzt müssen wir auch mal Abwehr spielen", leider blieben diese Worte zunächst ungehört. Vorn konnte Marvin nur zu Lasten eines 7m gestoppt werden, den Finn gewohnt souverän zum 10:9 nach 17 Minuten in die Maschen setzte. Jan Phillip wehrte einen Wurf ab und auf der Gegenseite konnte Finn einen weiteren 7m verwandeln. Der Schlag in Stefans Gesicht hätte auch noch anders bestraft werden können... Die Abwehr stabilisierte sich so langsam und Jan Phillip parierte erneut, doch nun agierte man im Angriff unnötig nervös. Die Nerven der Fans wurden nicht geschont... Jan Mattsen zeigte einen starken Block in der Abwehr und Finn bewies viel Auge, als er den Ball genau ins Eck hämmerte – das 12:9 nach 21 Minuten. Jan Phillip hatte einen prima Tag erwischt und nahm jetzt dem gegnerischen Linksaußen einen freien Ball ab. Zwar konnten die Hamburger wenig später um ein Tor verkürzen, doch sorgten Nick, mit einem akrobatischen Wurf im Fallen, sowie Fips dafür, dass die Gärtner-Jungs nach 23 Minuten mit 14:10 in Front lagen. Die Waage schien zugunsten der SG zu kippen. Plötzlich stand man jedoch nur noch mit vier Feldspielern auf der Platte, was für Stress am Kampfgericht hätte sorgen können, doch Wolfgang Dyck und Frank Jöhnck ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Gäste konnten noch einen Treffer erzielen und mit einem 14:11 ging es in die Kabinen.

 

Mit einer weiteren Parade von Jan Phillip begann die zweite Hälfte und nur wenige Sekunden später traf Nick leicht und locker zum 15:11. Nach gut 27 Minuten kam es zu einer bösen Abwehraktion gegen Fips, der zum Torwurf hoch in die Luft gestiegen war und dort rüde geschubst wurde. Zwar schlug der Ball im Tor ein, doch landete Fips zugleich unkontrolliert auf dem Rücken. Es dauerte eine ganze Weile, bis Malin ihn wieder auf die Füße brachte. Er ging zwar noch tapfer zurück in die Abwehr, musste dann aber doch das Spielfeld verlassen und kam auch nicht mehr zurück. Gute Besserung, Fips! Unfassbar, dass es für dieses Foul keine Bestrafung, also nicht mal eine gelbe Karte, gab.

Unsere Jungs standen nun aufmerksam in der Abwehr und für die Hamburger gab es kaum noch ein Durchkommen. Vorn spielte man ruhig sein Spiel und wartete auf die sich bietenden Chancen, so zum Beispiel beim 17:12 nach 33 Minuten, als Stefan den frei stehenden Jan M. sah. Einige Momente später bekam Klaus Gärtner den gelben Karton gezeigt, die Wahrheit zu sagen, wird halt nicht immer honoriert... Seine Spieler ließen sich hiervon jedoch nicht beeindrucken. In der Abwehr wurde weiterhin ordentlich zugepackt und aufgepasst. Stefan griff sich den Ball, spielte auf Jan Thiesen, der sofort nach vorne stürmte und für das 18:12 sorgte. Im folgenden Angriff hatte Finn einen Gegenspieler am Arm hängen, was ihn jedoch nicht daran hinderte seinem Torkonto einen weiteren Treffer hinzuzufügen. Jan Phillip ließ sich auch von einem verdeckten Wurf nicht irritieren, der Ball ging sofort wieder in den Angriff, wo Finn auf Jan M. ablegt und der zum 20:13 traf.

Nachdem Finn einen weiteren 7m sicher verwandelt hatte, übergab Klaus Gärtner das Zepter an Sascha Zollinger und machte sich auf den Weg nach Neumünster, wo das Juniorteam gegen die SG Wift Neumünster antreten sollte (s. gesonderten Bericht).

Stefan, der nicht nur toll die Abwehr organisierte, sondern auch noch im Kreis und im Rückraum für Akzente sorgte, traf mit einem Kracher zum 22:14. Im folgenden Angriff glänzte Stefan auch noch als Anspieler, als er Jan T. sah, der wunderschön von Rechtsaußen in den Kreis flog und traf. Leon führte in diesem Spiel klug Regie und setzte Stefan am Kreis in Szene, diesem wurde auf herzhafte Art zwar fast das Trikot vom Körper gerissen, aber das 24:16 erzielte er trotzdem. Den Hamburger gelang nun nicht mehr viel, was aber auch an der prima Abwehr lag. Vorn holte Jan Lennart Beering einen 7m heraus und der Torschütze vom Dienst erhöhte weiter. Wenn die Gäste dann doch einmal durchkamen, war Jan Phillip zur Stelle und knüpfte ihnen den Ball ab. Leon startete nach einer solchen Parade zum Gegenstoß, verlor unterwegs zwar etwas (sah aus wie sein Finger...), verwandelte aber trotzdem sicher zum 26:16. Auf dem Rückweg sammelte er das verlorene Stück wieder ein, um es kurz danach von sich zu werfen. War wohl doch nicht der Finger... ;-) Eine Ballstafette von Peer via Stefan zu Finn mündete im 27:16 nach 44 Minuten, ehe Jan Phillip einen weitere Parade verzeichnetet. Leon wurde nun, nach fachmännischem Urteil von Wikingerin Mary, Punktsieger im Ringen, da er beim Kampf um den Ball oben lag. ;-) Jan Lennart schraubte sich in die Luft, zog ab und traf zum 28:17 nach 46 Minuten. Die Entscheidung zugunsten der SG war längst gefallen, doch tat jeder Treffer dem angeknacksten Selbstbewusstsein gut. Wieder einmal ließen die Schiris die rustikale Spielart der Hamburger unbestraft und Interimstrainer Sascha Zollinger kommentierte dies in Richtung seines Gegenübers sehr zutreffend... Jan Phillip parierte einen weiteren freien Ball, als seine Vorderleute erneut nur noch zu viert auf der Platte standen. Als man „nur noch" in einer 5:6 Unterzahl agierte, stieg der angeschlagene Peer in die Höhe und traf zum 29:18. Jan Lennart hatte die Schwäche des Torwarts erkannt und warf ihm noch einen Ball um die Beine, es waren noch 30 Sekunden zu spielen, doch war dies noch nicht der Schlusspunkt. Den setzte Linksaußen Hanns Leon Wohlert, der vom gut aufgelegten Leon Witte bedient wurde, nachdem dieser den Ball schnell nach vorn gebracht hatte. 31:18 hieß es somit beim Abpfiff und im SG-Lager wurde zurecht gejubelt. Wikingerin Beate fand, dass man ein tolles Spiel gesehen hatte. Recht hatte sie! Die Jungs hatten allesamt Charakter bewiesen und sich an den eigenen Haaren aus dem Strand-Sumpf gezogen. So darf es gern weitergehen!

 

Am kommenden Sonntag ist die Gärtner-Truppe in der Heidesandhölle zu Gast, wo um 13:45 Uhr das Auswärtsspiel gegen die HSG Schülp/Wester-rönfeld ansteht.

Für Michi geht es vorher aber noch nach Naumburg, wo er von Sonntag bis Mittwoch mit Christopher Rudeck (A1) an einem DHB-Lehrgang teilnimmt. Viel Erfolg, Jungs!

 

[Astrid]