Erfolgreicher Strandspaziergang in der Marmeladenstadt
11.12.2011 – Lange schon war diese Partie DAS Gesprächsthema, am Sonntag war es nun endlich so weit: unsere Jungs von der A1 traten bei der Mannschaft des VfL Bad Schwartau an. Eine Mannschaft, die nicht nur den Trainer und die Betreuerin sondern auch diverse Spieler vom NTSV Strand 08 übernommen hat. Beim Eulen Cup gab es einen Sieg für die Randlübecker, dieses Mal wünschten wir uns alle ein anderes Ergebnis.
In Anbetracht der Brisanz des Spiels (3. gegen 2. und vor allem die Rivalität beider Mannschaften) hatten sich neben Eltern und Geschwistern auch Freundinnen, Oma, Opa, Onkel und Cousin im großen Fanbus gemeinsam auf den Weg gemacht. Komplettiert wurde diese illustre Schar durch die Jugendspieler Kim Petersen, Justin Brand-Heuer, Jan Lennart Beering, Nicola Scarafilo und Nick Witte, einige Eltern anderer Jugendspieler, die beiden guten Seelen des get-in-touch Internats Yvonne Kanthak (nebst Mann) und Uschi Büttner sowie den Im-Geiste-immer-noch-SGler Jan Torben Ehlers. Darüber hinaus waren sechs Wikinger (Präsi Ingo, Mary, Ingrid, Sven, Zippe und ich) an Bord.
Wie immer war die SG-Fangemeinde mit diversen Lärminstrumenten, Fahnen, Proviant und guter Laune ausgestattet. Von der Rader Hochbrücke aus erspähten wir vier Schiffe auf dem Kanal – gute Voraussetzungen für einen Auswärtssieg. Nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, waltete Claudia Grossman ihres Amtes und köpfte die erste (und einzige) Prosecco Flasche der Hinfahrt. Natürlich ließen die dankbaren Abnehmer nicht lange auf sich warten. ;-)
In der Bad Schwartauer Jahnhalle angekommen, erwartete uns sogleich eine Überraschung: ein hübsch gestaltetes Plakat bat uns, bitte nur im abgesperrten Gästebereich Platz zu nehmen. Juhu, endlich gehörten wir auch mal zur Flatterband-Fraktion. ;-) Dass viele der dortigen Plätze aufgrund eines ungünstig angebrachten Basketballkorbes sichtbehindert waren, störte vermutlich nur uns... Etwas widerwillig ließen wir uns nieder und staunten kurz darauf erneut: gleich vier Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmes platzierten sich rund um unseren Tribünenbereich. Hurra, hurra – die Flensburger war'n da!
Die Tribüne war sehr gut besetzt, als das Spiel angepfiffen wurde und Christopher „Chrosch“ Rudeck bereits nach wenigen Sekunden den ersten Ball abwehrte. Auf der Gegenseite machte Malte Voigt es besser und erzielte das 0:1. Ein Kracher aus dem linken Rückraum konnte Chrosch nicht weiter beeindrucken – die nächste Parade. Die Gastgeber konnten zwar den Ausgleich erzielen, doch dann setzte sich Anders Svensson Noack energisch zum 1:2 durch. Nach fünf Minuten war es erneut Anders, der sich auf den Weg zum Tor machte, allerdings wurde er dieses Mal regelwidrig gestoppt und bekam einen 7m zugesprochen, den Malte verwandelte.
Eine Parade von Chrosch leitete den nächsten Treffer der Jungs von Sascha Zollinger und Jürgen Bauer ein: er spielte den Ball zu Malte und der gab ihn weiter zum Torschützen Tobias „Tobi“ Wickert-Grossmann. Spielmacher Michael „Mike“ Williams setzte im folgenden Angriff sehr schön Tim Witte in Szene, der sich mit dem 3:5 bedankte. Auch in der Abwehr zeigte Mike eine gute Leistung, wie man allgemein festhalten kann, dass die Jungs dort sehr aufmerksam und mit der richtigen Aggressivität zu Werke gingen. Zudem war da ja noch Chrosch, der den nächsten Wurfversuch des VfL im Sitzen abwehrte. Den nächsten Treffer für die Fördestädter erzielte Mike, ehe ein toller Block von Anders den Gegenstoß von Peter Kaulbach zum 3:7 ermöglichte.
Holger Kretschmer reichte es nun und er verlangte eine Auszeit. Offensichtlich hatte er großen Redebedarf, denn die per Regelwerk vorgegebenen 60 Sekunden waren längst vergangen, als seine Spieler immer noch Anweisungen bekamen. Viel Erfolg hatte dieser Redeschwall jedoch nicht, denn das nächste Tor der Partie ging erneut aufs Konto der Gäste. Mike hatte sich den Ball in der Abwehr geklaut und den Gegenstoß selbst vollendet. Chrosch zeichnete sich ein weiteres Mal aus und vorn spielte Tim so schön auf Tobi, der zum 3:9 nach 15 Minuten traf, dass sich Trommelqueen Tanja Voigt zu einem „Das war aber hübsch!“ genötigt sah. Recht hatte sie! :-) Die SG-Bank sah es offenbar genauso, denn keinen der Jungs hielt es in dieser Situation auf seinem Sitzplatz – geschlossen jubelte man den Mannschaftskameraden zu. Ein schönes Bild.
Nach ungefähr zehn Minuten kam nun auch der VfL mal wieder zu einem Treffer, ehe Tim trotz einer gegnerischen Hand im Gesicht zum 4:10 traf. Nach knapp 20 Minuten trat zum ersten Mal Niels-Jonas Simons in Erscheinung, der in Unterzahl den Torwart auf dem falschen Fuß erwischte. Mit einem sensationellen No-look-Pass bediente Per Oke Kohnagel Kreisläufer Norman Louwers, der sich das 7:12 nicht nehmen ließ. Ein Anspiel das von „Freund und Feind“ mit einem anerkennenden Raunen zur Kenntnis genommen wurde. Von uns gab es natürlich obendrein noch reichlich Applaus. ;-) Wieder mal passte die Abwehr auf, so dass ein Konter eingeleitet werden konnte. Nutznießer war in diesem Fall Peter, der die Führung nach 21 Minuten weiter ausbaute.
Einfach mal allein machte es Per beim 8:14. Im Tor gab es bei der SG nun einen Wechsel, Nils Himmelsbach vertrat Chrosch. Sechs Minuten vor der Pause verkürzten die Schwartauer auf fünf Treffer, doch postwendend stellte Niels-Jonas mit viel Dampf den alten Abstand wieder her. Ein Schlag ins Gesicht von Per bescherte unseren Jungs einen weiteren 7m, den Malte souverän verwandelte, und den Gastgebern eine Zeitstrafe. Es war ein sehr sehenswerter Handball, den die SG-Youngster an diesem Nachmittag auf das Parkett legten. Im Angriff zeigten sie schöne Kombinationen, auch wenn diese leider nicht immer von Erfolg gekrönt waren. Leider nicht von Erfolg gekrönt, war auch Nils' Einsatz, der kurz vor der Pause wieder auf der Bank Platz nahm. Nicht ärgern – solche Tage passieren.
Einen tollen Treffer erzielte Tim zwei Minuten vor der Pause, als er erst laaaaaange in der Luft stand und dann mit viel Übersicht den Ball im Tor unterbrachte. Chrosch parierte nun stark gegen den freien Kreisläufer der Gastgeber. Auf der anderen Seite gab es noch einen 7m für die SG, da nach einem Anspiel von Tim auf Norman gleich drei Schwartauer nicht nur dessen Wurf verhindern wollten, sondern dabei auch im Kreis standen. Malte schritt zur Tat und erzielte den Pausenstand von 13:18.
Wir waren uns einig, dass das Spiel zwar noch nicht gewonnen war, aber bei einer ähnlich konzentrierten Leistung in der zweiten Hälfte nichts mehr anbrennen sollte. Ähnliches äußerte aus der Heimat auch Klaus Gärtner via SMS.
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In Anbetracht der vielen mitgereisten Fans, wollten die Jungs offensichtlich etwas bieten: es waren gerade einmal 30 Sekunden des zweiten Abschnitts absolviert, als Peter auf den in den Kreis fliegenden Tim spielte und der den Kempa zum 13:19 abschloss. Sensationell! Auch am nächsten Treffer war Tim beteiligt, da es sein Pass war, der den Weg an zwei Gegenspielern vorbei zu Tobi fand. Leider unterliefen unseren Jungs in der Folge einige Fehler im Angriff, was die Schwartauer zu leichten Toren nutzen konnten. Nach 34 Spielminuten waren sie bis auf drei Treffer heran gekommen. Weitere zwei Minuten später wollte Tim Verantwortung übernehmen, wurde jedoch unsanft gestoppt. Die Schiris ahndeten dies mit einer Zeitstrafe sowie einem 7m, den Pelle Schilling sicher zum 17:21 verwandelte.
Die nächsten SG-Aktionen gehörten Chrosch. Zunächst parierte er gegen den Linksaußen, doch die Schiris entschieden auf 7m. Allerdings fand auch dieser Ball dank Chrosch nicht den Weg ins Tor – was dem Hallen-DJ offenbar entgangen war, er spielte ungerührt seine Tormusik ein... ;-) Auch der nächste VfL-Angriff brachte nichts Zählbares für die Gastgeber – Chrosch hatte schlicht etwas dagegen.
Nach 39 Minuten führte eine dänische Gemeinschaftsproduktion zum 17:22 – zunächst tankte sich Anders kraftvoll durch die Abwehr und wurde hierbei regelwidrig behindert. Landsmann Pelle schritt entschlossen zur Tat und ließ sich nicht durch entsprechende Rufe aus dem VfL-Block beim 7m irritieren.
Wenig später musste das Spiel für längere Zeit unterbrochen werden, da ein Schwartauer Spieler im eigenen Kreis lag und offenbar größere Probleme hatte. Zum Glück konnte er das Feld auf den eigenen Beinen verlassen und saß in der Schlussphase des Spiels auch wieder auf der Bank.
Offenbar hatte die Unterbrechung unsere Jungs mehr aus dem Konzept gebracht als die Gastgeber, Tor um Tor kamen sie heran, während sich ihr Trainer als Animateur betätigte. Das Publikum wachte auf und wir hatten nun nicht mehr ganz so deutlich ein Heimspiel in Schwartau. ;-)
Chrosch kaufte einem Schwartauer erneut einen Ball ab doch vorn häuften sich die Fehler und hinten stand man nicht mehr so sicher, wie zuvor. Die Marmeladenstädter nutzten diese Schwächeperiode der Zollinger-Schützlinge weidlich aus und konnten bis auf 21:22 verkürzen. In unserem Fanblock fing man leicht an zu zittern... Per ging entschlossen auf die Abwehr, wo er schlussendlich auf Kosten eines 7m gestoppt wurde. Malte zitterte zum Glück nicht, sondern versenkte den Ball sicher hinter dem Vfl-Torhüter.
Der Treffer schien eine Initialzündung für die zweite Luft gewesen zu sein, denn so langsam nahm der SG-Express wieder Fahrt auf. Per wurde wiederum von zwei Gegenspielern bedrängt, konnte den Ball aber im letzten Moment noch auf Lukas Blohme spielen, der die Führung auf drei Tore ausbaute. Der nächste VfL-Angriff währte nicht lange, da sich der Trainer eine Zeitstrafe einhandelte, was uns zu Gelächter, der SG zum Ball und Malte zu einem weiteren Treffer von Linksaußen verhalf. Chrosch vernagelte in der Folge sein Tor, ob Rückraumkracher, 7m oder freier Wurf von Rechtsaußen – alles wurde eine sichere Beute unserer Nummer 16. Stark! :-)
Die Abwehr hatte sich ebenfalls wieder stabilisiert und legte die nötige Bissigkeit an den Tag. Vorn holte Tobi einen 7m heraus, Malte schnappte sich den Ball und schon waren unsere Jungs mit fünf Treffern vorn. Betreuer Jörg Blohme konnte Chroschs Statistik einen weiteren Strich hinzufügen, ehe sich die Schwartauer erneut nur mit einem Foul gegen Tim zu helfen wussten, was die Schiris nicht unbestraft ließen. Malte ging zum Strich, zielte und traf. 21:27 und noch vier Minuten. Da sollte jetzt nichts mehr anbrennen. Chrosch war der gleichen Meinung, parierte aber vorsichtshalber einen weiteren Wurf. Der folgende SG-Angriff brachte leider nichts ein und nun gab es einen 7m für Schwartau. Mit dem Glück des Tüchtigen guckte Chrosch ihn an die Latte. Leider landete der Abpraller bei einem VfLer, der den nächsten 7m herausholte, welcher im Tornetz landete.
Die Gastgeber versuchten in den letzten zwei Minuten mit einer offenen Manndeckung das Glück zu erzwingen, hatten aber nicht mit der Cleverness unserer Jungs gerechnet. Lukas dribbelte elegant durch die Reihen, während Tobi sich super frei lief. Der Pass von Lukas kam im genau richtigen Moment und schon hatte Tobi den 28. SG-Treffer erzielt. Eine halbe Minute vor Schluss wehrte Chrosch einen weiteren Ball ab und so leuchtete am Ende ein 25:28 auf der Anzeigentafel.
Kaum ertönte der Abpfiff, brachen SG-Spieler und -Fans auch schon in lauten Jubel aus. Die zwei Punkte hatte man sich hart erarbeitet und umso größer war nun die Freude. Auch in der Flensburger Heimat wurde gejubelt. Die vielen Glückwunsch-SMSe (Erster war übrigens Klaus Gärtner) waren hierfür der Beleg. Natürlich bekamen wir nach dem obligatorischen Jubelkreis unsere Welle und blickten dabei in lauter strahlende Gesichter. Marys Orakel-Pulli hatte mal wieder ganze Arbeit geleistet. :-)
Unschöne Randnotiz: ein allseits bekannter Schwartauer konnte sich direkt nach dem Abpfiff eine letzte Provokation nicht verkneifen und fiel – wie nicht anders zu erwarten – nach einem leichten Schubser von Per um wie ein Baum. Nach einer Niederlage sportlich fair zu bleiben, geht anders... Leider hatten die Schiris die vorausgehende Handlung nicht gesehen, so dass es einen Eintrag im Spielbericht gab. Die Konsequenzen hieraus bleiben abzuwarten.
Vor der Halle wurde ausgiebig gefachsimpelt sowie genascht. Nach und nach gesellten sich auch unsere Jungs zu uns, bedankten sich artig für die lautstarke Unterstützung und füllten ihr Zuckerdepot wieder auf. Janne schloss noch schnell Freundschaft mit ein paar Schwartauern und dann ging es zurück zu den Bussen. Jetzt mit gemischter Besatzung im Fanbus. Das war aber auch gut so, denn so haben Tanja, Mary und ich uns noch ein wenig Waidmannswissen angeeignet. Danke, Norman – auch für „Wurftäuschung scharf!"! :-) Zügig ging es bei angeregtem Geplauder und einem weiteren Glas Prosecco über Landstraße und Autobahn zurück nach Flensburg, wo alle zu ihren Autos und nach Hause strebten.
So schön der Sieg auch war – die wichtigste und beste Nachricht des Tages kam später am Abend aus Schafflund, als Claudia mitteilte, dass sie und Tobi bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall noch relativ glimpflich davongekommen waren. Gute Besserung, Ihr 2!
Auch am kommenden Wochenende geht es für unsere A1 in die Fremde. In der Hildesheimer Sparkassen Arena (wieso heißt eigentlich mittlerweile jede dritte Halle so?) sollen als vorzeitige Bescherung die Punkte gegen die heimische Eintracht geholt werden. Viel Erfolg dabei, Jungs!
[Fotos: Ingrid, Text: Astrid]