C1 startet mit 4:0 Punkten in die Saison

11.09.2011 – Am Sonntag stand für die neu formierte C1 von Neu-SG-Trainer Sven Witting das erste Auswärtsspiel in der Oberliga Schleswig-Holstein auf dem Programm. Gegner war die HSG Mönkeberg/ Schönkirchen, die beim Eulencup den THW Kiel bezwungen hatte, welcher dort wiederum unsere Jungs besiegt hatte. Goalgetter Melf „Melle" Voigt hatte daher mir gegenüber am Vorabend leichte Bedenken geäußert, was den Ausgang des Spiels anging. Wie schön, dass sich seine Befürchtungen nicht bestätigen sollten. Doch der Reihe nach...

 

Es war noch keine Minute gespielt, da traf die SG bereits zum 0:1. Ich schaute, stutzte und erkannte nach kurzem Überlegen Tim Siebert. Ganz fiese Geschichte, meine Herren! Da habe ich mir beim Eulencup extra alle Namen und Nummern notiert, um für die Saison vorbereitet zu sein und dann laufen diverse von euch mit einer anderen Nummer auf. Hat aber nichts geholfen – ich habe euch trotzdem erkannt. ;-)

Die Gastgeber versuchten es bereits in dieser frühen Phase mit einem Kempa-Trick, der aber außer einer blutenden Nase des Schützen und einer leichteren Blessur bei Torhüter Hannes Petersen nichts einbrachte. Auf der Tribüne lästerte man: „So etwas sollte man halt nur versuchen, wenn man es auch kann..." Die Flensburger Jungs agierten vorn etwas überhastet und konnten erst nach 3 ½ Minuten durch Melle das 1:2 erzielen. Überhaupt Melle...er hatte sich für dieses Spiel offensichtlich einiges vorgenommen, denn auch die nächsten drei Tore gingen auf sein Konto, wobei der dritte ein humorloser Kracher aus dem Rückraum war. Aufgrund dieser Treffer stand es nach acht Minuten 4:5. Paul hatte sich im Tor bereits zweimal auszeichnen können, parierte auch jetzt, doch vorn versuchten es seine Mitspieler mit unvorbereiteten Würfen, die der HSG Konterchancen eröffneten und die Führung ermöglichten. Diese währte zum Glück aber nicht lange, da Marlon Runow nach elf Minuten nicht nur dem Torwart die Haare neu legte, sondern auch den Ball zum 6:6 in die Maschen setzte. Die HSG konterte, doch konnte Magnus Asmussen sich kraftvoll zum 7:7 durchsetzen. Mit einem leicht und locker verwandelten Tempogegenstoß holte Marlon nur Sekunden später die Führung zurück ins SG-Lager. Auch auf Seiten der HSG wurde getrommelt, allerdings klang es mehr nach Regentanz, was dort fabriziert wurde. Nach 13 Minuten bewies Tim Auge, als er den Ball zum 8:9 exakt ins Tor spitzelte. Hannes kehrte ins Tor zurück und konnte sogleich einen Ball abwehren. Vorn vertändelte man den Ball zwar, doch passte Johannes Krüger in der Abwehr sehr gut auf, spielte mit Tim Doppelpass und der vollendete zum 8:10. Die Abwehr stand jetzt sicher und nachdem Magnus per Tempogegenstoß auf 8:11 erhöht hatte, merkte Fahnenschwenkerin Tanja Voigt erleichtert an: „Nun sind sie auf Betriebstemperatur!" Dass sie damit Recht hatte, sah man schon wenig später, als Michel Poesze auf Marlon spielte, welcher nach einer eleganten Pirouette zum 8:12 traf. Dies veranlasste den HSG-Trainer dazu, die grüne Karte auf den Kampfgerichtstisch zu legen. Kaum lief das Spiel wieder, spielte Magnus in den Lauf von Marlon und der ging wie das berühmte heiße Messer durch die Butter – das 9:13 war reine Formsache. Hannes verhinderte einen weiteren Gegentreffer, Ben Ziegler erkämpfte im Angriff den Ball zurück und nach schönem Aufbauspiel gelang Marlon der nächste Treffer zur ersten 5-Tore-Führung. Nach 20 Spielminuten packte Magnus den Hammer aus – wow! Auch A-Jugend- sowie Bundesligaspieler Malte Voigt war von dieser Schelle beeindruckt und gab einen bewundernden Kommentar ab. Schöne Geste übrigens von ihm und Freundin Johanna, dass sie sich das Spiel der „Kleinen" ansahen. Zu unserer Überraschung wurde nun auch im HSG-Angriff einer „unserer" Rhythmen getrommelt, vielleicht war dies der Grund, dass Hannes sich mit einer weiteren Parade auszeichnen konnte. Melle fackelte vorn nicht lang und setzte den Ball zum 10:16 in die Maschen bevor Marlon Flexibilität bewies und von ungewohnter Linksaußen-Position erhöhte. Bei der folgenden Auszeit glänzte Zeitnehmergott und C1-Betreuer Ralf Voigt als Wasserträger. Multifunktional der Mann... ;-) Eine halbe Minute vor dem Pausenpfiff konnte Niklas Latendorf nur zu Lasten eines 7m gestoppt werden, den Melle sicher zum 11:18 verwandelte. Mit Applaus verabschiedeten wir kurz darauf unsere Jungs in die Kabine. Jugend-Koordinator Klaus Gärtner war ebenfalls mit dem Zwischenstand einverstanden und kommentierte kurz und knapp per SMS: „Super".

 

Nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn war es erneut Melle, der die Führung trotz Bedrängnis weiter ausbaute. Die Rand-Kieler ließen sich jedoch nicht hängen und konnten verkürzen, ehe Tim sich zum 13:20 nach 27 Minuten durchtankte. Magnus bewies kurz darauf seine Klasse, als er zunächst seinen Gegenspieler austanzte, zum 14:21 traf und Sekunden später als Erster zurück in der Abwehr war. Nicht umsonst wurde er vom Fanblock zum „Man of the match" ernannt. Hannes konnte einen weiteren Ball abwehren und vorn war Melle mit dem Pfosten im Bunde, als er das 15:22 erzielte. Magnus glänzte nach 31 Minuten ein weiteres Mal als Anspieler, als er auf Niklas ablegte, der sich nach kurzem Überlegen doch noch zum Wurf entschloss und traf. Den Treffer zum 17:24 erzielte Magnus selbst, bevor es endlich soweit war: Kempa-Anspiel von ihm auf Melle - Tor! Jungs, eigentlich hatten wir das schon viel früher erwartet. ;-)

In der Folge ermöglichten überhastete Abschlüsse im Angriff sowie eine nicht mehr ganz so gut stehende Abwehr den Gastgebern bis zum 20:25 Ergebniskosmetik zu betreiben. Paul kehrte nun ins Tor zurück. Eine Zeitstrafe gegen Melle und seinen Gegenspieler sorgte für Kopfschütteln allenthalben – nicht zuletzt aufgrund der „Sie haben sich ein bisschen beharkt" Erklärung der Schiris. Heißt die Sportart doch immer noch Handball und nicht Hallen-Halma... Vielleicht wollte man uns aber auch nur zeigen, dass die Albert-Zimprich-Halle etwas mit der Campushalle gemeinsam hat: nämlich die Anzeige der 2-Minuten-Strafen. ;-) Die Jungs aus dem hohen Norden ließen sich von der Zeitstrafe nicht großartig beeindrucken und nachdem Tim einen 7m herausgeholt hatte, netzte Magnus zum 20:26 nach 35 Minuten. Magnus sprühte an diesem Tag vor Spielwitz, als er im Angriff einen Ball verlor, hatte er ihn sich nur Sekundenbruchteile später wieder zurückgeholt, sah Marlon und bediente ihn mit einem wunderbaren Pass, den dieser ins 21:27 umwandelte. Auch der nächste Treffer ging auf Marlons Konto, da er einen Tempogegenstoß ohne große Mühe im leeren Schönkirchner-Gehäuse unterbringen konnte. Gegnerischer Torwart und Trainer standen grad zum Plausch an der Seitenlinie zusammen... Wenig später monierte Sven Witting zu Recht die Regelauslegung der Schiris und wurde mit dem gelben Karton „belohnt". Nun war mir endgültig klar: der Mann passt prima in unsere Jugendtrainer-Riege. ;-) Der Schönkirchner Trommler war derweil wieder zu seinem Regentanz-Trommelrhythmus übergegangen, „5 links" und andere Geschichten waren wohl nicht nach seinem Geschmack oder zu kompliziert.

Zurück zum Spiel: Magnus passte in der Abwehr auf, schnappte sich den Ball und schickte Marlon auf die Reise – 21:29. Auch die nächsten beiden Treffer erzielte der große Blonde, der offensichtlich – genau wie Melle – auf der Jagd nach der Torjägerkrone ist. Aufgrund seiner Treffsicherheit stand es nach 41 Minuten 31:25 für die SG und die Messen schienen gelesen. Paul konnte sich mit einer weiteren Parade auszeichnen, bevor Melle die nächsten beiden Tore für seine Farben erzielte. Der HSG-Trainer sah sich nun zu einer Auszeit genötigt, um seine Mannen neu einzustellen. Die Witting-Jungs agierten im Anschluss mit einer offenen Abwehr, die auch sogleich fruchtete, als Ben einen Ball stibitzte. Mit einer artistischen Einlage fing Melle einen langen Pass und versenkte das Spielgerät zum 25:34.

Magnus hatte das Spielfeld mittlerweile verlassen und plötzlich lagen die Nerven bei seinen Mitspielern blank, vorn unterliefen ihnen einige Fehler und die HSG'ler konnten dank schneller Treffer bis auf vier Tore verkürzen. Sollte doch noch etwas anbrennen? Der weiße Kenianer aus Bredstedt trug etwas zur Nervenberuhigung der SG-Anhänger bei, als er fünf Minuten vor dem Ende die dreiminütige Torflaute beendete und zum 30:35 traf. Inzwischen herrschte richtig Stimmung in der Halle, die HSG-Fans witterten Morgenluft und peitschten ihre Jungs nach vorn, während wir nach Kräften dagegen hielten. Tim bewies nach 47 Minuten, dass er nicht nur aus dem Rückraum, sondern auch von der rechten Außenbahn treffen kann und holte den 5-Tore-Vorsprung zurück. Eine Minute später spielte Marlon in allerhöchster Bedrängnis auf Michel, der sich elegant auf Linksaußen zum 32:37 durchsetzte. Paul konnte eine weitere Parade verzeichnen und kurz darauf den wohl kuriosesten Treffer der Partie bestaunen: Niklas wurde am gegnerischen Kreis vom HSG-Torwart angespielt und ließ sich nicht lange bitten... Wenige Sekunden vor dem Ende zog Marlon noch mal mit ordentlich Dampf ab und erzielte den 32:39 Endstand. Der Sieg gegen den THW beim Eulencup hatte der HSG also mal so gar nichts genützt. Unsere Mannschaft bedankte sich artig mit Applaus bei den Fans – die Welle haben sich die Jungs wohl fürs nächste Mal aufgehoben. ;-)

 

Glückwunsch zum Sieg und dem tollen 4:0-Punkte-Saisonstart an unsere Youngster sowie Trainer und Betreuer! :-)

 

[Astrid]