Ausflug in die Heidesandhölle unbeschadet überstanden
25.09.2011 – Die B1 war am Sonntag südlich des Nord-Ostsee-Kanals aktiv. In Wurfdistanz zum Elternhaus von Juniorteam-Goalgetter Morten Dibbert trat man in der Westerrönfelder Heidesandhalle, auch als Heidesandhölle bekannt, bei der HSG Schülp/Westerrönfeld an.
Die Gastgeber überraschten uns mit einer Hallensprecherin, die nicht nur die Mannschaftsaufstellungen vortrug und später die Tore ansagte, sondern auch unseren Zwillingen Nick und Leon zum 16. Geburtstag gratulierte. Schöne Geste! Zudem hatte sich ein stattlicher Trommlerblock eingefunden, der uns aber nicht weiter schocken konnte, da wir zum einen auch zwei Trommeln dabei hatten und zum anderen unseren Spielern voll und ganz vertrauten.
Edelfan Johannes Bongert stellte noch vor dem Anpfiff fest, dass er bei einem früheren Besuch in Westerrönfeld auf dem gleichen Platz gesessen und ein SG-Debakel gesehen hatte. Um (Vertrauen hin oder her) kein unnötiges Risiko einzugehen, setzte er sich um und landete zusammen mit Denise Behschnitt neben unseren Trommeln. Tapfer! ;-)
Die Gastgeber konnten zwar zunächst in Führung gehen, doch fackelte auf der anderen Seite Michael „Michi" Nicolaisen nicht lange und sorgte für den Ausgleich. Thore Jöhnck konnte einen ersten Ball abwehren, ehe Finn Klang zum 1:2 nach zwei Minuten traf. Während die HSG immer sehr lang im Angriff agierte, ging es bei uns zügig – Michi und Finn sorgten für die nächsten Treffer, so dass es nach fünf Spielminuten 4:4 stand. Ohne Rücksicht auf eigene Verluste tankte sich Marvin Frahm durch die gegnerische Abwehr, bis die Schiri-Mädels auf 7m und eine 2-Minuten-Zeitstrafe entschieden. Gewohnt sicher setzte Finn den Ball zur erneuten Führung in die Maschen.
Die beiden folgenden Aktionen waren von Geburtstagskind Nick geprägt, der zunächst ein wunderschönes Tor erzielte, um nur wenige Momente später einen Pass abzufangen und auf den gestarteten Finn zu spielen – 4:7. Michi traf erneut und Thore verhinderte den sechsten Gegentreffer. Michi, der in der Woche vier Tage auf DHB-Lehrgang gewesen war, sprühte nur so vor Einsatzwillen und Spielwitz. Am Kreis sah er Marvin, der erneut nur auf Kosten eines 7m gestoppt werden konnte. Finn trat an und traf. Diese Szene sollte sich wenig später wiederholen, nachdem Thore mit einem exakten Pass in den Lauf von Philipp Asmussen gespielt hatte und dieser unsanft gebremst wurde. Es waren zehn Minuten absolviert und die Flensburger Jungs lagen 5:10 vorn.
Aus Handewitt erreichte uns per SMS die 26:13 Halbzeit-Führung der C1 gegen die HSG Oldenburg/Grömitz. Im SG-Block wurde die Nachricht mit zufriedenen Gesichtern quittiert.
Auf dem Spielfeld wurde derweil durch die SG das Tempo weiter hochgehalten. Parade Thore, ein schneller Pass auf Michi – 5:11. Die Abwehr arbeitete super und erkämpfte sich immer wieder das Spielgerät. So auch nach 12 Minuten, als Marvin als Sieger aus dem Kampf um den Ball hervorging, was Finn wenig später für den nächsten Treffer nutzte. Thore war endgültig auf Betriebstemperatur, als er den Ball zunächst am Boden abwehrte, um nur wenige Sekunden später den Nachwurf mit den Fingerspitzen über die Latte zu lenken. Stark! Trotz eines Schubsers mitten im Wurf konnte Michi das 6:13 erzielen. Die Abwehr stand weiterhin souverän, doch schlichen sich in den Angriff immer mehr Nachlässigkeiten ein. Es dauerte daher auch vier Minuten, bis der nächste Treffer für die Gäste fiel. Erzielt wurde er von Geburtstagskind Leon, der durch eine starke Erkältung gehandicapt war und erst wenige Sekunden zuvor das Spielfeld betreten hatte. Die HSG lag nun mit 7:14 hinten und ihr Trainer verlangte eine Auszeit.
Etwas übermotiviert gingen seine Jungs im Anschluss zu Werke und ein Wurf des Linksaußen traf Thore im Gesicht, der aber (Wikinger kennen keinen Schmerz) weiterspielen konnte. Offenbar zum Missfallen einiger Zuschauer... Das Geschehen einige Sekunden später kann man wie folgt zusammenfassen: Leon sichert, Stefan passt, Philipp A. trifft. Thore wehrte einen weiteren Ball ab und konnte im folgenden Angriff sehen, dass im 2. Anlauf das Anspiel von Jan Lennart Beering auf Stefan Wilhelm klappte und dieser das 9:16 erzielte. Nach einer weiteren Parade von Thore stellte die HSG auf eine offene Abwehr um, was unsere Jungs vor größere Probleme stellte und der HSG Ergebniskosmetik gestattete. Elf Sekunden vor dem Pausenpfiff nahm Klaus Gärtner seine Auszeit, diese brachten aber nichts mehr ein, so dass mit einem 11:16 die Seiten gewechselt wurden.
Auch im zweiten Abschnitt wurde den Gärtner-Jungs nichts geschenkt. Michi wurde rüde angegangen, was einen weiteren 7m zur Folge hatte, den Finn eiskalt nutzte. Thore konnte sich ein weiteres Mal auszeichnen und spielte danach einen laaaaaangen Ball genau in den Lauf von Philipp A., der souverän zum 11:18 verwandelte Auch der nächste Treffer ging auf das Konto des quirligen Rechtsaußen, der schon fast vorn war, als seine Mitspieler den Ball in der Abwehr unter Kontrolle hatten. Stefan stellte mal wieder seine Anspieler-Qualitäten unter Beweis, als er schön auf Finn ablegte, der von Linksaußen den 20. SG-Treffer erzielte. Marvin ließ sich nach 31 Minuten auch durch ein Foul nicht stoppen und verwandelte sicher zum 13:21. Immer wieder versuchten es die Gastgeber mit Würfen in die unteren Ecken und immer wieder hatte Thore einen Fuß dazwischen. Auf der Gegenseite traf Marvin aus allen Lagen – erst aus dem Rückraum, dann nach schönem Anspiel von Stefan, vom Kreis. Nachdem Nick trotz bösem Foul beim 14:24 die erste 10-Tore-Führung heraus geworfen hatte, zweifelte niemand mehr daran, dass es einen Auswärtssieg geben würde. Allerdings sah man im SG-Lager mit Sorge, dass Nick von Thore und Physia Malin Kalben vom Feld geführt werden musste. Er kam nicht zurück auf die Platte – gute Besserung!
Von der Bank aus konnte Nick Thores Parade bei einem Konter bewundern, musste aber auch mit ansehen, dass vorn nun unnötig Chancen ausgelassen wurden. Doch wenn nichts mehr geht, dann haben wir ja immer noch Michi... Er stieg hoch und schon lagen die Schützlinge von Trainer Klaus Gärtner wieder mit zehn Toren in Front. Thore hatte sichtlich Spaß in der Partie, wohl auch, weil er sich die gegnerischen Schützen mittlerweile ausgeguckt hatte. Ball ins obere Eck – Thore war mit einer starken Parade zur Stelle. Finn machte vorn weiter Dampf und erhöhte weiter. Michi agierte an diesem Tag in überragender Form. Nach 39 Minuten ging er mit viel Druck auf die Abwehr und als die auf hin raus kam, spielte er im letzten Moment auf den frei stehenden Philipp A., der mit dem 16:27 keine Mühe hatte. Wenig später traf er dann wieder selbst. Auch Thore zeigte eine starke Leistung, er parierte nun zunächst mit dem Fuß, jedoch blieb der Ball bei der HSG, doch konnte auch der frei stehende Kreisläufer den Ball nicht am Wikinger vorbei bekommen. Michi glänzte ein weiteres Mal mit einem Sahnepass, dieses Mal profitierte Jan Thiesen auf der Linksaußenposition – die Gärtner-Jungs führten erneut mit zehn Treffern.
Michi und Thore hatten nun ihr Tagewerk vollbracht und durften sich die letzten acht Minuten von der Bank aus ansehen. Für sie kamen Philipp Jürgensen und Jan Phillip Temme aufs Feld. Jan Phillip konnte auch sogleich einen Ball abwehren, war beim Nachwurf allerdings chancenlos. Da seine Mitspieler vorn den Ball vertändelten, stürmte wenig später ein HSG-Angreifer auf ihn zu – er vereitelte den Gegenstoßtreffer mit dem Kopf... Dass er trotz der hohen Führung noch hoch konzentriert war, bewies Stefan als er sich einen Abpraller schnappte und zum 18:30 nach 43 Minuten traf. Marvin merkte man an, dass er sich wohlfühlte mal wieder im Rückraum spielen zu dürfen. Mit viel Schwung zog er auf die linke Rückraumseite und von da ab – der Torwart hatte keine Chance. Auch Jan Lennart wollte nun nicht mehr zurückstehen und setzte den Ball zum 20:32 in die Maschen. Stefan war auch von zwei Gegenspielern nicht zu halten und traf zum 21:33.
Die letzten vier Spielminuten wurden zu „Jan-Minuten": Jan T. erkämpfte sich in der Abwehr den Ball und vollendete den Konter trotz Bedrängnis selbst. Danach untermauerte Jan Lennart mit zwei blitzsauberen Rückraumkrachern, dass er nun endgültig Gefallen an diesem Spiel gefunden hatte, ehe erneut Jan T. erfolgreich war. Er setzte den Schlusspunkt zum 26:37 unter eine Partie, die allen im SG-Lager richtig viel Spaß gemacht hatte.
Der zwischenzeitlich aus Handewitt vermeldete 52:26 Endstand der C1, rundete das Ganze noch ab.
Für die B1 heißt es nun erst einmal „7 Wochen ohne" – ohne Punktspiel. Da die Herbstferien vor der Tür stehen und das Heimspiel gegen den THW Kiel verlegt wird, geht es für die Gärtner-Schützlinge erst am 12.11. beim MTV Herzhorn weiter. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs den Schwung und das Selbstvertrauen aus den beiden letzten Partien bis dahin konservieren können.
Den Landesauswahlspielern am kommenden Wochenende viel Spaß in Berlin!
[Astrid]