Spannung bis zum Schluss beim Juniorteam
25.09.2011 - ...schon wieder zauberte das Juniorteam ein Spiel aufs Parkett, über das man auch in zwei Wochen noch trefflich wird reden können - zumindest über die Schlussphase...
Flensburg gegen Kiel – das ewig junge Duell. Während diese Partie in der Männer-Bundesliga in letzter Zeit leider meist eine deutliche Angelegenheit zugunsten der Landeshauptstädter ist, betreiben unsere Nachwuchsmannschaften fast immer eine erfolgreiche Zebrajagd. Dieser Triumphgeschichte wollte das Juniorteam am Sonntag ein weiteres Kapitel hinzufügen und konnte sich dabei der Unterstützung der Wikinger sowie zahlreicher Jugendspieler sicher sein.
Gleich zu Spielbeginn war die SG-Abwehr bereits hellwach und Jannis Koellner traf nach einem Kieler Fehler per Tempogegenstoß zum 1:1 nach einer Minute. Paul Weidner konnte sich mit einer ersten Parade im Tor auszeichnen und vorn legte Morten Dibbert sehenswert auf Lasse Scharge ab, der das 2:1 erzielte. Schön, dass Lasse nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause wieder dabei war! Wenig später betätigte sich Morten erneut als Anspieler, als er an zwei Gegenspielern vorbei Daniel Finkenstein fand, der beim 3:2 die Führung zurückholte. Paul wehrte einen weiteren Ball ab und schon ging es wieder zügig nach vorn. Thies-Jakob Volquardsen passte im Gegensatz zu Wikingerin Mary und Wikinger Sven auf und traf zum 4:2 nach vier Minuten. Zwei Minuten später konnte Thies-Jakob nur auf Kosten eines 7m gestoppt werden, den Simon Hennig gewohnt souverän zum 5:4 verwandelte. Ein ums andere Mal erkämpfte sich hinten die Abwehr den Ball, was vorn jedoch nicht in Torerfolge umgesetzt wurde, weil man zu hektisch, eigensinnig oder auch unpräzise agierte. Nach einer starken Parade von Paul mit anschließendem langen Pass in den Lauf von Brijan Schmidt war dies jedoch anders, er traf zum 6:4. Wenig später war Jannis nach einem feinen Spielzug zum 7:5 erfolgreich. Die Kieler mussten im Anschluss lernen, dass „Lasse am Hals zu Boden reißen" mit einer gelben Karte und einem 7m bestraft wird. Simon ließ sich nicht lange bitten und verwandelte sicher zum 8:6 nach zehn Minuten. Der Handewitter Jung' war es auch, der ein Kempa-Anspiel von Thies-Jakob zum 9:7 zu nutzen wusste.
In der Folge verdaddelte man selbst unnötig den Ball, während die THWer ruhig ihren Stiefel herunter spielten und ausgleichen konnten. Dies ließ Thies-Jakob aber nicht lange auf sich sitzen und zog nach 14 Minuten humorlos zum 10:9 ab. Eine Wiederholung der Szene aus der 8. Spielminute gab es, als Paul Brijan mit einem langen Ball bediente, den dieser trotz Behinderung im Netz unterbringen konnte. Nach einer weiteren Parade spielte Paul erneut auf Brijan, der jedoch vom gegnerischen Torwart am Wurf gehindert wurde, der Ball kam zu Marc „Blocks" Blockus, der robust in den Kreis geschubst wurde – leider brachte der folgende 7m nichts ein. Die nun als 6:0 Formation agierende SG-Abwehr packte immer wieder beherzt zu, was die Schiris allerdings nicht immer straffrei durchgehen ließen und die Kieler u. a. per 7m zum erneuten Ausgleich nutzten. Morten erzielte einen sehenswerten Treffer und Paul parierte wieder stark. Doch erinnerten die Aktionen im Angriff zu oft an Völkerball – allerdings verließ der Kieler Schlussmann trotz zahlreicher Körpertreffer nicht die Platte. Spielverderber. ;-)
Die Gäste erwiesen sich in dieser Phase als treffsicherer und führten plötzlich mit drei Treffern, ehe Brijan die fünfminütige SG-Torflaute nach Anspiel von Blocks beendete. Wieder einmal war Paul zur Stelle, schickte Thies-Jakob auf die Reise und der erzielte das 14:14. Zuschauer, darunter auch mit frisch gerichteter Nase Jan Torben „JT" Ehlers, und Hallensprecher waren begeistert. Morten bewies in dieser Partie immer wieder viel Übersicht, so auch nach 26 Minuten, als er den eingelaufenen Simon am Kreis anspielte, was dieser zum 15:14 nutzte. Die Gärtner-Jungs waren zurück in der Spur, auch wenn kurz darauf der Ausgleich fiel. Den letzten SG-Treffer vor der Pause erzielte Kreisläufer Jacob Weidner nach feinem Anspiel von Jannis. Da leider auch der THW noch einmal erfolgreich war, ging es mit einem 16:16 zum Pausentee, während auf der Osttribüne Junior-Fishermen gelutscht und Pickelbeeren verspeist wurden.
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Paul startete nach Wiederbeginn mit einer Parade, was aber nicht viel nützte, da der Ball vorn gleich wieder verloren ging. Nach einer weiteren Parade von Paul stürmte Simon mit dem Ball nach vorn, wurde vom Gegner gestellt und eroberte im folgenden Zweikampf den Ball. Trotzdem wurde dieser dem THW zugesprochen – höh?! Wenig später gab es einen gelungenen Doppelpass zwischen Morten und Thies-Jakob, den unsere 18 zum 17:17 abschloss. Ein Fleißpunkt geht dabei an Thies-Jakob, der den Ball noch im Fallen kontrolliert weitergegeben hatte. Nach einer ewig langen Wischpause, an der sich auch die Schiris und ein paar Spieler beteiligten, war es erneut Thies-Jakob der schön auf Lasse weiterspielte, was dieser zum Ausgleich nach 34 Minuten nutzte. Im Prinzip stand die Abwehr in dieser Phase gut, doch taten sich urplötzlich doch immer wieder Löcher auf, die die Kieler geschickt zu nutzen wussten. In Unterzahl wurde Lasse nun in Manndeckung genommen und konnte so entspannt beobachten, wie Morten sich zum 19:20 durchtankte.
Für die verbleibenden 23 Minuten kam Leon Höck ins Tor, der zunächst bei drei Kieler Würfen machtlos war und zudem mit ansehen musste, dass im Angriff nicht mehr viel zusammen lief. Überhastete Abschlüsse (Handball ist ein Mannschaftssport...) und technische Fehler erleichterten den Gästen das Leben. Doch dann stieg Lasse energisch nach oben und verkürzte nach 39 Minuten auf 20:23. Leon zeigte eine bärenstarke Parade und dann musste mal wieder ausgiebig gewischt werden. Der eine Schiri wickelte dabei fachmännisch das Handtuch um den Schrubber, was Mary zu dem trockenen Kommentar „Der ist ganz offensichtlich Single!" veranlasste. Morten bewies Auge und Gottvertrauen, als er auf den doch arg bedrängten Daniel abspielte, der den Ball allerdings nicht nur fangen sondern auch zum 21:24 in die Maschen setzen konnte.
Am Spielfeldrand hatten es sich derweil die Kartenverkäufer Jonas „Bruno" Jürgensen und Philipp Meyer gemütlich gemacht, von wo sie einen hervorragenden Blick auf Leons nächste Parade hatten. Die Fehler auf der anderen Seite des Feldes werden sie allerdings ebenfalls gesehen haben... Es dauerte ganze vier Minuten, bis die nächsten SG-Treffer fielen, die beide auf das Konto des durch eine Nasennebenhöhlenvereiterung gehandicapten Blocks gingen. Er schraubte sich unwiderstehlich in die Luft und zog ab – 23:27 nach 44 Spielminuten. Der sehr gut aufgelegte Leon konnte auf der Gegenseite zunächst einen 7m vereiteln und im folgenden Angriff einen weiteren schweren Ball abwehren. Im Gegenzug zog Morten aus dem 2. Stock ab und verkürzte auf drei Tore. Auf Rechtsaußen war nun Lasse zu finden, der mit einem schnellen Anspiel von Blocks bedient wurde und nur durch ein übles Foul gestoppt werden konnte. Den fälligen 7m hämmerte Morten ins rechte obere Eck.
Es waren noch 12 Minuten zu spielen und der Rückstand betrug nur noch zwei Treffer – sollte doch noch etwas gehen?! Die Abwehr stand sehr aufmerksam, so dass Jannis den verdutzten Kielern den Ball abnehmen konnte. Lasse bekam erneut auf Rechtsaußen den Ball und traf zum 26:27. Der Kieler Linksaußen wollte es ihm nachtun und sprang auch ähnlich schön ab wie Lasse. Der griff gar nicht mehr ein, da Leon ihm „Lass ihn!" zurief – und im Anschluss den Ball abwehrte. Stark! Ostufler Blocks glänzte nun einmal mehr als Anspieler, legte ab auf Lasse und der traf ein weiteres Mal von Außen. Leon konnte wiederum parieren, doch vorn bewies man zuviel Eigensinn, was in Ballverlusten und leider auch Gegentoren mündete.
Nach 53 Minuten ging Morten mit dem Mut der Verzweiflung auf die Kieler Abwehr, bekam einen 7m zugesprochen und verwandelte ihn zum 28:31. Wenig später bediente Brijan mit einem höchst artistischen Anspiel Daniel, der eiskalt zum 29:31 traf. Die beim vier-Tore-Rückstand fast verschwundene Hoffnung auf einen Heimsieg war plötzlich wieder da. Morten übernahm in dieser Phase vorbildlich Verantwortung, griff sich den Ball und erzielte fünf Minuten vor dem Ende den Anschlusstreffer. Den Kielern unterlief ein weiterer Fehler und vorn traf erneut Morten, dieses Mal von der ungewohnten Kreisposition – Ausgleich! Wenig später gelangte der Westerrönfelder schon wieder in den Blickpunkt, als er in den eigenen Kreis sprang, dem Gegner in der Luft sensationell den Ball vor der Nase wegschnappte und ihn (also den Ball) zur Seite beförderte. Jannis schaltete blitzschnell, griff sich das Spielobjekt und leitete einen Gegenstoß ein, den Simon bestimmt erfolgreich abgeschlossen hätte, wenn er nicht rotwürdig gefoult worden wäre. Es gab aber lediglich eine 2-Minuten-Strafe und einen Freiwurf. Die Gärtner-Jungs behielten die Nerven, spielten den Angriff ruhig aus und Jannis traf zur 32:31 Führung. Die Kieler waren nun endgültig verunsichert, so dass Simon nach 58 Minuten einen Gegenstoß zum 33:31 verwandeln konnte. Das Juniorteam hatte somit einen 5:0 Lauf hingelegt und sich beeindruckend zurück ins Spiel und auf die Siegerstraße befördert.
Leon konnte sich ein weiteres Mal auszeichnen, ehe der THW dann doch noch verkürzen konnte. So hieß es wenig später: Ein Tor in Front, noch 36 Sekunden auf der Uhr und Auszeit SG. Spannender ging es kaum. Die Jungs spielten im Anschluss einen langen Angriff, konnten den Ball aber nicht im Netz unterbringen. Es waren jedoch nur noch zwei Sekunden für einen Kieler Angriff verblieben. Den Schiris gefiel offensichtlich das bunte Treiben auf dem Spielfeld – Kieler die sich versuchten anzubieten, dabei aber von Flensburgern verfolgt wurden – so dass sie sich ewig Zeit ließen, um die letzte Aktion des Spiels anzupfeifen. Dann war es aber doch soweit: Pfiff, ein langer Abwurf des THW-Torwarts, Pfiff – Spiel vorbei!
Auf der einen Seite bedröppelte Mienen, auf der richtigen Seite unbändiger Jubel und nach dem Dank an die Zuschauer das unvermeidliche „DERBYSIEG!" Gebrüll. Zu Recht wohlgemerkt...
Daniel erklärte wenig später mit einem Augenzwinkern, dass man sich zunächst der müden Osttribüne angepasst habe, um den Gegner in Front gehen zu lassen. Anschließend hätte man dann aufgedreht. Ist klar... ;-) Im Vorraum der Halle gab ein strahlender „Man of the match" Morten zu Protokoll, dass er die Verantwortung in der entscheidenden Phase gern übernommen habe und glücklich sei, dass dies so gut geklappt habe.
Mit nunmehr 8:0 Punkten stehen unserer Jungs auf dem Platz an der Sonne der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein und fahren somit am Freitag als Favorit zur HSG Hohn/Elsdorf, die derzeit auf Platz 9 rangiert.
Am Schluss sei mir die lästerliche Frage erlaubt, wann das Juniorteam den Hallensprecher bekommt, den es verdient. Sprüche wie „Tiger-Paule", „Siehste, Thies-Jakob, es klappt doch mit der Nachbarin" und immer wieder „pfffuuust" sind zwar eine Zeitlang ganz amüsant, auf Dauer aber doch eher peinlich...
[Astrid]