Heftige Klatsche für die B1 beim NTSV Strand 08
10.09.2011 - Mit Trommel und (dank Wikingerin Ingrid) frisch gewaschener Fahne ausgestattet, steuerte ich nervös aber optimistisch und gut gelaunt die Strand-Arena an. Noch vor Betreten der Halle erblickte ich allerdings SIE – Herrn und Frau Kurdirektor. Super... Mit einem „Herzlich willkommen" wurde ich begrüßt, nur schade, dass es unehrlich klang.
Auf der Tribüne waren wir gerade mal sieben Leute, die unsere Jungs unterstützen wollten. Kein Vergleich zum Massenauflauf in der letzten Saison. Schade, dass der Spielplan keine Wiederholung zuließ.
Der erste Scorerpunkt des Tages ging an Jan Mattsen, der beim Einwerfen zielgenau die liebevoll drapierte SG-Fahne von der Bande schoss... ;-) Die nicht angeschlagenen Spieler musste man auf Seiten der SG fast mit der Lupe suchen, doch liefen sie alle tapfer und entschlossen nach dem Aufwärmen in die Halle ein.
Es ging gut los für die Jungs von Klaus Gärtner. Michael „Michi" Nicolaisen, der mit einer Rippenprellung in die Partie ging, erzielte nach einer halben Minute das 1:0 für die SG und auf der Gegenseite startete Wikinger Thore Jöhnck mit einer Parade. Noch in der ersten Spielminute legte Spielmacher Leon Witte schön auf Jan M. ab und der erhöhte auf 2:0. Danach gelangte im Angriff etwas Sand ins Getriebe, nicht zuletzt weil die Strander einfach mal unsere Abwehrformation kopierten und das richtig gut machten. Zudem fehlte den Jungs ganz offensichtlich die heißgeliebte Backe... Folgerichtig stand es nach fünf Minuten 2:2. Wenig später konnte Finn Klang nur auf Kosten eines 7m gestoppt werden und verwandelte diesen sicher zum 3:2 nach sieben Minuten. Thore parierte stark gegen den freien Rechtsaußen und Michi konnte trotz eines am Wurfarm hängenden Gegenspielers den Torwart zum 4:2 aus SG-Sicht tunneln. Doch dann ging plötzlich nicht mehr viel zusammen. Die Abwehr stand zwar weiterhin gut und Thore konnte sich mehrfach auszeichnen, doch vorn agierte man wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange. Es wurde viel zu wenig Druck auf die Strander Abwehr ausgeübt, stattdessen wurde der Ball immer wieder quer gespielt, wodurch das Ganze statisch wirkte. Klaus Gärtner reagierte, beorderte Michi an den Kreis und Neuzugang Peer Woyzechowski in den linken Rückraum. Doch auch diese Maßnahme brachte die Sicherheit der Anfangsphase nicht zurück. Die Jungs aus dem Lübecker Randgebiet standen weiterhin aufmerksam in der Abwehr und konnten nach 13 Minuten zum ersten Mal in Führung gehen. Thore wehrte bravourös einen Tempogegenstoß ab, doch wirkte dies leider nicht als Initialzündung. Man konnte das Gefühl gewinnen, dass sich vorne keiner mehr traute, aufs Tor zu werfen. Immer wieder ging der Arm der Schiris nach oben und mehrfach wurde den SG-Youngstern zurecht Zeitspiel abgepfiffen. Nach 18 Minuten hatte Klaus Gärtner genug gesehen und verlangte eine Auszeit. Doch diese brachte, genau wie weitere Wechsel, leider keine Besserung. Nach gespielten 21 Minuten, und damit nach 12 (!) Minuten ohne Torerfolg, erzielte die SG in Person des zweiten Neuzugangs Jan Lennart Beering den Anschlusstreffer zum 5:7. Es war also noch alles drin, zumal die eigene Abwehr weiterhin gut stand. Leon traf trotz eines Schubsers von Linksaußen zum 6:8 und die Strander Bank nahm nun ihrerseits eine Auszeit. Thore konnte sich bei einem Kracher aus dem rechten Rückraum auszeichnen, doch vorn unterlief unseren Jungs ein weiterer Fehler und so konnte Strand noch den Treffer zur 9:6 Pausenführung erzielen.
In der Pause gab es sicher ein paar klare Worte von Klaus Gärtner, während man sich auf der Tribüne ratlos ansah. Wo waren die Jungs, die noch beim Eulencup so selbstbewusst und über weite Strecken souverän aufgetreten waren? Anfangsnervosität war in Anbetracht des „geliebten" Gegners absolut verständlich, aber mit zunehmender Spieldauer schien die Nervosität immer größer zu werden. Stress-Resistenz muss wohl noch „geübt" werden...
Die zweite Hälfte begann mit Verzögerung, da die Gastgeber erst nach besonderer Aufforderung durch die Schiris in die Halle kamen. Billige Provokation.
Wie schon zu Beginn der Partie startete Thore mit einer Parade, doch der Abpraller ging an seinen Mitspielern vorbei zum Gegner und gegen den frei stehenden Kreisläufer war er dann chancenlos. Nach 27 Minuten tankte sich Finn energisch zum 7:10 durch und sorgte wenige Sekunden später per Konter für das 8:10. Es keimte Hoffnung auf. Allerdings nur sehr kurzfristig, denn kurz danach stand es 8:12 aus SG-Sicht. Nach 30 Minuten war es erneut Finn, der Verantwortung übernahm und auf drei Tore verkürzen konnte. In der Folge unterliefen den Gärtner-Schützlingen im Angriff jedoch immer wieder Fehler, die die Strander zu Kontern nutzten. Bemängeln muss man in dieser Phase das Rückzugsverhalten der Flensburger Jungs... Schnell lag man mit sieben Treffern hinten, ehe Nick Witte sich ein Herz fasste und zum 10:16 nach 36 Minuten traf. Eine Minute später bewies Leon Auge, als er Jan M. am Kreis anspielte, was dieser zum 11:17 nutzte. Im Tor gab es einen Wechsel, Jan Phillip Temme stand nun zwischen den Pfosten. Im Angriff war der durch eine Schulterverletzung gehandicapte Peer wieder dabei, stieg bei 9m hoch und traf zum 12:18. Ein probates Mittel gegen die weiterhin gut stehende Abwehr, das allerdings viel zu selten eingesetzt wurde. Nach dem nächsten Treffer der Gastgeber nahm Klaus Gärtner erneut eine Auszeit. Im folgenden Angriff traute Peer sich gleich noch mal und erzielte nach 40 Minuten das 13:19. Jan Phillip wehrte einen Ball ab, doch vorn hatte man (mal wieder) mit einem Pfostentreffer Pech. Jan Thiesen packte energisch in der Abwehr zu, doch konnte auch hieraus kein Kapital geschlagen werden. Jan Phillip parierte einen Konter, allerdings ging der Ball vorn gleich wieder verloren und schon lag man mit zehn Treffern hinten. Jan Lennart fand sich auf Rechtsaußen wieder, wurde geschubst, traf aber trotzdem zum 14:23 nach 45 Minuten. Auf der Tribüne hatte man im SG-Lager mittlerweile nur noch den Wunsch, einstellig zu verlieren... In der Folge durfte ich wieder mal etwas Neues in Sachen Regelkunde lernen. Jan M. nutzte einen Abpraller zum 15:24 – ein schöner Treffer, der aber nicht zählte, weil die Uhr der Anzeigetafel nicht lief. Toller Trick, wenn es mal eng ist. *hust* Leider ließ sich die gesamte Anlage nicht mehr dazu überreden, ihren Dienst wieder aufzunehmen, so dass die letzten 3:14 Minuten handgestoppt und Treffer nicht mehr angezeigt wurden. Marvin setzte sich schön auf Rechtsaußen durch und verkürzte auf 15:25. Den letzten SG-Treffer erzielte Leon, der einfach mal ab durch die Mitte ging. Der letzte Freiwurf der Strander ging über die Mauer und das Tor, so dass es beim 25:16 für die Gastgeber blieb. Auf der einen Seite wurde lauthals gejubelt, auf der anderen Seite ließ man die Köpfe hängen.
Ein Spiel, über das man aus Fansicht schnell den Mantel des Schweigens und Vergessens legen sollte, war endlich zu Ende. Mannschaft und Trainer standen relativ lange im Kreis zusammen, offenbar gab es direkt eine erste Analyse.
„Noch nie war mir etwas so peinlich" - ehrliche Worte von einem, der aussprach, was wohl viele dachten. Kopf hoch, Jungs! Ich weiß, dass ihr es besser könnt und bin mir sicher, dass ihr das schon am nächsten Samstag gegen Hamburg Nord (16 Uhr, Fördehalle) zeigen werdet. Bis dahin gute Besserung für alle Angeschlagenen und Verletzten.
[Astrid]