Erfolglose Fuchsjagd - aber Grossmanns hatten ein Hotelzimmer. ;-)

15.10.2011 – Am Samstag startete um 7 Uhr der Bus der SG Bundesliga-Mannschaft in Richtung Berlin. An Bord waren aber nicht die Herren Kaufmann, Knudsen, Rasmussen & Co. sondern Spieler und Fans der A1, die auf eine erfolgreiche Fuchsjagd hofften. Nachdem in Schuby noch Physia Anna Lisa Nier und in Bargteheide Papa Stefan Freitag zugestiegen waren, war auch der letzte Platz in dem geräumigen Gefährt besetzt.

 

Unter fachkundiger Anleitung von Malte Voigt wurden im hinteren Bereich die Sitze in Liegeflächen umgewandelt und von den Jungs mit Beschlag belegt. Im vorderen Bereichen hatten es sich Eltern, Wikinger und Nachwuchsfan Sophie Witte gemütlich gemacht, es wurde gelesen, geschnackt, gekniffelt – und gesungen... Bereits um kurz nach 8 Uhr verzehrte Trainer Sascha Zollinger genüsslich einen Berliner. Dies war das Startsignal fürs Frühstück: das Apfelsinchen in Flensburg hatte üppig belegte Brötchen spendiert, die nicht nur in Windeseile verteilt, sondern auch vertilgt wurden. Sie waren aber auch einfach ober-lecker.

Tobias „Tobi" Wickert-Grossmann kam nach vorn geschlendert und redete sich in nur wenigen Sekunden um Kopf & Kragen. Macht nix, Tobi – wir haben dich trotzdem gern! ;-) Wenig später wurde klar, warum Maike und Mario Petersen einen Physiokoffer dabei hatten, ist es doch der ideale Aufbewahrungsort für kühle Getränke, z. B. Prosecco in Dosen... Um kurz nach elf war es dann soweit: als erster Spieler vernaschte Tim Witte genüsslich einen Berliner, während am Tisch der Erwachsenen die erste Flasche Sekt geköpft wurde.

 

Als wir zum Mittagessen hielten, wurde der Bus sofort ins Kameravisier eines Hamburger Ehepaares genommen. „Och...das ist ja nur der Fanbus...", kommentierten sie, als die Jungs aus dem Bus purzelten. Das konnte SO natürlich nicht stehen bleiben und deshalb wurden sie freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass dies sehr wohl die Bundesliga Truppe sei – wenn auch die der A-Jugend. Sie waren beeindruckt, fotografierten aber trotzdem lieber den Bus als die Spieler. Pöh.

Tobi wurde derweil von einem älteren Herrn in ein Gespräch verwickelt und beantwortete alle Fragen freundlich und geduldig. Die dänische Reisegruppe, die wir durch pure Anwesenheit von ihrem Platz vertrieben hatten, wünschte uns eine gute Fahrt und viel Erfolg. Nett! :-)

Hinter uns parkte plötzlich ein bekanntes Auto: Geburtstagskind Christopher „Chrosch" Rudeck gesellte sich samt Anhang zu uns. Natürlich bekam er schon beim Aussteigen ein wenn auch nicht schönes, so doch lautes „Happy birthday!" entgegen geschmettert. Von Wikingerseite gab es im Anschluss mit Foto-Fähnchen geschmückte Muffins sowie eine Naschtüte.

Zwischenzeitlich war aufgetischt worden und jeder sicherte sich seine Portion des leckeren Nudelauflaufs, den wir vom Apfelsinchen gestellt bekommen hatten. Pelle Schilling, der weiterhin verletzte Norman Louwers und Tim gaben dabei eine sehr gute Figur an der Schöpfkelle ab. ;-)

 

Frisch gestärkt und gut gelaunt ging es weiter in Richtung Osten. Am Berliner Stadtrand ging dann aber erstmal gar nichts mehr: Stau. Dieser hielt uns zwar eine Weile auf, verhinderte letztlich aber nicht, dass wir pünktlich am Horst-Korber-Sportzentrum ankamen. Die Jungs enterten sofort die Halle, während in Elternkreisen diskutiert wurde, ob man das von Grossmanns reservierte Hotelzimmer wohl auch für einen kurzen Mittagsschlaf nutzen könnte. Ingrid und ich genossen derweil noch ein bisschen die Sonne und unternahmen einen Wikingerbummel zum nahe gelegenen Glockenturm des Olympiastadions.

 

Auf der Tribüne versammelte sich eine große Anzahl an SG-Fans: Eltern, Freundinnen, drei Wikinger sowie die Nachwuchsspieler Melf Voigt, Jan Lennart Beering, Simon Desler, Lukas Reinsch (sooooo schade, dass er das SiGi-Kostüm „vergessen" hatte), Aleksandar Djordjic und natürlich Sophie, die die große Trommel bearbeitete. Es gab aber auch einen besonderen Gast im Fanlager: Timm Schmidt, seines Zeichens ehemaliger SG-Jugendspieler, der 2007 zusammen mit Tim Witte, Mike Williams, Paul Weidner, Max Lipp, Lukas Otte und einigen anderen die erste NOHV-Meisterschaft der C-Jugend für die SG gewonnen hat. Timm studiert mittlerweile in Berlin und ließ es sich nicht nehmen, seinem alten Verein zuzujubeln. Schöne Geste. :-) Alle zusammen sorgten wir über die gesamte Spieldauer dafür, dass es stimmungsmäßig ein Heimspiel für die Zollinger-Truppe war.



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Unsere Jungs starteten extrem nervös ins Spiel, gleich zweimal ging der Ball im Angriff verloren. Doch nachdem Chrosch eine erste Parade hingelegt hatte, traf Peter Kaulbach ins leere Berliner Tor zum 1:1 nach drei Minuten. Chrosch parierte erneut und vorn traf Anders Svensson Noack nach einem schnellen Pass von Malte zum 1:2. Chrosch bewies Körperbeherrschung, als er den Ball mit dem Fuß um den Pfosten spitzelte und bekam entsprechend viel Applaus. Nachdem Tobi nur auf Kosten eines 7m am Torwurf gehindert werden konnte, marschierte Malte an den ominösen Strich. Der folgende Wurf sorgte nicht nur bei Trommelqueen Tanja Voigt für einen Herzaussetzer, aber er landete im Tor und somit stand es nach zehn Spielminuten 2:3. Ein wahrlich sehenswerter Treffer! Dass er auch von Außen torgefährlich ist, bewies Malte nur eine Minute später, als er souverän zum 4:4 einnetzte.

Die Berliner stellten die Zollinger-Sieben mit ihrer defensiven Abwehr immer wieder vor Probleme, zumal sie auch kräftig zupackten. Unbeirrbar ging jedoch Tim ab durch die Mitte, als er den 5. SG-Treffer erzielte. Ärgerlich, dass die Füchse immer wieder in Führung gehen konnten, doch ließen sich unsere Jungs (noch) nicht abschütteln. Per Oke Kohnagel legte ab auf Peter und der glich nach 14 Minuten erneut aus. Tim verhinderte eine zwei Tore Führung der Gastgeber, als er in einen Berliner Pass sprang und sich den Ball griff. Zeitgleich war Peter bereits gestartet, bekam den Ball und traf zum 7:7. Chrosch wehrte gegen den freien Kreisläufer ab und vorn traf Malte mit viel Gefühl zum 8:8 nach 17 Minuten.

Wenig später gab es auf der Torhüterposition einen Wechsel, Nils Himmelsbach stand nun zwischen den Pfosten. Leider lief in dieser Phase im Angriff nicht mehr viel zusammen und in der Abwehr offenbarten sich immer wieder Lücken. Auch eine Auszeit nach 21 Minuten beim Stand von 11:8 änderte daran nichts. Saft- und kraftlose Würfe gingen Richtung Berliner Tor, zudem mussten immer wieder SG-Spieler auf die Strafbank aufgrund von zweifelhaften Entscheidungen. So sprang zum Beispiel ein Berliner gegen den stehenden Lukas Blohme und landete höchst unsanft im Kreis. Lukas bekam eine zwei Minuten Strafe aufgebrummt, die selbst der verletzte Berliner nicht gepfiffen hätte, wie er später sagte.

Nach 26 Minuten war die Torflaute endlich beendet: Malte traf mit viel Wut im Bauch aus dem linken Rückraum zum 14:9. Nils konnte einen Ball abwehren, doch landete der Abpraller beim Gegner und der Nachwurf saß leider. Niels Jonas spielte hiervon unbeeindruckt auf Tobi, der rüde zu Boden gerissen wurde – die Entscheidung konnte nur auf 7m lauten und wie so oft, war Malte vom Strich erfolgreich. Den Schlusspunkt unter den ersten Abschnitt setzte Tim, der den Ball elegant an seinem Gegenspieler vorbei zog und zum 15:11 erfolgreich war.

 

In der Pause erreichte uns via SMS die unmissverständliche Aufforderung „Auf geht's Flensburg – kämpfen und siegen!!!" von Klaus Gärtner. Genau wie die Jugendspieler Nick Witte und Thore Jöhnck, einige Eltern sowie Maltes Oma und die Wikingerinnen Mary, Marina und Bethina fieberte auch er am SMS-Liveticker mit.

 

Es ging gut los für unsere Jungs, denn mit einem reinen Waschküchentor sorgte Malte nicht nur für einen Schweißausbruch bei Mutti, sondern auch für das 15:12 nach nur 30 Sekunden. Nils konnte sich bei einem Rückraumkracher auszeichnen und auch die Abwehr stand nun wieder gut. Doch hatten die Schiris etwas auszusetzen und schon waren wir wieder in Unterzahl. Nicht nur, dass die Entscheidungen gegen die SG oft unverständlich waren, sie fielen meist erst mit deutlicher Verzögerung. Wirklich im Spiel angekommen, sind die beiden Herren in türkis bis zum Ende nicht...

Doch gab es auch Entscheidungen gegen die Füchse und eine davon nutzte Malte per 7m zum 15:13. Im Anschluss dauerte es jedoch ganze fünf Minuten, ehe Tim mit freundlicher Unterstützung des Pfostens den nächsten SG-Treffer erzielen konnte, es war das 18:14 nach 37 Minuten. In der Folge gab es sogar einmal eine Zeitstrafe gegen die Gastgeber, doch blieben für meinen/unseren Geschmack Griffe an den Hals, Ringereinlagen und Trikot"zupfer" viel zu oft ungeahndet.

Derweil war Chrosch ins Tor zurückgekehrt und konnte einen Ball abwehren. Auf der Gegenseite ließ Pelle den SG-Block jubeln, als er quasi aus dem Nullwinkel den Ball per Dreher ins Netz beförderte. Nach knapp 43 Minuten war es Tim der mit einer unwiderstehlichen Fackel aus dem linken Rückraum für das 21:16 sorgte. In der Abwehr schnappte sich Pelle den Ball und versenkte ihn per Gegenstoß zum 21:17 – das obligatorische „Og det var Kolding!" hatte er sich redlich verdient. Der SG-Fanblock, allen voran die Trommelfraktion, gab jetzt noch einmal alles, witterte man doch Morgenluft, allerdings klappte auf dem Spielfeld leider erstmal nichts mehr. Erneut vergingen fast sieben Minuten, ehe Malte einen weiteren 7m sicher verwandelte und Tim humorlos zum 26:19 nach 51 Minuten traf. Die beiden folgenden Berliner Angriffe endeten jeweils bei Nils, der nun wieder zwischen den Pfosten stand und sich mit zwei glänzenden Paraden auszeichnen konnte. Peter wurde 7m würdig gefoult und nach einem ausführlichen Beratungsgespräch gab es oben drauf noch eine zwei Minuten Strafe für den Jungfuchs. Malte ließ sich nicht beirren und kegelte den 7m ins Tor, auch die nächsten beiden Treffer gingen auf das Konto des sympathischen Blondschopfs – es waren ebenfalls 7m-Tore und so stand es nach 55 Minuten 27:22. Eine Stürmerfoul-Entscheidung gegen Anders sorgte nicht nur bei uns für Kopfschütteln, auch Füchse-Trainer Bob Hanning äußerte sein Unverständnis.

Drei Minuten vor dem Schlusspfiff legte Niels Jonas mit einem tollen Pass quer über den Kreis ab auf Simon Freitag, der sich diese Chance zum 30:23 nicht entgehen ließ. Zwei Minuten später gelang Anders ein schönes Zuspiel an zwei Gegnern vorbei auf Rick Walder, der den 31:24 Endstand erzielte, da Nils im Anschluss den letzten Berliner Wurf abwehren konnte.

Am Ende gab es großen Jubel bei den Gastgebern und hängende Köpfe bei unseren Jungs, die sich aber trotzdem artig für die Unterstützung bedankten. Kopf hoch, Jungs, im Fuchsbau zu verlieren, ist keine Schande und über weite Strecken habt ihr toll gekämpft!

Ein Lob noch an unsere Leute auf der Auswechselbank, die sich durch die unqualifizierten Bemerkungen eines Berliner A-Jugendlichen, der mal drüber nachdenken sollte, warum er auf der Tribüne und nicht auf der Bank saß (Gruß an Malte ;-) ), nicht provozieren ließen.

 

Im Anschluss an das Spiel (und der Dusche für die Spieler) versammelten sich alle SG'ler auf dem Gehweg vor der Sportanlage: Chroschs Geburtstag wurde hier mit allerlei Leckereien in fester sowie flüssiger Form und einem weiteren Ständchen gefeiert. Manch Passant war überrascht, aber das konnte uns nicht stören.

Die Dänen-Fraktion blieb in Berlin, während sich der Rest des Trosses auf den Heimweg machte. Das Hotelzimmer von Grossmanns blieb nun endgültig ungenutzt, auch sie stiegen wieder in den Bus. Schon kurz nach dem Start wurde Nils zum größten Fan der Busfahrer, Details tun hier aber nichts zur Sache. ;-)

Die Stimmung war gut, keiner nahm die Niederlage besonders tragisch. Es gibt ja noch ein Rückspiel... Einzig die Verletzung von Tobi, der wenige Minuten vor Schluss das Spielfeld hatte verlassen müssen, trübte die Stimmung ein wenig, deutete doch einiges auf einen Kreuzbandriss hin. Vorn wie hinten wurden geschnackt und gelacht, während über die Bildschirme „Friendship" flimmerte. Da es für die Damen nun die nächste Runde Prosecco gab, holte Mario als Konter die gut gekühlte Herrenhandtasche hervor, deren Inhalt reißenden Absatz fand. Wie auch bei Wikingerfahrten gern praktiziert, wurde eine Raststätte mit Goldenem M angesteuert, bevor es schnurstracks in die Lise-Meitner-Straße ging. Um kurz nach 23 Uhr waren wir zurück in der Heimat, der Bus wurde noch schnell von fleißigen Händen gereinigt, die WG bekam die Kuchenreste von Bäcker Meesenburg und dann ging es für alle nach Hause – oder auf die Piste. ;-) Trotz des Ergebnisses war es eine schöne Auswärtsfahrt und wir Wikinger kommen gern mal wieder mit.

 

Am Montag gab es übrigens die beste Nachricht dieser Tour: der befürchtete Kreuzbandriss bei Tobi entpuppte sich „nur" als starke Bänderdehnung, Meniskus und Kreuzband hatten gehalten. Puh!

 

Am kommenden Samstag, 22.10.2011, steht für die A1 um 16:30 Uhr das wichtige Spiel gegen den SC Magdeburg auf dem Programm. Eine Mannschaft, die derzeit besser in Form ist als die Füchse und somit zu einem echten Gradmesser für unsere Jungs wird. Lautstarke Unterstützung von den Rängen der Fördehalle wäre sicher hilfreich und erwünscht...

 

Gute Besserung weiterhin an Tobi, Lukas und Norman!

 

[Fotos: Ingrid & Astrid, Text: Astrid]