Getrübte Stimmung trotz Herbstmeisterschaft

18.12.2011 – Schon im Vorfeld hatte Trainer Klaus Gärtner die Partie der B1 beim SV Tungendorf als eines der schwersten Spiele der Saison bezeichnet. Dass diese Warnung keinesfalls unbegründet war, zeigte sich leider am Sonntagnachmittag in Neumünster.

Die Halle des SV gehört zu den Spielstätten in der Oberliga SH/HH, in denen absolutes Backeverbot herrscht. Ein Handicap für unsere Mannschaft, das sie in der letzten Saison an gleicher Stelle nicht stoppen konnte, dieses Mal aber bei einigen Jungs schon Tage vor dem Spiel Bauchweh auslöste.

 

Wie so oft hatte sich auch bei diesem Spiel eine stattliche Zahl SG-Fans, bestehend aus Eltern, Großeltern, Schwester, Yvonne Kanthak, Denise Behschnitt und einer Wikingerin, auf der Tribüne eingefunden, um die Jungs zu unterstützen. Schon vor dem dem ersten Pfiff sorgte die Farbe des Balls bei uns für Bedenken – ob die Jungs mit einem rosa Spielgerät zurecht kommen würden? ;-)

 

Spielmacher Leon Witte holte gleich zu Beginn die Keule raus und traf zum 0:1. In den folgenden fünf Minuten gab es zwar zwei schöne Paraden von Wikinger Thore Jöhnck zu beklatschen, doch konnten die Gastgeber dank zweier verwandelter 7m sowie zahlreicher Angriffsfehler der SG in Führung gehen. Dann fing allerdings Nick Witte einen Gegenstoßpass ab, spielte den Ball weiter auf seinen jüngeren Bruder Leon, der zum Konter startete und nur auf Kosten eines 7m gestoppt werden konnte. Finn Klang trat an, warf und schon stand es 2:2 nach sechs Minuten. Thore parierte gegen den freien Rechtsaußen, doch vorn vermissten seine Mitspieler deutlich die geliebte Backe. Der Ball wollte partout nicht ins SVT-Tor, wohingegen es auf der anderen Seite zweimal einschlug.

Mit dem Mut der Verzweiflung ging Finn nun gleich gegen drei Gegenspieler und holte einen 7m heraus, den er selbst zum 4:3 verwandelte. Nach zehn Minuten setzte sich Bennet Freese energisch am Kreis durch und traf – die Partie war wieder völlig offen. Die Abwehr stand gut und war sehr aufmerksam, Philipp „Fips" Asmussen stibitzte den Ball, spielte ihn weiter auf Nick und der schloss den Gegenstoß von der ungewohnten Rechtsaußenposition zum 4:5 ab. Die Gastgeber konnten erneut ausgleichen, doch nach 12 Minuten war es Leon, der auf eigene Faust durchging und die Führung zur SG holte.

Wenige Sekunden später schallte ein „SIIIIIEEEEG!"-Schrei aus unserem Block durch die Halle. Dieser war allerdings weder Regelunkunde noch Arroganz geschuldet. Vielmehr galt er der A1, die in Hildesheim einen 26:27 Erfolg eingefahren hatten. Dank Wikingerin Ingrid waren wir durchgehend auf dem Laufenden und hatten entsprechend mitgefiebert. An dieser Stelle Glückwunsch an Sascha Zollinger und seine Jungs – sowie natürlich Danke an Ingrid!

Fortan konnten wir uns voll und ganz der B1-Partie widmen und sahen eine schöne Parade von Thore gegen den Linksaußen – allerdings auch einen prompten Ballverlust auf der Gegenseite. Jedoch war die Abwehr weiterhin aufmerksam, so dass Leon einen Konter zum 5:7 abschließen konnte. Wiederum war Thore zur Stelle, doch verblieb der Ball bei den Gastgebern, die sich die nächste Chance nicht entgehen ließen. Nach 15 Minuten zog Finn blitzschnell ab und wir bejubelten das 6:8. Als Anspieler mit viel Übersicht betätigte sich Michael „Michi" Nicolaisen, als er nach 17 Minuten den Ball sehenswert an Nick weitergab, was dieser zum 7:9 nutzte.

Einer weiteren Parade von Thore folgte ein weiterer Ballverlust – es war schlicht zum Haareraufen. Doch da auch die Tungendorfer nicht fehlerfrei agierten, konnte Michi den Ball erobern, gab ihn weiter zu Marvin Frahm und der verwandelte sicher. Der nächste Gegenstoß ließ nicht lange auf sich warten, denn Fips passte auf und schickte Finn zum 7:11 auf die Reise. In diesem Moment schien sich die Partie in die richtige Richtung zu entwickeln, doch prompt wurden klarste Chancen wieder nicht genutzt und in der Abwehr etwas nachlässiger agiert. Die unschöne Folge war, dass die Gastgeber nicht nur ausgleichen, sondern sogar wieder in Führung gehen konnten. Klaus Gärtner wechselte den Torwart und schickte für die letzten Minuten der ersten Hälfte Jan Philipp Temme ins Gehäuse, zudem nahm er die Auszeit, um die Jungs neu einzuschwören. Dies hatte durchaus Erfolg, denn Marvin traf nur wenige Sekunden später sehenswert von Rechtsaußen zum 12:12 nach 23 Minuten und auf der anderen Seite wehrte Jan Philipp einen Wurf ab. Eine knappe Minute vor dem Pausenpfiff sah Michi den plötzlich am Kreis aufgetauchten Jan Lennart Beering und der ließ sich den Führungstreffer nicht nehmen. Die Tungendorfer hatten bei ihrem Angriff offenbar die Uhr nicht im Blick und so lief die Zeit ereignislos herunter. Mit einer knappen 12:13 Führung für die SG ging es in die Pause und uns allen war klar, dass uns noch spannende 25 Minuten bevor standen.

 

Nach der Pause stand Thore wieder zwischen den Pfosten und konnte sich auch sogleich mit einer starken Fußabwehr sowie nur wenige Sekunden später mit einer weiteren Parade auszeichnen. Allerdings blieb der Ball bei Tungendorf und sie konnten ausgleichen. Auf der Gegenseite spielte Michi ein wenig Völkerball, als er beim 13:14 den Bauch des Torwarts traf, von wo der Ball ins Netz sprang. ;-) Thore wehrte einen weiteren Ball ab und spielte diesen zentimetergenau in den Lauf von Jan Lennart, der den Gegenstoß erfolgreich zur zwei Tore Führung abschloss. Auch der nächste Treffer ging auf sein Konto, nachdem Leon ihn perfekt auf Halb geholt hatte. Es lief nun gut bei unseren Jungs, die Abwehr stand sicher und vorn schien man die Backe nicht mehr zu vermissen. Thore lenkte einen Wurf des Linksaußen mit den Fingerspitzen an den Pfosten und vorn wackelte Leon seinen Gegenspieler aus.

Die Höchststrafe verpasste Thore dem Rückraumlinken des SV nach 30 Minuten, als er einen platzierten Wurf einfach fing. Auf der anderen Seite machte Jan Lennart es deutlich besser, als er mit viel Dampf den nächsten Treffer für seine Farben erzielte. Michi stieg zum Block hoch und dem Trainer es der Gastgeber reichte es – er legte die grüne Karte auf den Kampfgerichtstisch. Dies brachte aber zunächst einmal nichts ein. Im Gegenteil: unsere Jungs erkämpften sich den Ball und als er verloren zu gehen drohte, sprang Jan Lennart ohne Rücksicht auf eigene Verluste hinter ihm und hielt ihn im Spiel. Super! :-) Für Leon war plötzlich die berühmte Autobahn frei und wir freuten uns über das 13:19 nach 32 Minuten. Das roch nach Vorentscheidung...

Plötzlich mischte sich aber wieder Hektik in die Aktionen unserer Youngster. Warum eigentlich? Statt das Spiel ruhig nach Hause zu bringen, warf man weit über oder neben das Tor, vertändelte den Ball und ließ in der Abwehr zu viele Würfe zu, was die Gastgeber geschickt zu nutzen wussten und auf drei Tore verkürzen konnten. Schade.

Thore konnte einen weiteren Ball abwehren und beim nächsten Angriff des SV war Michi mit einem tollen Block zur Stelle. Der Ball sprang Richtung Mittellinie, Stefan Wilhelm hechtete ihm in bester Boldsen-Manier hinterher und sicherte ihn. Für diese Aktion hatte er sich einen Sonderapplaus verdient. :-)

Mit einem Unterhand-Wurf düpierte Leon in der Folge nicht nur den gegnerischen Torwart sondern sorgte auch für den nächsten Torjubel im SG-Block. Thore kaufte dem Linksaußen den Ball ab und vorn war Finn nach 38 Minuten zum 17:21 erfolgreich. Das sah gut aus... Doch konnte der Gastgeber in den folgenden vier Minuten viermal treffen, während unseren Jungs erstmal nichts mehr gelang, ehe Finn mit einem schönen Alleingang die Führung zurückholte.

Die Abwehr stand jetzt wieder gut, doch wurden vorn auch die klarsten und besten Chancen ausgelassen. Finn warf nun alles in die Waagschale und war nicht mehr zu stoppen. Nach 45 Minuten lagen die Gärtner-Jungs durch seinen Wurf wieder mit zwei Treffern vorn. Sollte doch noch alles gut werden? Jan Thiesen passte in der Abwehr super auf und schnappte seinem Gegenspieler den Ball vor der Nase weg, doch brachte der folgende Angriff wieder mal nichts ein – der Ball ging durch einen technischen Fehler verloren. Es waren noch 90 Sekunden zu absolvieren, als Michi sich trotz Foul nicht vom 23:24 abhalten ließ. Doch leider waren auch die Tungendorfer noch einmal erfolgreich. Der SG gehörte zwar der letzte Angriff des Spiels, doch brachte dieser – inklusive finalem Freiwurf – nichts mehr ein, so dass es beim 24:24 blieb.

 

Während die Gastgeber nach dem Schlusspfiff verständlicherweise lautstark jubelten, schlichen unsere Jungs mit gesenkten Köpfen in die Kabine und später zu den Autos. Die Herbstmeisterschaft ist zwar gesichert, doch wären zwei Pluspunkte auf dem weiteren (schweren) Weg durch die Saison einfach schöner gewesen als diese gefühlte Niederlage.

 

Kopf hoch, Jungs, im neuen Jahr geht es mit frischem Schwung weiter und dann wird der NTSV Strand 08 im ersten Spiel nach der Weihnachtspause am 29.01.2012 (hoffentlich) mit einer Niederlage nach Hause geschickt.

 

[Astrid]