Für die Fans ein bisschen Spannung eingebaut ;-)

Am Sonnabend, 04.02.2012, ging unser Juniorteam mal wieder auf die Großwildjagd. Ein Blick auf die Tabelle im Vorfeld verriet, dass unsere Jungs als Tabellenführer natürlich Favorit waren gegen die abstiegsbedrohten Kieler. Doch haben Derbys ja manchmal ihre eigenen Gesetze und eine besondere Spannung bergen die Partien dieser beiden Vereine sowieso immer. Also machten sich nicht nur Klaus Gärtner und seine Jungs, sowie einige Eltern und „sonstige Verdächtige" auf den Weg in die Helmut-Wriedt-Halle, sondern mit Ingrid, Sven und mir auch drei Wikinger. Natürlich waren wir wie immer mit Fahnen und Trommeln ausgerüstet, um der erwarteten lautstarken Heimkulisse Paroli bieten zu können. Aber dazu später mehr...

 

Der Start in die Partie verlief etwas holprig, geriet man doch zunächst in Rückstand und vergab im Anschluss einen 7m. Doch dann drückte ein SG-Spieler der Anfangsphase seinen Stempel auf: Thies-Jakob Volquardsen erzielte die beiden ersten Treffer selbst, ehe er zunächst Morten Dibbert und dann Jacob Weidner mit schönen Pässen bediente. Die Folge war das 4:4 nach sechs Minuten. Mit Abwehrarbeit mochten sich unsere Jungs zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschäftigen, viel zu leicht kamen die Kieler zu ihren Toren. Im Angriff sah Marc „Blocks" Blockus Kreisläufer Jacob und der glich erneut aus und war wenig später auch für den Führungstreffer verantwortlich. Eine schöne Parade von Paul Weidner folgte, doch konnten weder er noch der Sparfuchs verhindern, dass die Gastgeber plötzlich wieder in Führung lagen. Nach gut zehn Minuten erzielte Blocks den erneuten Ausgleich und Paul wehrte einen weiteren Wurf ab, doch wirkten die Angriffsbemühungen der Gärtner-Schützlinge in dieser Phase etwas planlos.

Ein großartiger Pass von Paul in den Lauf von Simon Hennig nach 13 Minuten sollte jedoch der Startschuss für richtig gute 17 Minuten sein. Zunächst traf Simon nach besagtem Pass zum 7:8, dann war es erneut Paul, der sich auszeichnen konnte. Im nächsten Angriff der Kieler schnappte sich Thies-Jakob den Ball, sah den enteilten Simon, spielte ihn an, so dass dieser nur noch zwei Schritte machen musste, ehe es erneut im Kieler Gehäuse einschlug. Der THW versuchte es mit einem verdeckten Wurf aus dem linken Rückraum, doch auch hiermit war Paul nicht zu bezwingen. Auf der Gegenseite setzte Jannis Koellner den am Kreis rackernden Jacob schön in Szene und der war zum 8:10 nach 17 Minuten erfolgreich. Die Gastgeber gingen in der Abwehr recht rustikal zu Werke und so wurde Jacob vor seinem nächsten Torerfolg fast ausgezogen, ließ sich hiervon aber nicht weiter beeindrucken. Zu uns gesellten sich nun Thomas und Jill Marie van Zoest vom Apfelsinchen und ihnen zu Ehren verwandelte Lasse Scharge einen Gegenstoß zum 8:12 nach knapp 20 Minuten.

Paul war erneut zur Stelle und vorn traf Lasse mit einer feinen Klebe aus dem Rückraum. Auf Seiten der Gastgeber wurde man offenbar etwas nervös und nahm eine Auszeit. Der Hallensprecher nutzte diese, um das Publikum zu mehr Stimmung zu animieren. Der Erfolg war allerdings gleich null. Von Derbystimmung keine Spur. Nach der Auszeit konnten die Kieler zwar zwei Treffer erzielen, doch hatten sie damit auch ihr Pulver für den ersten Abschnitt verschossen. Nicht so unsere Jungs – Thies-Jakob überraschte mit seinem völlig unvermittelten Wurf zum 10:14 Freund und Feind, ehe Paul eine ganz starke Parade zeigte. Thies-Jakob erzielte auch den nächsten Treffer und spielte wenig später schön auf Daniel Finkenstein, der souverän die 6-Tore-Führung herausholte. Während wir fleißig trommelten, gaben die Kieler Zuschauer nun gar keinen Mucks mehr von sich, wenn die eigene Mannschaft im Angriff war. Seltsam.

Lasse tankte sich mit vollem Einsatz durch die Abwehr und eine feine Parade von Paul gegen den freien Kieler Rechtsaußen nötigte sogar dem Hallensprecher Respekt ab. Der Ball lief nun rund im Flensburger Angriff und so war es keine Überraschung, dass Lasse auf den eingelaufenen Jannis spielte und der zum 10:18 traf. Nach einer weiteren Parade von Paul war Jannis so gar nicht mehr zu stoppen und erhöhte weiter. Den Gastgebern wurde ein 7m zugesprochen, doch Paul guckte ihn einfach am Tor vorbei. ;-) Mark Walder war es eine halbe Minute vor dem Pausenpfiff vorbehalten, den 10:20 Zwischenstand zu markieren.

 

Uns machte das Spiel so richtig Spaß, den THWern in unserer Umgebung eher nicht so. Allerdings hielt sich unser Mitleid in argen Grenzen.

 

Es ging flott weiter im zweiten Abschnitt: Lasse schnappte sich den Ball, startete zum Gegenstoß, legte ab auf Simon und der erhöhte. Paul war ebenfalls hellwach aus der Kabine gekommen, doch entschieden die Schiris nach seiner Parade auf einen 7m, der leider erfolgreich war. Nach Mortens eiskaltem Treffer zum 13:22 nach 34 Minuten versuchte der Hallensprecher das Publikum aus dem Tiefschlaf zu holen. „Alles so ruhig hier...soll das so sein?" Dass die einzige Reaktion darauf ein lautes „JA!" von uns war, hatte er so vermutlich nicht geplant. ;-) Es war schon ein bisschen schwach, was das Kieler Publikum in diesem Spiel ablieferte...

Paul wehrte einen weiteren Wurf ab und im Angriff wurde seinem Bruder der Vorteil weg gepfiffen. Statt des schönen Treffers gab es nun einen 7m für die SG, der aber leider nichts einbrachte. Besser lief es wenig später, als sich Jannis in der Abwehr den Ball erkämpfte und Blocks den folgenden Gegenstoß sicher verwandelte. Nach 39 Minuten war es Morten, der einfach mal ab durch die Mitte ging und dem Torwart keine Chance ließ. Es schlichen sich nun unnötige Fehler und Hektik ins Spiel der SGler ein, doch war der THW zum Glück nicht in der Lage, diese zu seinen Gunsten zu nutzen. Es vergingen jedoch fünf Minuten ehe es erneut Jannis war, der den Ball erkämpfte und Simon auf die Reise zum 16:25 schickte.

Nach 44 ½ Minuten gab Finn Kohnagel sein Auswärtscomeback und bekam von uns – die wir das Heimcomeback wegen der EM verpasst hatten – einen Sonderapplaus. Schön, dass du wieder dabei bist! :-)

Auch ein Schlag gegen den Hals konnte Blocks nicht stoppen, als er völlig unbeeindruckt den Ball im Tor versenkte. Finn setzte Lasse schön in Szene und der traf zum 19:27. Dann war es so weit...endlich...der Betreuer mit den meisten gelben Karten der Oberliga holte sich den nächsten Karton ab. Glückwunsch, Brinki! ;-) Aber Recht hatte er.

Finn sorgte bei uns allen für Schrecksekunden, als er nach einem Rempler unsanft auf dem Boden landete und seine Gestik nichts Gutes verhieß. Zum Glück stand er aber wenig später wieder und konnte weitermachen. Auf der Bank und im SG-Block wurde tief durchgeatmet... Blocks wurde jetzt in Manndeckung genommen, wodurch sich seine Mitspieler jedoch nicht beirren ließen. Im Gegenteil – mit einem sensationellen Pass spielte Finn auf den am Kreis eingelaufenen Simon, der mit dem Torwurf keine Mühe hatte. Acht Minuten vor dem Ende traf Lasse zum beruhigenden 23:29 und wir waren uns sicher, dass da nichts mehr anbrennen würde. Oder?!

Paul wehrte einen weiteren Ball bravourös ab, doch entschlossen sich seine Mitspieler nun, den mitgereisten Fans noch ein wenig Spannung zu bieten und stellten das Torwerfen und die Abwehrarbeit kurzfristig ein. Die Folge war, dass der THW bis auf drei Tore verkürzen konnte und die Heimfans aus ihrer Lethargie erwachten. Es kam tatsächlich Stimmung auf... Die Gastgeber setzten jetzt alles auf eine Karte und erzwangen mit aggressiver Abwehrarbeit Fehler der Gärtner-Truppe. Zwei Großchancen der Kieler vereitelte Paul glücklicherweise, wobei insbesondere die Parade gegen den durchgebrochenen Rückraumlinken Begeisterung bei uns auslöste. DANKE, Paul!

Es waren noch 1 ½ Minuten auf der Uhr, als sich Jacob mutig in die Schlacht warf und einen 7m herausholte. Morten fackelte nicht lang und erhöhte auf 26:30. Der THW verkürzte postwendend und agierte im Anschluss mit einer offenen Manndeckung. Zwar konnten sie noch einen weiteren Treffer erzielen, doch setzte Blocks zehn Sekunden vor dem Ende mit dem 28:31 den Schlusspunkt unter eine interessante Partie, die zwar im zweiten Abschnitt aus SG-Sicht verloren ging, letztlich aber trotzdem die Richtigen jubeln ließ.

 

Wieder einmal hieß der Sieger in der Helmut-Wriedt-Halle also SG Flensburg-Handewitt und wir Wikinger ließen den Abend vergnügt bei einem leckeren Essen in der Pupille ausklingen. Nach erfolgreicher Zebrajagd schmeckt es eben besonders gut... ;-)

 

[Astrid]