Kristianstad, Steine und Ystad

Schon in Aalborg, als IFK Kristianstad als Gegner der SG für das Achtelfinale in der Champions League feststand, wurde mit der Planung der Fahrt nach Schweden begonnen. Auf der Rückfahrt aus Aalborg fanden sich im Bus schon zahlreiche Interessenten. Am Ende wollten 35 Wikinger ihre SG in Kristianstad unterstützen.

Am Freitag mittag trafen sich 30 Wikinger, um sich auf den Weg nach Schweden zu machen. Die zweite Auswärtsfahrt in Folge, bei der es keinen Zwischenstopp in Schuby gab. Die „Schubyer“ hoffen, dass das nicht zur Gewohnheit wird, sondern weiterhin nur für Touren Richtung Norden gilt.

Am Bus gab es erst einmal ein Geburtstagsständchen für Ingrid und einen Geburtstagskuchen – natürlich passend mit SG-Kerzen. Als dann auch Carina, die auf dem Weg aus Hamburg im Stau gestanden hatte mit qualmenden Reifen und nur 2 Minuten Verspätung da war, konnte es losgehen. Präsi Ingo hielt wie üblich eine kurze Ansprache und erklärte, dass es keine Heizdecken gäbe, obwohl einige Rentner bei der Reisegruppe dabei waren. Er verkündete auch, dass das Bier für Mitglieder kostenlos sei. So geht Mitglieder-Werbung ;-) - schließlich waren Ralf und Julian schon die zweite Tour in Folge dabei und noch keine Mitglieder. Und der Präsi gab schon mal einen kurzen Überblick, wie das Wochenende ablaufen sollte. Ingrid war nicht ganz glücklich, weil die von ihr gebuchte Stadtführung in Ystad nicht bestätigt wurde. Erst ein spannendes Angebot machen und sich dann nicht wieder melden, das ist eigentlich untypisch für Schweden. Aber die Wikinger machten sofort einen Alternativ-Plan: man könnte ja nach dem Spiel Jim „engagieren“, der uns dann am Sonntag seine Heimatstadt vorstellen könnte.

Auch Busfahrer Carlo begrüßte die Wikinger mit eindeutig schwäbischem Akzent und bekam von Ingo gleich den Auftrag „richtig deutsch“ zu lernen. Aber zur Not war ja Lydia dabei und konnte übersetzen.

 

 

Ingrid hatte sich für ihre Geburtstagsparty im Bus gut vorbereitet und gab eine Runde Sekt und leckere Muffins aus. Einen ausgeben sollte dann nach Meinung von Ingo auch Torge, der nach langer Zeit mal wieder mit auf Tour war und endlich seine Ehrungen für 20 und sogar 25 Jahre Mitgliedschaft bei den Wikingern bekam. Und weil es so schön war, bekamen zwei weitere Wikinger einen Pin für 5 Jahre Mitgliedschaft: Carina und Niels-Peter.

Torge war nicht so gut vorbereite mit „einen ausgeben“. Das war dafür um so mehr Niels, der seine erste Tour mit den Wikingern unternahm und darauf eine Runde Kurze ausgab. Das gefiel den Wikingern und man fand, das könnte er gut bei der ersten Fahrt Richtung Süden, bei der ersten Flugreise und...und.. und wiederholen.

Die erste Pause gab es in Knudshoved am Fuß der Storebelt-Brücke zwischen Fünen und Seeland. Mit der Brücke im Hintergrund gab es ein erstes Gruppenfoto, dass dann schnell als Gruß der Wikinger auf der Facebook-Seite der SG auftauchte.

Dann ging es über die Brücke nach Seeland und danach über die Öresund-Brücke nach Schweden. Bevor es aber richtig nach Schweden ging, gab es im Bus eine ausführliche Ausweiskontrolle durch einen schwedischen Zollbeamten. Zum Glück hatten alle ihre Ausweise dabei und so konnte der Endspurt nach Kristianstad in Angriff genommen werden.

Wie geplant erreichten die Wikinger gegen 20.30Uhr ihr Hotel und damit schon die erste Sehenswürdigkeit der Stadt. Das Hotel befindet sich nämlich in einem der berühmtesten Baudenkmäler Schwedens. Dieses einzigartige Gebäude mit einer reich verzierten Fassade wurde ursprünglich als Bank genutzt.

Dann hieß es schnell Zimmer einnehmen, ein wenig frisch machen und auf ins „Restaurang Martinis“ in der Altstadt, in dem für die gesamte Reisegruppe reserviert war. Nach leckerem Essen und schwedischem Bier ging es zurück ins Hotel. Einige ließen es sich nicht nehmen, mit Ingrid noch aus ihrem Geburtstag rauszufeiern.

Der Samstag war dann zur freien Verfügung. In mehreren Gruppen erkundeten die Wikinger die Stadt des Gegners, z. B. bei einem Bummel durch die hübsche Innen- und gleichzeitig Altstadt. Einige Wikinger erfuhren im Besucherzentru des „Naturum Vattenriket“viel Wissenswertes über die Natur. Ein simulierter Hubschrauberflug mit anschließender virtueller Bootsfahrt und schließlich ubootmäßiges Abtauchen gaben einen tollen Einblick in das Vattenriket – das Wasserreich. Ein tolles Erlebnis war für viele Wikinger auch der Besuch des Regionalmuseums, in dem sehr anschaulich eine archäologische Zeitreise und die Geschichte der Stadt Kristianstad dargestellt werden. Was in Deutschland undenkbar ist: überall hieß es „freier Eintritt“.

In der Kirche Heliga Trefaldighetskyrkan gab es als Zugabe zum schönen Gebäude noch eine Taufe.

Dann sammelten sich die Wikinger im Hotel, um gemeinsam zur Kristianstad Arena zu ziehen. Inzwischen waren auch die 5 Nachzügler in Kristianstad angekommen und auch die „Hölle Nord“hatte das gleiche Hotel bezogen, so dass es eine beeindruckende Anzahl SG-Fans war, die durch die Stadt zog. In der Halle herrschte eine fröhliche Atmosphäre und überall war die Begeisterung zu spüren, dass IFK Kristianstad dieses Achtelfinale erreicht hatte. Vor dem Spiel gab es viele nette Gespräche mit den Fans von IFK und auch einige lockere Verabredungen für das Rückspiel in Flensburg.

Der blau-weiß-rote Fanblock war von Anfang an in guter Form, was man von der Abwehr der SG auch sagen konnte. Im Angriff lief noch nicht alles rund – woran auch der gegnerische Torwart Richard Kappelin nicht unschuldig war. An manchen Unmutsreaktionen aus dem Fanblock waren auch die spanischen Schiedsrichter schuld. Bis zur Pause war es ein enges Spiel. Mit einem Tor Rückstand wurden die Seiten gewechselt.

Während der Halbzeit beschäftigten die Ergebnisse aus Kiel und Kielce die Wikinger – für die Löwen war es wahrlich kein guter Tag....Wie gut, dass die SG nur das kleine Übel mit der kurzen Zeit zwischen den Spielen in Magdeburg und in Kristianstad hatte.

Nach der Pause schaffte die SG es – auch dank ihrer Schweden (allen voran Hampus, Jim und Mattias) – sich nach und nach abzusetzen. Am Ende stand ein 26:22-Auswärtssieg zu Buche. Alle waren zufrieden, dass Simon mit der Schlusssirene noch einen 4-Tore-Vorsprung herausgeworfen hatte. Alle außer Hans-Jürgen, dem Simon damit den Gewinn des Tippspiels „versaut“ hatte.

Noch Minuten nach dem Spiel dröhnte der Gesang des SG-Fanblocks durch die Halle. Das lockte auch vereinzelte Spieler noch einmal heraus, die sich für die tolle Unterstützung bedankten. Jim kam leider nicht dicht genug heran, um ihn für die Stadtführung in Ystad am kommenden Tag zu engagieren – da hatte er wohl etwas geahnt?? Das nächste Mal hören wir vielleicht eher auf Simon, der seine Heimatstadt Lund als Ziel angepriesen hatte.

 

Nach dem Spiel ging es wieder hungrig ins „Martinis“ – dieses Mal in noch größerer Runde als am Vorabend. Aber auch das war kein Problem für Martin und sein Team, dass wieder für leckeres Essen sorgte. Mit der bevorstehenden Zeitumstellung im Nacken gab es dann im Hotel noch eine kurze und knackige Zimmerparty.

 

Am nächsten Tag hieß es um 10.30 Abfahrt aber nicht direkt Heimfahrt. Ingrid und Marina hatten sich von den schwedischen Spielern oder von schwedenkundigen Freunden Tipps geholt und für die Rückfahrt zwei interessante Ausflugsziele ausgemacht. Zunächst ging es über Landstraßen durch schwedische Dörfer zu den Ales Stenar (Die Steine von Ale). Vom Parkplatz in Kåseberga führt ein ca. 1km langer Fußweg bis zur Attraktion. Pünktlich war auch die Sonne herausgekommen, so dass sich die sich aus 59 Steinen bestehende Schiffssetzung (die Steine sind in Form eines Schiffsrumpfes angeordnet) besonders eindrucksvoll präsentierte. Eindrucksvoll war auch der Blick an der steilen Abbruchkante entlang der Küste und 50 Meter in die Tiefe. Mit einem Gruppenfoto und vielen tollen Eindrücken im Gepäck ging es zurück zum Bus und weiter nach Ystad. Hier gab es einige Mühe einen Parkplatz für den Bus zu finden. Viele Wikinger munkelten, ob das der Grund war, dass sich keine Stadtführung ergeben hatte - man konnte nicht sagen, wo ein Bus parken kann? Aber schließlich war ein Startpunkt gefunden, von dem aus sich die Wikinger aufmachten, den Wirkungsort von Kommissar Wallander und dem Geburtsort unserer #24 zu erkunden. Die Gamla Stan (Altstadt), die Marienkirche und das Kloster waren wirklich sehenswert – auch das bei bestem Wikinger-Reisewetter. Allerdings hatten manche am Vaffeldågen (Waffeltag) ein größeres Angebot an Waffeln erwartet. Aber die isst der Schwede wohl eher im heimischen Wohnzimmers – so wie Mattias es bei Instagram zeigte. Zum Glück hatte unser Busfahrer Carlo in der Zwischenzeit Würstchen heiß gemacht und Kaffee gekocht. So konnten die Wikinger sich bevor es zurück Richtung Flensburg ging ordentlich stärken. Der Geburtstagskuchen, den Lydia für Ingrid gebacken hatte, schmeckte zum Nachtisch richtig lecker. Auf der Rückfahrt war es zunächst etwas ruhiger – schließlich hatte man am Wochenende schon viel erlebt. Aber nach einiger Zeit wurde es wieder lebhaft im Bus. Besonders eifrig wurde das Spiel von Skjern gegen Veszprem verfolgt, in dem Skjern sich sehr zur Freude der Wikinger überraschend gut verkaufte. Schließlich jubelten die Wikinger kollektiv über einen 7-Tore-Sieg von Anders Eggert und seinem Team über den vermeintlichen Favoriten. Auch das Spiel Montpellier gegen Barcelona war für die Wikinger interessant, schließlich wurde hier der Gegner für das mögliche Viertelfinale ausgespielt.

Kurz nach 20 Uhr war Flensburg wieder erreicht. Eine tolle Fahrt war zu Ende, das war unisono die Meinung aller Mitfahrer in der WhatsApp-Gruppe „Kristianstad“. Die nächste Tour kann kommen, aber erst einmal muss das Rückspiel gespielt und hoffentlich das Viertelfinale erreicht werden.

[Marina]

Bilder: Ingrid und Marina