MInden - Currywurst und Punkte

Auswärtsfahrten nach Minden sind beliebt. Dafür gibt es einige Gründe. Die Fahrt ist nicht allzu weit. Vor der Halle gibt es die leckerste Currywurst der Liga. Und das Bier mit den GWD-Fans in deren Fankeller ist eine lieb gewonnene Tradition. Dass der Vorstand der „Wikinger“ den Preis für die Fahrt nach Minden sehr günstig angesetzt hatte, machte die Fahrt noch attraktiver.

Der Bus war letztendlich mit 34 Wikingern gut gefüllt und mit den weiteren Kartenbestellungen von privat anreisenden Wikingern und Freunden waren 52 Plätze in der Kampa-Halle nötig.

Um 8 Uhr machte sich der Bus auf den Weg, um wie gewohnt in Schuby, Neumünster und Hamburg weitere Zusteiger aufzunehmen. 6 Zusteiger in Neumünster roch rekordverdächtig. Glücklicherweise hatte Busfahrer Rolf gehört, dass es in Hamburg-Stellingen eine Sperrung gab, so dass Roland im Auftrag von Ingo noch schnell Jutta und Jörg zu einem anderen Zustieg umleiten konnte.

Bei der Fahrt über den Kanal war weit und breit kein Schiff zu sehen, nur glatt glänzendes Wasser. Ein schlechtes Omen, wo es doch immer hieß „Schiffe auf dem Kanal = Auswärtssieg“. Es wurde einheitlich beschlossen, dass Orakel vielleicht nicht mehr so wichtig sind? Schließlich gab es auch ohne Schiffe auf dem Kanal Auswärtssiege und die Deutsche Meisterschaft. Oder es wird auf das Ersatzorakel von Gerd zurückgegriffen: Rehe. Nachdem es eher Kühe, Pferde und Schafe zu sehen gab, präsentierten sich dann doch 2 Rehe. Alles gut also....... Und ob Lydias Hefezopf nun Glück bringt oder nicht ist auch egal. Der ist immer so lecker, dass er so oder so nicht fehlen darf.

Um 9.30 Uhr war es endlich Zeit, dass Maren mit Sekt ihren Einstand bei den Wikinger-Ladies gab. Die Männer waren ungeduliger gewesen und hatten ihren Früh-Schoppen schon wirklich früh......

Solwey war der Sekt wie immer zu trocken, aber das machte ihr wie immer gar nichts aus, wie sie sagte. Gerd allerdings behauptete, dass sie sich bei ihm zu Hause immer beschweren würde. Wie gut, dass sie das dann direkt beim offiziellen Mobbing-Beauftragten der Wikinger tun kann.

Maren lernte dann schnell, dass „der Sekt ist viel zu schnell verdunstet“ heißt, dass die nächste Flasche dran ist. Wie immer gab es reichlich Leckereien zum Früh-Schoppen: Käsewürfel, Möhren, Zwetschgen, Radieschen und natürlich Hefezopf.

Ungewöhnlich schnell war der Bus durch den Elbtunel und um 10.30 Uhr die erste Pause am Rastplatz Lüneburger Heide. Ingo gab bei seiner Ansage nicht nur die Abfahrtszeit bekannt sondern gab den Rentnern im Bus auch den hilfreichen Hinweis, dass man dann nicht in den nebenan parkenden Boelck-Bus einsteigen sollte.

 

 

Mit nur noch 150km bis zum Ziel kam das Gefühl auf, zu früh gestartet zu sein. Aber dann kam „endlich“ der ersehnte Stau. Quälend langsam ging es durch die Baustelle vor Mellendorf.

Aber das störte eigentlich nur Busfahrer Rolf. Die Wikinger hatten keine Langeweile im Bus und eine Ankunft rechtzeitig vor dem Spiel war nicht in Gefahr. Ingo und Roland nutzten die Gelegenheit Pins für langjährige Mitgliedschaft zu verteilen: Anne für 5 nein doch schon 10 Jahre, Niels-Peter ebenfalls für 10 Jahre und Jörg erstaunlicherweise erst für 5 Jahre.

Im hinteren Teil des Busses betätigte Zippe sich als DJ und traf oft den (Schlager-)Geschmack der sangesfreudigen Hinterbänkler. Das Tippspiel wurde auch rechtzeitig erledigt. Dieses Mal waren alle Tipper optimistisch. Aber einen besonderen Tipp gibt es doch immer. Neu-Mitglied Torsten tippte sehr optimistisch auf einen 31:17 Kanter-Sieg der SG.

Vor dem Endspurt nach Minden gab es in Garbsen noch eine Mittagspause. Da in Minden ja die Currywurst auf die Wikinger wartete, gab es nicht wie üblich Würstchen. Das Apfelsinchen fiel dieses Mal leider als Lieferant für leckere Wraps aus. So hatte Lena in diversen Flensburger Supermärkten Sandwiches aufgekauft, mit denen die Wikinger nun verpflegt wurden. Zum Nachtisch gab es Kuchen von Marina. Voll und vollzählig ging es dann weiter auf die letzte Etappe zur Kampa-Halle. Die Schlager-Party im hinteren Bus ging weiter. „Über sieben Brücken musst du gehen....“ wurde bei zugezogenen Vorhängen mit Taschenlampen zelebriert. Kurz vor Minden wurde das Lied-Repertoire dann dem Zweck der Fahrt angepasst und es wurden SG-Schlager gesungen. Auch „nun bläst der Wind von Norden“ von SG-Legende Lars Christiansen fehlte nicht. Diese Musik-Auswahl riss dann auch den ganzen Bus mit.

Pünktlich zur Hallenöffnung parkte Rolf den Bus vor der Kampa-Halle, wo schon die privat angereisten Wikinger und werdenden Wikinger warteten. Holger und Ela hatten aus ihrem Urlaubsort Wilhelmshaven den Weg gefunden, genau wie Kea & Co aus der gleichen Richtung. Petra und Beate kamen aus Berlin, Carina hatte in ihrem Auto noch Verstärkung aus Hamburg und für Diana war dieses Auswärtsspiel ein Heimspiel.

Bevor es aber in die Halle ging, gab es die ersehnte obligatorische und einfach leckere Currywurst.

Gut gestärkt ging es zunächst in den Fanblock und dann in den Fan-Keller, wo die GWD-Fans einen Ausschank betreiben. Leckeres Bier und nette Gespräche mit den inzwischen guten Bekannten aus Minden. Dabei wurde natürlich auch intensiv über die Zukunft der Kampa-Halle diskutiert. ES sieht so aus, dass GWD Minden demnächst vielleicht Heimspiele in Lübbecke in der Halle des Erzrivalen TuS N-Lübbecke austragen muss. Das muss sich doch so anfühlen, als ob die SG ihre Heimspiele in Kiel austragen müsste? Aber Hauptsache ist doch, dass es mit Bundesliga-Handball in Minden weitergeht!

In die nette Runde platze eine Whats-App mit der Nachricht, dass Trommeln auf den erworbenen Sitzplätzen nicht erlaubt seien. Nur in kleinen Stehplatz-Boxen weit oben sei das Trommeln erlaubt. Das sorgte für Empörung bei den Wikingerinnen, die auswärts für den Takt zuständig sind. Schon in Kiel hatte die Problematik „Trommeln“ für Ärger gesorgt. Es ist sehr schade und unbegreiflich, dass in immer mehr Hallen solche Regelungen gelten. Die Begründungen reichen von „man könne mit den Trommeln die Sitze beschädigen“ bis „Trommeln im Sitzplatzbereich könnten einzelne Gäste stören“. Wir sind der Meinung, dass die Fans im Gästeblock sehr gut untereinander klären können, ob die Trommeln jemanden stören oder nicht. Und wenn tatsächlich wirklich einmal etwas beschädigt werden sollte, wird sicher für den Schaden aufgekommen....

Eigentlich wären auch Tröten und Fahnen nicht erlaubt, aber die durften dann doch genutzt werden. Solche Regelungen sind völlig unverständlich und verhindern einfach nur, dass man auswärts vernünftig und lautstark Stimmung für sein Team machen kann. Und das ist es doch, wofür man sich auf den oft langen Weg macht!!

Aber zum Glück war die Anzahl der SG-Fans in Minden sehr groß. Block D war eindeutig in blau-weiß-roter Hand. Und so wurde mit den Trommeln der Hölle Nord und der Alten Garde, die im erlaubten Bereich genutzt wurden, sowie mit Händen, Tröten und Stimmen die SG lautstark angefeuert. Diese Unterstützung war auch eindeutig nötig. Die Leichtigkeit im Angriff will sich einfach noch nicht wieder einstellen. Zum Glück konnten die SG-Fans häufig Torbjørn Bergerud feiern, als die SG sich im Angriff zahlreiche Fehler leistete. Nur 2 Treffer gelangen dem Angriff in den ersten 11 Minuten. Aber dann entwickelte sich das Angriffsspiel langsam so, wie die Fans es sehen wollten. Kurz vor der Pause lag die SG mit 3 Toren in Front. In die Halbzeit ging es dann aber nur mit einem Tor Vorsprung. Nach der Pause blieb Minden weiter dran, so richtig absetzen konnte die SG sich nicht. Aber auf Torbjørn war weiter Verlass und im Angriff erarbeitete die SG sich Chancen und 7m. Nachdem Steini in der ersten Hälfte zunächst vom Punkt erfolgreich gewesen war, dann aber scheiterte, rieben sich die SG-Fans verwundert die Augen, als Niels Versteijnen zum Strafwurf antrat. Cool verwandelte er 4 von 5 7m – das war wichtig! Wichtig war in der entscheidenden Phase auch Jim, der am Ende wichtige Treffer für die SG erzielte. Und so konnten Fans und Spieler miteinander einen 27:23-Auswärtssieg feiern. Besondere Sprechchöre gab es nach der Welle für Torbjørn, Niels, Magnus Rød und Jim.

 

Auch nach dem Spiel ging es noch einmal in den Fankeller, wo sich traditionell Spieler von GWD und der Gastmannschaft zum Interview einfinden. Für die SG waren Niels und Dierk am Mikrofon.

Pünktlich eine Stunde nach Abpfiff ging es zurück in den Norden. Natürlich war die Stimmung im Bus gut, auch wenn Ingo bekannt geben musste, dass der Pott beim Tippspiel dieses Mal geknackt worden war. Das Geld floß ausnahmsweise einmal nicht in die Fanclub-Kasse sondern an Lydia und Niels-Peter.

Auch auf der Rückfahrt ging es nicht ohne Stau, aber der war zum Glück nicht allzu lang. Gegen Mitternacht war das Ziel Flensburg erreicht. Nach 3 Tagen Handballpause geht es dann zum Heimspiel gegen die Eulen in der Flens-Arena, bevor schon am folgenden Sonntag die Auswärtsfahrt zum CL-Spiel in Aalborg ansteht. Manche Wikinger kommen bis zur Länderspielpause im Oktober wie die Spieler auf 7 Spiele – eine beachtliche Leistung!

 

Text Marina, Schnappschüsse von Marina und Birte, tolle Fotos von Ingrid