Der Fanclub auf den Spuren seiner "Ahnen"

Dass die „Wikinger" gerne reisen, ist bekannt. Und dass sie besonders gern in skandinavische Länder reisen, wundert nicht. In Dänemark, Schweden, Norwegen waren wir schon, aber ein isländisches Team fehlte noch als Gegner. Und so wurde während der Auswärtsfahrt nach Minden Anfang September dem Team von Haukar Hafnarfjörður in der Qualifikation zur Champions-League kräftig die Daumen gedrückt – mit Erfolg. So konnten die bisher noch vagen Planungen für eine Champions-League-Reise in die Tat umgesetzt werden. Welch ein Glück, das wir mit Astrid eine echte Ísland-Expertin in unserem Fanclub haben. Nur zu gerne hat sie den Job der Reiseplanerin und -leiterin übernommen. Das von Astrid erstellte Reiseprogramm war so verlockend, dass die Reisegruppe schnell auf 25 Teilnehmer anwuchs. Und nicht nur das: Durch ihre guten Beziehungen, bekamen wir ein sehr günstiges Angebot für einen Bus, der uns für den Aufenthalt für alle Fahrten zur Verfügung stand, mit „Gummi" (sprich: Gymmi) am Steuer. Sehr passend ist auch der Name des Reiseunternehmens: „Víkingaslóðir" (zu deutsch: Wikingerspuren).

 

-Reisetagebuch-

 

Freitag, 07. November

 

Um 4.45 Uhr war Treffen in Handewitt an der Wikinghalle. Per Taxi ging es um 5.00 Uhr ab zum Bahnhof in Padborg und von dort mit der dänischen Bahn nach Kastrup – dem Kopenhagener Flughafen - von wo um 13.20 der Flieger nach Reykjavík/Keflavík starten sollte. Wir waren nicht überrascht, als auch die Mannschaft der SG an unserem Gate auftauchte. Dass wir den gleichen Hinflug wie die SG gebucht hatten, war uns bereits zu Ohren gekommen. So konnten wir die Spieler mit unserem geplanten Programm noch ein wenig neidisch machen. Am Flughafen in Keflavík wurden wir schon von Gummi mit seinem schönen neuen Bus erwartet, der neben dem Hotel in Reykjavík unser „Zuhause" auf Island sein sollte.Auf besondere Einladung gehörten auch Ruwen Möller von der Flensborg Avis und Rudi Dautwiz von der NDR1 Welle Nord zu unserer Reisegruppe. Während die beiden Journalisten die Mannschaft beim Training beobachteten, ging die Wikinger-Reisegruppe geschlossen in ein Restaurant, um gemeinsam den ersten Abend auf Island zu genießen. Einige zollten dann der frühen Reisezeit Tribut, andere erkundeten noch Reykjavík bei Nacht.

 

Samstag, 08. November

 

Um 9.30 Uhr holte Gummi uns am Hotel ab, um uns gemeinsam mit Astrid Reykjavík vorzustellen. Zum Auftakt fuhren wir an den alten Hafen mit seinen Fischhallen, dann ging es zur Hallgrímskirkja, vorbei an geschichtsträchtigen Gebäuden und Stätten und schließlich zur Mittagspause zu Perlan mit seiner schönen Aussichtsterrasse. Von dort sahen wir, wie die Sonne sich durch die Wolken kämpfte. Auch die Stadt unseres Gegners Hafnarfjörður wurde kurz besichtigt. Dort statteten wir u. a. der Flensborgskolinn einen Besuch ab. Aber der Nachmittag gehörte der Blauen Lagune – ein unbeschreibliches Badeerlebnis in 37 - 42 °C warmem, milchig blau schimmerndem Wasser unter freiem Himmel – Wellness pur.

So kamen wir völlig entspannt in der Halle von Haukar Hafnarfjörður an. Auch der Spielverlauf in der ersten Hälfte konnte uns nicht beunruhigen – zu Recht wie die souveräne zweite Halbzeit der SG zeigte. So hatten wir viel Spaß daran, unsere Mannschaft anzufeuern und zu feiern.

 

Die sehr gastfreundlichen Isländer luden uns in der After-Game-Bereich ein, so dass reichlich Gelegenheit war, sich nach dem Spiel mit unseren Spielern und den isländischen Fans zu unterhalten. Den Spielern mussten wir ja leider schon einen guten Heimflug wünschen, da sie keinen weiteren Tag auf Island verbringen würden, was sicher alle sehr schade fanden.

 

Da wir unserem Gummi den Feierabend gönnen wollten, ging es zurück ins Hotel, wo die erste legendäre Hotel-Flur-Lounge-Party stieg. Günstigerweise hatten wir nämlich fast alle Zimmer auf einem Flur. Dort gab es eine Sitzecke, die durch diverse Stühle aus den Zimmern von 6 auf über 20 Sitzplätze erweitert wurde. Und so gab es eine zünftige und ausdauernde Siegesfeier.

 

Sonntag, 09. November

 

Nach mehr oder weniger vielen Stunden Schlaf ging es um 9.30 Uhr auf den Golden Circle – bei strahlend blauem Himmel! Drei Stunden Sonne waren vorhergesagt, aber wenn Wikinger reisen, scheint die Sonne den ganzen Tag! So konnten wir den berühmten Wasserfall Gullfoss in voller Pracht mit doppeltem Regenbogen genießen. Beeindruckende Naturgewalt. Die isländische Landschaft, Islandpferde, Geysire, und Þingvellir, die alte Tagungsstätte der Wikinger, an der von 930 bis ins 20. Jahrhundert das Parlament tagte und wo sich zudem die Kontinente von Amerika und Europa kontinuierlich voneinander weg bewegen – unbeschreibliche Eindrücken, die man nicht in Worte fassen kann. Da lassen wir die Bilder sprechen! Weil die Straßen morgens gefroren waren, haben wir die Golden-Circle-Tour entgegen der eigentlich üblichen Richtung gemacht – an diesem Tag mit diesem tollen Wetter absolut richtig. Besonders die Atmosphäre in der Dämmerung am Þingvellir bleibt unvergessen.

Dank Astrid haben wir nebenbei noch viel Interessantes über Islands Menschen, Natur und Geschichte erfahren. Für die gute Gemeinschaft der Reisegruppe spricht, dass wir auch an diesem Abend alle gemeinsam – dieses Mal mit Ruwen und Rudi – Essen gegangen sind. Dabei haben wir dann auch die „Runde Getränke" genossen, die uns die Mannschaft ausgegeben hat. Obwohl am nächsten Morgen frühes Aufstehen (5.00 Uhr Abfahrt zum Flughafen) angesagt war, wurde mit großer Ausdauer einzelner Personen die zweite Hotel-Flur-Lounge-Party abgehalten. Z. T. gab es nur 1 ½ Stunden Schlaf, die besonders Ausdauernden haben die ganze Nacht durchgemacht. Montag, 10. November Auch wenn Island sehr schön ist – wir sind ja schließlich SG-Fans. Darum ließen wir uns von Gummi zum Leifur-Eiriksson-Flughafen fahren und nahmen die Rückreise in Angriff. Nun sind wir gespannt, wohin die nächste Championsleague-Reise geht. Aber alle sind sich einig: Es darf gern wieder einmal Island sein.

 

[Marina]