Minden - adventlich, winterlich und spannend

Es hätte so einfach sein können: Auswärtsfahrt nach Minden an einem Sonntag ud Spielbeginn um 15.00 Uhr. Aber wir haben ja Winter und da muss auch das Wetter mitspielen, damit es wirklich einfach ist. Und das tat es am 09. Dezember nicht.....

In der Nacht hatte es ergiebig geschneit und zur „Krönung" war im Laufe des Tages und der Strecke noch Eisregen angesagt. Aber 20 Wikinger und vor allem Busfahrer Cliff ließen sich davon nicht abschrecken und machten sich auf den Weg – mit viel Zeitpolster.

Da Wikinger Zippe schon um 4.00 Uhr morgens den Treffpunkt in der Westerallee vom Schnee befreit und für Luxus-Inside-Parkplätze gesorgt hatte, wurde ihm auch verziehen, dass er vergessen hatte, den üblichen Wikinger-Reiseproviant - Wurst und Frikadellen -mit zum Bus zu bringen. Nachdem dies nachgeholt war, ging die Reise mit etwas Verspätung los. In Schuby wurden wie üblich weitere Wikinger an Bord genommen.

Im Bus war es noch relativ ruhig. Einige kämpften noch mit den Folgen von Weihnachtsfeiern am Vorabend, Sven-Uwe war erst früh morgens von der Auswärtstour mit der A-Jugend der SG zurück gekommen und überhaupt waren ja alle für einen Sonntag früh aufgestanden.

Teilweise ging es im Schneckentempo hinter den Fahrzeugen des Winterdienstes voran, aber wenigstens fühlte man sich so sicher. Zum Teil war die Autobahn nur einspurig befahrbar – eine Herausforderung für Cliff. Um 11.00 Uhr gab es die erste Pause in Hamburg-Harburg. So lange hatten wir wohl noch nie bis dorthin gebraucht. Aber das Zeitpolster bis zum Spiel war immer noch großzügig.

Die Straßenverhältnisse wurden nun deutlich besser, aber man kam teilweise nicht unbedingt schneller voran. Aber was will man mehr: Eine Stunde vor Anwurf lud Cliff uns wohlbehalten an der Kampa-Halle in Minden ab.

Zuerst wurden die Plätze in Augenschein genommen. Kurzfristig gab es Diskussionen, dass wir auf unseren Plätzen nicht trommeln dürften. Aber nach einem konstruktiven Gespräch mit verständnisvollen Ordnern bekamen wir das o.k. So konnten wir uns wie schon traditionell auf den Weg in den Fankeller machen, um uns dort mit den Mindener Fans bei Bier und weihnachtlichen Naschis auf das Spiel vorzubereiten.



Wir hatten uns genau wie unsere Mannschaft mit Respekt auf den Weg nach Minden gemacht. Der Spielverlauf sollte zeigen, dass das zu Recht so war. Das Spiel war eng. Zwar erarbeitete die SG sich in der ersten Halbzeit – auch Dank der unbekümmerten Auswärtspremiere von Olafur Gustafsson – mehrmals einen 2-3 Tore-Vorsprung. Aber Minden konterte stets – zumeist über den wurfgewaltigen und an diesem Tag besonders treffsicheren Nenad Bilbija. Auch die Zusammenarbeit der SG-Abwehr mit den Torhütern klappte an diesem Tag nicht wie zuletzt. Aber die SG ging trotz kurzfristigem Rückstand kurz vor der Pause mit einem Ein-Tore-Vorsprung in die Kabinen. In der zweiten Halbzeit gab es das gleiche Bild. Die SG legte vor, aber Minden ließ sich nicht abschütteln. Der Kader der SG schrumpfte dann nach der dritten Zeitstrafe gegen Michael weiter. Jacob übernahm die Arbeit am Kreis und in der Abwehr trotz fiebriger Erkältung. Beim Zwischenstand von 26:24 für GWD Minden nach 51. Minuten war der Aufsteiger dicht dran, die Punkte zu behalten. Aber die SG zeigte sich unbeirrt und drehte diesen Spielstand in eine 26:28-Führung. Diese Führung behaupteten unsere Jungs und gemeinsam mit uns Wikingern und den Ultras bejubelten sie den wichtigen Auswärtssieg.

Auch nach dem Spiel machten sich einige Wikinger auf den Weg in den Fankeller. Dort gaben zwei Mindener Spieler ein Interview. Kurzfristig sorgten sie bei uns für Erheiterung, als sie von den größeren Wechselmöglichkeiten der SG in der Schlussphase sprachen..... Bezüglich der Schiedsrichterleistung waren Mindener und Flensburger sich auch nicht wirklich einig. Die Mindener fühlten sich nicht gerade bevorteilt, wir fanden die Schiedsrichter „isländisch" - besonders bei den Zeitstrafen gegen Michael ;-). Aber wir hatten die Punkte und nur das war wichtig.

Vor der Abfahrt trafen wir noch einige SG-Spieler, die vor allem besorgt nach den Straßenverhältnissen fragten. Wir konnten sie beruhigen.... Verhungert wären sie auch bei längerer Fahrtdauer angesichts der unzähligen Portionen Mindener Currywurst, die Anders in den Bus schleppte, jedenfalls nicht :-). Gut, dass Roland ihn beim letzten Heimspiel an diese Delikatesse erinnert hatte!

Eine Stunde nach Abpfiff machten sich die Wikinger auf den Heimweg. Die Rückfahrt verlief völlig problemlos. Einzig der Post eines Mitfahrers bei Facebook rief Irritationen hervor: „Nun drehen sie im Bus durch und singen Weihnachtslieder!" - tststs Sven-Uwe ;-)!!

Für Spannung sorgte dann noch die Begegnung zwischen dem THW und der MT Melsungen, in der Melsungen – zuletzt in Flensburg noch deutlich geschlagen – es zur allgemeinen Freude schaffte, die scheinbar Unbesiegbaren zu besiegen. Da freute man sich doch sehr mit dem Ex-Flensburger Patrik Fahlgren!

Gut gelaunt und frühzeitig erreichten die Wikinger die Heimat und freuten sich auf das nächste Heimspiel, die Wikinger-Weihnachtsfeier und natürlich auf die nächste Auswärtsfahrt.

[Marina]