Porto - Geschichte, Begegnungen und Handball

Sie haben es wieder getan! Die Wikinger ließen es sich nicht nehmen, die SG zum Auswärtsspiel in der noch frischen EHF-EuropeanLeague-Saison zu begleiten. Ziel war diesmal die portugiesische Küstenstadt Porto, in der unser Gruppengegner Aguas Santas zu Hause ist. 

Ab Hamburg über Zürich mit der Swiss Air ging es los. Gewohnt guter Service, ein Wasser und viel wichtiger, ein Täfelchen Schweizer Schokolade. Zwischendurch in Zürich ein langer Aufenthalt bei 24° und einem ausgedehnten Sonnenbad auf der Aussichtsterasse. Kam gut an!

Gelandet in Porto immer noch T-Shirt-Wetter und gleich die erste Bekanntschaft mit der brasilianisch geprägten Küche. Deftig und reichlich! 

Ein bisschen Schlaf und der nächste Tag konnte beginnen.

Nicolas, ein Göttinger, selbst Handballer, Fan der SG und seit vielen Jahren in Porto als Dozent an der Uni tätig, ließ es sich nicht nehmen, uns auf einem ausgedehnten Spaziergang seine Stadt in vielerlei Hinsicht näher zu bringen. Hochinteressante Details zur Bevölkerung, Lebensgewohnheiten dort, geschichtliche Hintergründe und Entwicklung von Wirtschaft und Handel bleiben im Gedächtnis. Besonders aber wohl die Tatsache, dass es dort immer noch Wohnungen gibt, in der die Miete basierend auf einem Gesetz aus alten Zeiten nicht mehr als 30,00 Euro betragen darf. Na ja, so gut sehen die Häuser aber auch nicht aus.

Die Aussichtspunkte mit Wow-Effekt wechselten einander ab. Panoramen entlang des Douro überboten sich in puncto Schönheit. Eines aber hatten alle gemeinsam: Sie mussten alle über lange Treppen oder starke Steigungen erklommen werden. Puh………

Die fälligen Erfrischungen gab es in vielen Cafés entlang der abschüssigen Straßen. Gläser und Tassen waren dabei ständig in Gefahr, vom Tisch zu rutschen.

Von Touristen überlaufen zeigte die Stadt dennoch ihren Charme, sobald die Hauptstraßen verlassen wurden. Studentengruppen in ihren schwarzen Umhängen packten an kleinen Plätzen ihre Instrumente aus, begeisterten das schnell vorhandene Publikum und erinnerten mit ihrer Tracht zwingend an die Schuluniformen aus den Harry-Potter-Filmen.

Danke Nicolas für die umfassende Betreuung und die Fülle an Informationen.

Nach vielen Tausend Schritten lockte die Ruhe vor dem Tag des Spiels.

Bevor es endlich so weit war, durfte natürlich der Besuch einiger herausragender Sehenswürdigkeiten nicht fehlen. Kathedrale, Bahnhof und Markthalle präsentierten sich in ihrer ganzen Schönheit. Portwein in allen Geschmacksrichtungen wurde getestet, außerdem die Mannschaftsaufstellung und die Spieltaktik besprochen. Denn ohne unser Spielverständnis geht es nun mal nicht.

 

Vorm Anpfiff noch ein gemeinsames Abendessen, das im wahrsten Sinnes des Wortes zum „Schnellimbiss“ mutierte. Die Restaurantküche benötigte unendlich viel Zeit und servierte erst kurz vor Spielbeginn. So ergab es sich, dass wir erst zum Ende der Aufwärmphase die Halle entern konnten und in diesem Falle unser Einmarsch von der Mannschaft gefeiert werden konnte – und nicht umgekehrt.

Kurz die Stimmen geölt, dann lautstark die Jungs angefeuert und zum Sieg gebrüllt. War aber nicht so schwer, da die Halle nicht wirklich voll war und die heimische Fankultur recht verhalten präsentiert wurde. Kontakte zu den Fans waren schnell hergestellt, Schals wechselten die Besitzer und die Mannschaft von Aguas Santas ließ es sich nicht nehmen, nach dem Spiel zu uns zu kommen und alle entgegengestreckten Hände abzuklatschen. Respekt!

Anschließende Gespräche mit Spielern und Trainern waren wegen des deutlichen Erfolges von überaus guter Stimmung geprägt und auch unsere obligatorische Nachbereitung und Analyse war entsprechend ausgelassen fröhlich.

Die verbleibende Zeit bis zum Heimflug wurde ausgiebig genutzt, um noch andere Ecken der Stadt kennenzulernen. Die weltberühmte Buchhandlung (Ähnlichkeiten bei Harry Potter nur zufällig?) wurde besucht, der Douro mit der Gondel überquert und anschließend auf dem Fluss mit einem der alten Portweintransportboote alle 6 Brücken Douro abgefahren.

Zwei Begegnungen am Rande: Aufgrund unserer Fankleidung ergaben sich immer wieder interessante Gespräche. Auch konnten direkte Beziehungen zu einem SG-Spieler hergestellt werden. Eine Familie aus Saarlouis, ebenfalls mit Wurzeln im Handball hat die Entwicklung von Marko Grigic hautnah miterlebt und war hocherfreut, dass es ihm bei uns so gut geht.

In einem anderen Fall ergab es sich, dass einer unserer Taxifahrer mit Kiko Costa in dem Team von Valadares Gaia FC Fußball gespielt hat und dessen weitere Entwicklung in handballerischer Hinsicht mitbekommen hat. Er wusste natürlich, dass Kiko zu uns wechselt und trug uns auf, ihm im nächsten Jahr seine persönlichen Grüße zu übermitteln. Machen wir natürlich sehr gerne!

Krönender Abschluss der Reise: Ein ebenso spektakulärer wie glanzvoller Sonnenuntergang direkt an der Atlantikküste Portos.

Mehr geht nicht!!

 

Text: Holger